{"id":1335,"date":"2014-06-04T17:42:24","date_gmt":"2014-06-04T16:42:24","guid":{"rendered":"http:\/\/abicyclediary.com\/?p=1335"},"modified":"2014-06-04T18:49:50","modified_gmt":"2014-06-04T17:49:50","slug":"tag-121-123-fahrradasyl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/abicyclediary.com\/?p=1335","title":{"rendered":"Tag 121 &#8211; 124: Fahrradasyl"},"content":{"rendered":"<h2>Tag 121 &#8211; 124 (01. bis 04. Juni)<\/h2>\n<p>Dushanbe; Zwischenstand: 9299km; 471:57h im Sattel; 15 Flicken, davon 3 durch N\u00e4gel auf der Stra\u00dfe<br \/>\nWarmshowers \/ Camping<\/p>\n<p>Wieder zur\u00fcck in Dushanbe&#8230; Es stehen ein paar dingend ben\u00f6tigte Erholungstage an. Es ist Sonntag, die meisten lecken noch ihre Wunden von der gestrigen Party und ich erhole mich auch langsam wieder von den Strapazen der letzten Tage. Veroniques Garten stellt das ideale Fahrradasyl dar. Die meisten die jetzt auf die Weiterfahrt warten kennen sich bereits entweder von Erz\u00e4hlungen, oder sind bereits gemeinsam geradelt. Robert aus Englang verbingt seinen mehrw\u00f6chigen Urlaub in Zentralasien, Chris radelt um die ganze Welt, will mindestens 100 L\u00e4nder besuchen und verzichtet g\u00e4nzlich auf motorisierte Transportmittel. Seit 4 Jahren ist er nicht mehr in einem Auto, oder Bus gesessen. Bis auf Franzi und Jona wollen alle in Richtung Pamir starten. Anfangs hie\u00df es, der Pamir wird ab Montag wieder ge\u00f6ffnet werden, allerdings sollen die Permits dazu erst eine Woche sp\u00e4ter ausgestellt werden. Am Montag dann aber die freudige \u00dcberraschung, dass die Permits bereits diese Woche wieder ausgestellt werden. Somit verringert sich die Wartezeit um eine ganze Woche. F\u00fcr mich ist es trotzdem zu sp\u00e4t, noch in den Pamir aufzubrechen.<br \/>\nGayle und John hatten mich auf die Idee gebracht, bereits hier in Dushanbe das Visum f\u00fcr Kasachstan zu beantragen. Bei ihnen hatte es binnen 24h geklappt.<br \/>\nJona und Franzi werden vermutlich auch auf demselben Weg nach China einreisen wie ich und brauchen daher auch noch ein Visum f\u00fcr Kasachstan. Also gehts f\u00fcr uns am Morgen zum Konsulat. Die Atmosph\u00e4re gleicht eher einem Reiseb\u00fcro als einem Konsulat. Eine bequeme Couch im Vorzimmer, Bildb\u00e4nde von Kasachstan, Poster an der Wand&#8230; Das Antragsformular kann direkt vor Ort ausgef\u00fcllt werden. Der Mitarbeiter hinter der Glasscheibe spricht sehr gutes Englisch. So wohl hatte ich mich beim Visumsantrag noch nie gef\u00fchlt. Anfangs sollten wir die Visa am Freitag abholen. Auf den Rat von John und Gayle hin bitten wir aber darum, die Visa schon etwas fr\u00fcher abholen zu d\u00fcrfen. Ich lehne mich gleich mal weit aus dem Fenster und bitte darum, das Visum schon am folgenden Tag in Empfang zu nehmen. Wir schildern kurz unsere Situation und zu unser aller \u00dcberraschung wird unserem Bitten stattgegeben. So langsam kommt die Sache wieder ins Rollen.<br \/>\nGemeinsam mit Jona statte ich dem Bazar noch einmal einen Besuch ab. Ich ben\u00f6tige noch zus\u00e4tzliche Ersatzschrauben f\u00fcr die Packtaschen und dringend einen neuen Satz Schl\u00e4uche. Jona tauscht bei beiden R\u00e4dern die M\u00e4ntel aus. Die Auswahl ist leider nicht gro\u00df und die Qualit\u00e4t extrem schlecht, aber besser schlechte Qualit\u00e4t als gar nichts. Von den neuen Schl\u00e4uchen wiegt einer soviel wie vier meiner alten. Ich hoffe, dass sie auch dementsprechend robust sind.<br \/>\nAls wir wieder bei Veronique ankommen sind alle guter Stimmung. Die Permits sind beantragt, es kann also f\u00fcr alle morgen wieder weitergehen. Chris bricht schon heute auf, weil er sein Permit schon in der Tasche hat. Seit l\u00e4ngerer Zeit f\u00e4hrt er ohne Hinterradbremse. Sein Vorderrad ist dementsprechend gezeichnet. Zu seinem Gl\u00fcck kann ihm Gayle eine Felge vermachen. Bereits seit dem Iran machte sich Gayle Sorgen um ihr Hinterrad. Der Felgensto\u00df scheint irgendwann aufzugehen. Daher hatte sie sich von Uzbekistan aus eine neue Felge bestellt. Nur wie kommt die Felge aufs Hinterrad? Zum Gl\u00fcck habe ich ja schon das eine oder andere Laufrad eingespeicht und so wird kurzerhand ein Workshop im Laufradbau eingerichtet. Die Speichenl\u00e4nge passt und so kann sich Gayle schon nach kurze \u00fcber ein neues Hinterrad freuen.<br \/>\nAuch Tyson hatte schon l\u00e4ngere Zeit Bauchschmerzen wenn er an seine Hinterradnabe dachte, also nahmen wir das gute St\u00fcck auseinander. So richtig rund waren die Kugeln zwar nicht mehr, aber mit ausreichend Fett sollte er doch noch ein paar Monate fahren k\u00f6nnen.<br \/>\nAm Abend gab es noch ein gro\u00dfes gemeinsames Essen. Franzi zauberte Pizza auf den Tisch und Gabor \u00fcberraschte mit Topfenkn\u00f6deln. Bei solch herrlichem Essen und derart netter Gesellschaft w\u00fcnscht man, dass der Abend nie vor\u00fcbergeht. Es werden Erfahrungen ausgetauscht und offene Fragen gekl\u00e4rt. Mir war es immer etwas komisch vorgekommen, warum man in den entlegensten D\u00f6rfern immer wieder auf Kinder st\u00f6\u00dft, die ich keineswegs als Tajiken einordnen w\u00fcrde. Sommersprossen, rote Haare, oder Blond mit blauen Augen&#8230; Anfangs dachte ich daran, dass die T\u00e4tigkeit der NGOs etwas weiter als gedacht gegangen ist, aber offenbar stammt dies noch aus der Zeit von Stalin. Dieser hatte n\u00e4mlich Deutsche in dieser Region angesiedelt. In Kirgistan soll es sogar noch ein paar g\u00e4nzlich deutsche D\u00f6rfer geben.<br \/>\nSo langsam komme ich auch wieder zur Ruhe. In den letzten Tagen f\u00fchlte ich mich immer wieder etwas gehetzt. Jetzt wei\u00df ich, dass ich genug Zeit habe, um bis zur Grenze zu fahren und freunde mich auch schon mit dem Gedanken an, ein paar Tage die Beine hochzulegen. Jona und Franzi brechen am Dienstag Nachmittag auf. Die Visa hatten wir problemlos in Empfang nehmen k\u00f6nnen. Tyson, Hanne, Gabor, Gayle, John und Robert sind bereits am Vormittag in Richtung Pamir aufgebrochen. Jetzt bin ich der Letzte, der die Gastfreundschaft von Veronique genie\u00dfen kann. Ich widme mich nun meinem Rad. In den letzten Tagen hatte es doch einiges mitgemacht. Schlammpassagen, Flussquerungen, Staub ohne Ende, Regentage etc. Es wird Zeit, dass ich mir das Rad mal etwas genauer anschaue. Leider wird es nur eine kurze Inspektion, weil mich am Nachmittag eine gewaltige Magenverstimmung heimsucht. F\u00fcr den Rest des Tages liege ich flach und habe M\u00fche aufzustehen, um mir Tee zu kochen. Die Glieder schmerzen, der Magen rumort, ein wenig Fieber ist im Anmarsch&#8230; die f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag geplante Abfahrt kann ich auf alle F\u00e4lle verschieben. Zum Gl\u00fcck habe ich aber keinen Zeitdruck.<br \/>\nIm Grunde darf ich mich aber gar nicht beschweren. Nach 4 Monaten auf dem Rad hatte ich nun erst zum zweiten Mal Probleme mit dem Magen. Von vielen anderen Reisenden hatte ich geh\u00f6rt, dass sie auch gerade in Tajikistan Schwierigkeiten hatten. Da traf es sogar Langzeitreisende, die bereits seit einigen Jahren unterwegs sind und eigentlich beschwerdefrei reisten. F\u00fcrs Erste zwar nur ein schwacher Trost, aber ich bin mir sicher, dass es wieder bergauf geht.<br \/>\nNach einer etwas unangenehmen Nacht kehren die Lebensgeister langsam wieder zur\u00fcck. Das Rad kann wieder zusammengebaut werden, ein wenig Recherche f\u00fcr die bevorstehende Route steht an, Blogs von anderen Radreisenden werden studiert&#8230; Internet kann auch was sehr entspannendes sein.<br \/>\nDie Sonne schein, im Garten zwitschern die V\u00f6gel und abseits dessen ist es herrlich ruhig. So wie es aussieht geht es mit einem Tag Versp\u00e4tung dann doch wieder weiter. Es stehen auch diesmal wieder spannende Passagen bevor. Gleich zu Beginn geht es in die Berge. Entweder \u00fcber den Anzob Pass auf \u00fcber 3000m, oder durch einen 5km langen, unbeleuchteten und unbel\u00fcfteten Tunnel durch den zu allem \u00dcberfluss auch noch ein Fluss flie\u00dft&#8230;<br \/>\nBis zur Grenze nach Kirgistan sind es aber nur noch knapp 400km. Dann wird auch schon bald die 10000 km Marke geknackt. Schon verr\u00fcckt, was man in so kurzer Zeit erradeln kann. Der Zielort Wladiwostok r\u00fcckt immer n\u00e4her. Nur noch Kirgistan, Kasachstan, China und S\u00fcdkorea liegen dazwischen.<br \/>\nVielleicht gibt es ja doch noch jemanden, der kurzentschlossen ein paar Wochen in traumhaft sch\u00f6ner Umgebung radeln m\u00f6chte. Ich werde ein paar Wochen in Kirgistan verbringen, es zahlt sich sicher aus ins Flugzeug zu steigen. Und f\u00fcr Kirgistan bracht man auch kein Visum!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tag 121 &#8211; 124 (01. bis 04. Juni) Dushanbe; Zwischenstand: 9299km; 471:57h im Sattel; 15 Flicken, davon 3 durch N\u00e4gel auf der Stra\u00dfe Warmshowers \/ Camping Wieder zur\u00fcck in Dushanbe&#8230; Es stehen ein paar dingend ben\u00f6tigte Erholungstage an. 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