{"id":1381,"date":"2014-06-14T03:25:18","date_gmt":"2014-06-14T02:25:18","guid":{"rendered":"http:\/\/abicyclediary.com\/?p=1381"},"modified":"2014-06-26T16:33:46","modified_gmt":"2014-06-26T15:33:46","slug":"tag-112-113-osh","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/abicyclediary.com\/?p=1381","title":{"rendered":"Tag 132 \/ 133: Osh"},"content":{"rendered":"<h2>Tag 132 \/ 133 &#8211; 12.-12.Juni<\/h2>\n<p>Osh: zwei Ruhetage; Zwischenbilanz: 10042km; 512:09h im Sattel<br \/>\nHotel<\/p>\n<p>Ein bisschen Ausspannen in Osh&#8230; darauf hatte ich mich die letzten Tage schon gefreut. Es gab auch ein paar Dinge, die organisiert werden mussten. Meine Kamera hatte ja vor ein paar Tagen ihren Dienst quittiert. Zuviel Staub und zu viel Holpern in der Lenkertasche f\u00fchrten dazu, dass das Objektiv klemmte. Ich setzte alle meine Hoffnung darauf, in Osh jemanden zu finden, der mir das gute St\u00fcck wieder zum Laufen bringt. Ausserdem wollte ich mich in Kirgistan registrieren lassen. Grunds\u00e4tzlich ist eine Registrierung nicht erforderlich, doch offenbar gibt es seit M\u00e4rz eine neue Regelung wonach man zur Beantragung des Chinesischen Visums in Kirgistan registriert sein muss. Die Agentur in Bishkek f\u00fchrt die Registrierung zwar auch durch, verlangt daf\u00fcr aber fast den zehnfachen Preis, den man selbst bezahlen w\u00fcrde. Zu guter letzt musste Jona auch noch einen Fahrradladen finden, um die Speiche seines Hinterrades auszutauschen. Es stand also doch einiges auf dem Programm&#8230;<br \/>\nAuf dem Bazar wurden wir gleich mal f\u00fcndig. \u00c4hnlich wie in Dushanbe fand man auch hier in Osh eine Handvoll Radh\u00e4ndler im Bazar. Der Bazar besteht haupts\u00e4chlich aus ausgedienten \u00dcberseecontainern in denen die H\u00e4ndler ihre Waren verstauen und auch von dort aus verkaufen. Man kommt sich ein wenig vor, wie auf einem Hafengel\u00e4nde. Nur der Staub und die schlaglochdurchzogene Stra\u00dfe irritiert ein wenig. In der Fahrradabteilung dasselbe Bild wie in Dushanbe. \u00dcberall chinesische Billigstqualit\u00e4t. Ein &#8220;Fahrradmechaniker&#8221; war schnell gefunden und die Kassette rasch demontiert.<br \/>\nOsh ist nicht gro\u00df, trotzdem verbrachte ich einige Stunden damit einen Spezialisten f\u00fcr Kamerareparaturen zu finden. Ich wurde von einem Laden zum n\u00e4chsten geschickt, aber dann verdichteten sich die Hinweise, dass es offenbar wirklich einen Spezialisten gibt, der allerdings offenbar nach dem Mittagessen keine Lust mehr hatte zur\u00fcckzukommen. Ich muss mein Gl\u00fcck also am folgenden Tag noch einmal strapazieren.<br \/>\nDemnach konnte ich mich nun meiner zweiten Mission widmen &#8211; der Registrierung. Ich wusste, dass ich das OVIR Office aufsuchen musste, das sich in der Lenin Street befand. Diese Stra\u00dfe ist allerdings recht lang und ich hatte schon im Hostel erfahren, dass das OVIR nicht leicht zu finden ist. Dass es allerdings derart schwer werden w\u00fcrde hatte ich mir auch nicht gedacht. Ich begann mich durchzufragen, konzentrierte mich schlie\u00dflich nur noch auf kompetent wirkenden Personen, aber auch die hatten Schwierigkeiten mir die Richtung zu weisen. Sogar in einer benachbarten Amtsstube wusste man nicht so recht, wo das B\u00fcro lag. F\u00fcr mich ein wenig verwunderlich, handelt es sich dabei doch um &#8220;Kollegen&#8221;. Irgendwann war es dann soweit und ich stand vor dem OVIR Office, das f\u00fcr die Registrierung zust\u00e4ndig war. Eine Amtsstube in Kirgistan. Viele Leute in der zentralen Halle, die alle irgendwelche Formulare ausf\u00fcllten und warteten. Schritt f\u00fcr Schritt begann ich mich durchzufragen, bis ich schlie\u00dflich das richtige Formular in H\u00e4nden hielt. Nat\u00fcrlich alles in kyrillischer Schrift und ich keine Ahnung wohin was schreiben&#8230; Also musste ich meinen Charme ein wenig spielen lassen und schlie\u00dflich half mir eine junge Dame am Infoschalter das Formular auszuf\u00fcllen. Danach noch 120 SOM bezahlen, kurz warten und schlussendlich gab es einen Stempel in den Pass. Mal schauen, ob mir das bei der Beantragung des Visums in Bishkek weiterhilft.<br \/>\nDer Sommer ist in Kirgistan auch richtig angekommen. Eigentlich kann man sich nur noch im Schatten aufhalten. Auf gro\u00dfe Besichtigungstouren hatte ich aber ohnehin keine Lust, mir war vielmehr nach Nichtstun.<br \/>\nJona war beim Reinigen der R\u00e4der darauf gesto\u00dfen, dass Franzis Hinterrad bereits durchgebremst war. Den beiden bleibt auch wirklich nichts erspart. Mit ihren R\u00e4dern aus Indien machen sie so ziemlich alles mit, was man beim Setup eines neuen Reiserades versucht zu umgehen. Seit sie im Iran gestartet sind haben sie schon vier S\u00e4tze Bremsbel\u00e4ge verbraucht. Bremsflanken der Felgen haben schon tiefe Riefen und bei Franzis Hinterrad beginnen sich bereits Risse in den Bremsflanken zu bilden. Schwer zu sagen, wie weit sie noch mit den R\u00e4dern kommen. Ich selbst bin erstaunt, mit welcher Leichtigkeit sie mit den immer wieder auftretenden Schwierigkeiten umgehen, aber sie lassen sich nicht unterkriegen. Die neue Speiche in Jonas HInterrad war auch nicht unbedingt von bester Qualit\u00e4t. Als ich sie noch einmal nachziehen wollte, riss sie umgehend ab. Also erneut zum Bazar&#8230;<\/p>\n<p>Neuer Tag, neues Gl\u00fcck&#8230; ich hatte am Abend noch versucht, selbst meine Kamera zu \u00f6ffnen. Dazu hatte ich mir im Elektroladen extra einen Satz Spezialschraubendreher besorgt. Leider lie\u00df sich mit meinen rudiment\u00e4ren Kenntnissen die Hauptabdeckung der Kamera nicht zur G\u00e4nze entfernen. Nachdem ich dann fast 20min lang eine ca. 1mm gro\u00dfe Kugel auf dem Teppichboden des Hostels gesucht hatte, beschloss ich doch, die Kamera in die H\u00e4nde eines Fachmanns zu geben. Diesmal hatte ich auch mehr Gl\u00fcck und der &#8220;Laden&#8221; war besetzt. Zwei Herren waren \u00fcber diverse Platinen und ge\u00f6ffnete Handys gebeugt. Es wurde unter dem Mikroskop gearbeitet, offenbar verstanden sie wirklich was von ihrer Arbeit.<br \/>\nBei meiner Odyssee durch verschiedenste Gesch\u00e4fte ist mir schon aufgefallen, dass die Gesch\u00e4ftsstruktur hier ein wenig anders ist, als gewohnt. Man betritt einen Laden und befindet sich dann in Mitten von drei oder vier verschiedenen Gesch\u00e4ften. Vom Eingang her wirkt es wie ein Fotogesch\u00e4ft und dann gibt es noch ein Reiseb\u00fcro, eine Videothek, einen Handyladen, und so weiter. Man teilt sich also die Gesch\u00e4ftsfl\u00e4chen. Eigentlich gar keine so dumme Idee. Die Spezialisten f\u00fcr meine Kamera sa\u00dfen auch hinter zwei T\u00fcren versteckt in einem unbelichteten ca. 4qm gro\u00dfen Raum, der zu einem recht modern wirkenden Laden f\u00fcr Handys geh\u00f6rte. Nur durch den Tip eines benachbarten Fotoladens bin ich auf die zwei Typen gesto\u00dfen. Mit den Arbeitszeiten nahmen sie es aber nicht so genau. Diesmal ging es erst um 11 Uhr los. Die Zeit bis dahin vertrieb ich mir durch eine kurze Wanderung auf den Hausberg von Osh. Die Aussicht war die M\u00fche wert, aber eine Stunde Warten im Schatten w\u00e4re weit weniger schwei\u00dftreibend gewesen.<br \/>\nBereits am Nachmittag war die Kamera schon fertigt. Faszinierend, wie schnell Reparaturen doch gehen k\u00f6nnen. Zuhause h\u00e4tte ich sicherlich mindestens eine Woche darauf warten m\u00fcssen. Ich bin froh, jetzt wieder eine funktionierende Kamera mit mir zu f\u00fchren. Irgendwie ist es ein eigenartiges Gef\u00fchl diese vielen Eindr\u00fccke und faszinierenden Landschaften nicht festhalten zu k\u00f6nnen. Ich hoffe, dass das Objektiv jetzt keine Schwierigkeiten mehr macht.<br \/>\nDie Hauptsaison f\u00fcr Fahrradreisende ist nun angebrochen. Viele verbringen auch nur einen k\u00fcrzeren Urlaub in Zentralasien. Durch Osh kommen aber die meisten von ihnen. Somit sieht man immer wieder Leute mit Reiser\u00e4dern vorbeiradeln. Auf dem R\u00fcckweg zum Hostel treffe ich dann \u00fcberraschenderweise auf Enzo den Italiener, den ich damals in Tehran getroffen hatte. Wegen extrem starker R\u00fcckenschmerzen musste er eine ganze Woche in Osh verbringen, f\u00e4hrt aber am folgenden Tag wieder weiter in Richtung Bishkek. Wir verabreden uns zum Abendessen bei mir im Hostel. Franzi und ich bereiten in der kleinen K\u00fcche des Hostels eine frische Tomatensauce zu. Es ist eine Wohltat, einmal wieder in einer richtigen K\u00fcche zu arbeiten. Es gibt eine Arbeitsfl\u00e4che, verschiedene Messer, ein Sp\u00fclbecken und mehrere Kochplatten. Beim Campen muss man doch auf das meiste davon verzichten.<br \/>\nGuancho, ein Radreisender aus Taiwan gesellt sich am Abend auch noch zu uns und so verbringen wir den letzten Abend in Osh mit einem ausgedehnten Erfahrungsaustausch \u00fcber die Erlebnisse der letzten Monate.<br \/>\nJeder von uns hat vor, auf dem Weg nach Bishkek \u00fcber den Song K\u00f6l See zu fahren. Der See liegt auf gut 3000m. Es hei\u00dft also wieder klettern&#8230;<br \/>\nSo wie es aussieht wird man dabei aber ein paar Tage abseits der Zivilisation unterwegs sein. Das hei\u00dft also wieder einmal Vorr\u00e4te f\u00fcr ein paar Tage transportieren. Es ist schwer abzusch\u00e4tzen, wann ich in Bishkek ankommen werde, aber nachdem es sich offenbar um recht schlechte Stra\u00dfen handelt gehe ich einmal davon aus, dass es 10 bis 14 Tage dauern wird. Bis dahin bleibt der Blog also mal wieder unber\u00fchrt&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tag 132 \/ 133 &#8211; 12.-12.Juni Osh: zwei Ruhetage; Zwischenbilanz: 10042km; 512:09h im Sattel Hotel Ein bisschen Ausspannen in Osh&#8230; darauf hatte ich mich die letzten Tage schon gefreut. Es gab auch ein paar Dinge, die organisiert werden mussten. Meine Kamera hatte ja vor ein paar Tagen ihren Dienst quittiert. 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