{"id":1475,"date":"2014-06-27T11:50:20","date_gmt":"2014-06-27T10:50:20","guid":{"rendered":"http:\/\/abicyclediary.com\/?p=1475"},"modified":"2014-06-27T11:52:04","modified_gmt":"2014-06-27T10:52:04","slug":"tag-137-141-zu-viert-in-richtung-song-kol-see","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/abicyclediary.com\/?p=1475","title":{"rendered":"Tag 137 &#8211; 141: Wetterprognose &#8211; wechselhaft"},"content":{"rendered":"<h2>Tag 137 &#8211; 17.Juni<\/h2>\n<p>5km vor dem Kaldama Pass &#8211; Ende der Serpentinen: 41km; 4:36h im Sattel; 7 &#8211; 18 Grad, Regen<br \/>\nCamping<\/p>\n<p>Fr\u00fch am Morgen spitzte noch die Sonne hinter dem Pass hervor, doch dann zogen von S\u00fcden her pechschwarze Wolken auf. Dumpfes Donnergegroll lie\u00df nichts Gutes erahnen und schon nach kurzer Zeit regnete es, als ob es der letzte Tag auf Erden w\u00e4re. Erst einmal ein ern\u00fcchternder Start in den Tag, nachdem wir doch gestern mit bestem Sonnenschein verw\u00f6hnt wurden. Anfangs dachten wir, wir k\u00f6nnten den Regen noch aussitzen, doch je l\u00e4nger man wartete desto mehr machte es den Anschein, dass es wohl den ganzen Tag regnen w\u00fcrde.<br \/>\nFranzi f\u00fchlte sich heute wieder fit und wollte den Pass in Angriff nehmen. Unsere Essensvorr\u00e4te w\u00fcrden zwar noch einen weiteren Tag Pause erlauben, aber trotzdem wollte jeder von uns auf die andere Seite. Und so warfen wir uns in die Regenklamotten, bauten bei str\u00f6mendem Regen das Zelt ab und hofften insgeheim darauf, dass der Regen nachl\u00e4sst. Nach etwa einer halben Stunde sahen wir das Zelt von Enzo neben der Stra\u00dfe stehen. Er hatte offenbar meine Nachricht nicht erhalten und so war er sichtlich \u00fcberrascht, uns Drei tropfnass vor seinem Zelt zu sehen. Rasch packte er seine Sachen zusammen und es ging gemeinsam in die erste Serpentine.<br \/>\nObwohl fester Stra\u00dfenbelag schon einige Kilometer hinter uns liegt, war die Stra\u00dfe verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gut zu fahren. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass hier wirklich \u00e4u\u00dferst wenig Verkehr herrscht. Nur selten musste man sich durch Abschnitte mit losem Gestein qu\u00e4len. Es galt bis auf knapp unter 3000m hinaufzuklettern. Unsere Ausgangsposition auf 1800m war schon recht gut, trotzdem zog sich der Anstieg ziemlich in die L\u00e4nge. Die Serpentinen schl\u00e4ngeln sich sehr langezogen den Bergr\u00fccken empor. Die Kehren liegen teilweise ein paar Kilometer voneinander entfernt und trotzdem sieht man den Stra\u00dfenverlauf \u00fcber einem. In qu\u00e4lend langem Zick-Zack gehts also in Richtung Passh\u00f6he.<br \/>\nFranzis Zustand verschlechterte sich leider zusehends auf dem Weg nach oben. Sie hatte sichtlich zu k\u00e4mpfen, aber wollte auf jeden Fall \u00fcber den Pass kommen. Mit Bauchkr\u00e4mpfen eine Schotterpiste zu fahren ist schon schlimm genug, wenn es dann aber auch noch steil bergauf geht, ben\u00f6tigt man schon sehr starken Durchhaltewillen.<br \/>\nKeiner von uns hatte viel gefr\u00fchst\u00fcckt. Enzo hatte nicht mit einem Start im Regen gerechnet, sodass er noch gar nichts gegessen hatte. Mit Keksen versuchten wir den Energiehaushalt zumindest ansatzweise zu befriedigen. Am Nachmittag lie\u00df der Regen dann langsam nach und die Temperaturen stiegen wieder an. Endlich konnte man sich der Regenhose entledigen und es kam wieder Luft and die Beine. Die wasserdichten Handschuhe waren jetzt auch schon v\u00f6llig durchn\u00e4sst, es war Zeit die Garderobe auszutauschen.<br \/>\nSchon von weitem hatten wir am Gipfel eine Gruppe Radfahrer gesichtet. Kurz bevor wir die Passh\u00f6he erreichten trafen wir die Drei. Sie waren ebenfalls heute Morgen vom Beginn der Serpentinen auf den Gipfel geklettert. Es wurden die \u00fcblichen Informationen ausgetauscht und noch ein paar Tips mit auf den Weg gegeben. So erfuhren wir, dass es bis zum n\u00e4chsten Dorf doch noch weiter ist, als gedacht. Daf\u00fcr bekamen wir eine gute Beschreibung f\u00fcr einen Zeltplatz mit nahegelegener Wasserquelle. Eigentlich hatten wir damit gerechnet, heute noch ein Dorf zu erreichen, aber das m\u00fcssen wir jetzt wohl auf morgen verschieben. Es war schon 17 Uhr als wir auf 2960m ankamen. Ein ziemlich langer Anstieg, aber jeder von uns war froh, endlich einen Blick ins n\u00e4chste Tal werfen zu k\u00f6nnen. Die Temperatur war nun schon deutlich unter die 10 Grad Marke gefallen weshalb wir uns auch nicht l\u00e4nger als n\u00f6tig auf der Passh\u00f6he aufhielten. Noch schnell eine weitere Schicht angezogen und los gings in Richtung Tal. Vorbei an Pferden und K\u00fchen lie\u00dfen wir es bergab rollen. F\u00fcr die Pferde ist der Anblick von Radlern offenbar noch sehr ungewohnt. Anfangs fl\u00fcchteten sie meist vor uns, blieben dann aber sehr ver\u00e4ngstigt am Stra\u00dfenrand stehen und preschten bei der ersten Gelegenheit an uns vorbei. Die K\u00fche nehmen das ganze viel gelassener und bewegen sich kaum wenn wir an ihnen vorbeiradeln.<br \/>\nDie Landschaft, die sich vor uns ausbreitete war atemberaubend. Einzig ein bisschen mehr Sonne fehlte, aber die H\u00fcgelformationen und das viele Gr\u00fcn verleitete immer wieder zum Stehenbleiben. So in etwa hatte ich mir Kirgistan vorgestellt. Im Gegensatz zu Europa zieht sich das Gras bis auf \u00fcber 3000m hinauf. Frei liegenden Fels sieht man eher selten. Um die einzelnen Jurten gruppieren sich gro\u00dfe Herden von K\u00fchen und Pferden. Was die Leute mit den vielen Pferden hier anfangen ist mir jetzt noch ein R\u00e4tsel, aber vielleicht kl\u00e4rt sich das noch.<br \/>\nDer Hunger war schon ziemlich gro\u00df als wir endlich den Fu\u00dfpunkt des Passes erreicht hatten. Den beschriebenen Zeltplatz fanden wir dann auch gleich, nur nach der Quelle mussten wir ein wenig suchen. Es gibt sch\u00f6neres als ein vor N\u00e4sse triefendes Zelt aufzustellen, aber zum Gl\u00fcck trocknete der Zeltboden dann doch noch auf bis Matte und Schlafsack darauf landeten. Die Kocher liefen hei\u00df und jeder freute sich auf die erste richtige Mahlzeit des Tages. Dem erneut einsetzenden Regen war es zu verdanken, dass dann doch jeder f\u00fcr sich ins Zelt verschwand. So wie der Tag begonnen hatte, endete er auch&#8230; Regen Regen Regen.<\/p>\n<h2>Tag 138 &#8211; 18.Juni<\/h2>\n<p>Ende Kadama Pass &#8211; 15km hinter Kazaman : 59km; 3:50h im Sattel; 18 &#8211; 31 Grad, wechselhaft<br \/>\nCamping<\/p>\n<p>Nachts hatte es noch fleissig weiter geregnet, aber zum Gl\u00fcck gab es in der Fr\u00fch ein Sch\u00f6nwetterfenster. Ein paar Sachen konnten dann noch zum Trocknen ausgelegt werden bevor wir gegen 10 Uhr in Richtung Kazaman starteten. Gleich zu Beginn musste ein recht steiler H\u00fcgel \u00fcberwunden werden. Betriebstemperatur erreichte man also sehr schnell. Der Blick, den man sich dadurch erarbeitete war daf\u00fcr aber atemberaubend. Am besten trifft es der Ausdruck &#8220;in Landschaft ertrinken&#8221;. Egal wohin man schaut, \u00fcberall beeindruckend sch\u00f6ne Landschaftsformationen. Wie ein locker hingeworfenes Tuch liegt vor uns eine leicht h\u00fcgelige Umgebung, alles von einem gr\u00fcnen Teppich \u00fcberzogen. Das sind die Bilder, die ich von Kirgistan im Kopf hatte nur dass sich in Realit\u00e4t alles viel eindrucksvoller darstellt. Auf einer weiterhin recht guten Sandstra\u00dfe geht es bis auf zwei weitere H\u00fcgel konstant bergab. Obwohl man die vorbeiziehende Landschaft vom Rad aus genie\u00dfen kann, bleibe ich immer wieder stehen, um die Umgebung auf mich wirken zu lassen. Ein bisschen Staunen ist stets mit dabei. \u00dcberall Gr\u00fcn, hie und da einige Pferde und ganz vereinzelt ein paar Jurten. Manchmal sieht man auch befestigte H\u00e4user, diese sind aber allesamt verfallen und meist unbenutzt. Es geht \u00fcber lange Strecken bergab, der Stra\u00dfenrand ist ges\u00e4umt von wilden Canabispflanzen, die schon kr\u00e4ftig Bl\u00fcten angesetzt haben. Wohin man auch schaut, \u00fcberall sieht man Canabis.<br \/>\nWir erreichen Kekirim, das erste Dorf nach dem Pass und treffen auf Oliver und Dan aus England, die auf dem Weg nach Thailand sind (www.supersizedadventure.com). Mit ihren 28 Zoll Rennr\u00e4dern haben sie hier in der Gegend auch ihre Schwierigkeiten, schlagen sich aber ganz tapfer. Vor allem das 16-Speichen Hinterrad macht bei der Zuladung immer wieder mal schlapp. Im Gegensatz zu uns ist ihnen in den letzten Wochen kein einziger Radler begegnet. Es werden Informationen \u00fcber den Stra\u00dfenzustand ausgetauscht und dann treibt uns der Hunger auch schon weiter. Das Fr\u00fchst\u00fcck war eher kurz ausgefallen und jeder sehnt sich zumindest nach einem kleinen Schokoladensnack.<br \/>\nEs trennen uns nur noch wenige Kilometer von Kazaman da bricht bei Jona die in Osh ausgetauschte Speiche erneut. Hier in der Gegend alles andere als optimal. Mit einem immer st\u00e4rker eiernden Hinterrad gehts also in Richtung Stadt. Hier wird erst mal ein Mini-Market gepl\u00fcndert und dann beginnt die Suche nach einem Kassettenabzieher. Die Besitzerin des &#8220;Supermarktes&#8221; spricht ein paar Brocken Englisch und zitiert ihren Mann herbei, damit er mit Jona und mir ins &#8220;Zentrum&#8221; f\u00e4hrt, um dort nach einem Werkzeug zu suchen. Der Karte nach zu urteilen hatte ich mir die Stadt ganz anders vorgestellt. Es handelt sich offenbar um eine auf dem Rei\u00dfbrett entstandene Stadt, die eher europ\u00e4ischen Ma\u00dfst\u00e4ben gerecht werden w\u00fcrde. Die Leute hier kommen mit der Stadtstruktur nicht wirklich zurecht. Vom Auto aus macht das Zentrum einen sehr \u00e4rmlichen und heruntergekommenen Eindruck. Verloren liegen die gro\u00df angelegten Kinderspielpl\u00e4tze zwischen den vierst\u00f6ckigen Wohnriegeln. Die Stra\u00dfen sind \u00fcberall aufgebrochen und die Fassaden br\u00f6ckeln an jedem Haus. Wir versuchen unser Gl\u00fcck in ein paar Hardwarestores. Zu meiner \u00dcberraschung wird dort auch Zubeh\u00f6r f\u00fcr Fahrr\u00e4der verkauft. In einem Laden gibt es sogar eine neue Schraubkassette zu kaufen, aber das erforderliche Werkzeug dazu kennt niemand. Schlie\u00dflich versuchen wir unser Gl\u00fcck bei einer Autowerkst\u00e4tte. Der Mechaniker nimmt sich, auf einem Kiesh\u00fcgel vor dem Haus sitzend, dem Hinterrad an und beginnt mit einem Schraubenzieher und einem Hammer die Kassette zu bearbeiten. Jona rutscht sichtlich das Herz in die Hose beim Anblick dieser eher brutal wirkenden Methode. Aber scheinbar wei\u00df der gute Herr ziemlich genau was er tut. Wenn man keinen Kassettenabzieher zur Hand hat, kann man auch einfach den Schraubring f\u00fcr den Freilauf aufschrauben und so die Kassette abnehmen. Hunderte kleiner Kugeln fallen einem dabei zwar entgegen, aber wenn man alle wieder aufsammelt, bekommt man die Kassette auch wieder aufs Rad. So 100%ig glaubte Jona immer noch nicht daran, dass wir das Rad wieder in Schuss bringen. Die erste Speiche die eingesetzt wurde, brach gleich beim einf\u00e4deln ab. Die Materialqualit\u00e4t l\u00e4sst wirklich zu w\u00fcnschen \u00fcbrig. Eine Speiche war noch \u00fcbrig, die wurde mit \u00e4u\u00dferster Sorgfalt vorgebogen und schlie\u00dflich erfolgreich eingef\u00e4delt. Nun nur noch s\u00e4mtliche Kugeln s\u00e4ubern und die Lager ordentlich einfetten und schon war die Kassette wieder auf dem Rad. Es kann also weitergehen. Trotzdem melden sich bei Jona und Franzi jetzt verst\u00e4rkt Zweifel, ob sie mit ihren R\u00e4dern diesen Stra\u00dfenbedingungen gewachsen sind.<br \/>\nVor uns liegen einige hohe P\u00e4sse mit \u00e4u\u00dferst schlechten Stra\u00dfen. Bis zum Song K\u00f6l See gibt es keine Asphalt mehr. Ich hoffe, dass bei den Beiden die R\u00e4der zumindest bis Bishkek noch durchhalten.<br \/>\nWir stocken unserer Essensvorr\u00e4te auf, nachdem wir jetzt auf immer weniger D\u00f6rfer sto\u00dfen werden. Bei mir nimmt die Vorratshaltung jetzt schon bedenkliche Z\u00fcge an. Mein Rad erreicht schon Rekordgewicht. In Zukunft muss ich mich bei den Eink\u00e4ufen mehr zur\u00fcckhalten und wirklich nur das n\u00f6tigste kaufen. Ich habe das Gef\u00fchl vom Essen her f\u00fcr mindestens eine Woche versorgt zu sein. Vielleicht nicht unbedingt die beste Ausgangssituation wenn man die H\u00f6henmeter betrachtet, die noch vor uns liegen. Aber egal&#8230; auch mit schwerem Gep\u00e4ck kommt man die Steigung hoch.<br \/>\nAm Ortsausgang liegt leicht erh\u00f6ht ein Friedhof. Die Gr\u00e4ber unterscheiden sich stark von allen bisher gesehenen. Es gibt sogar eine Art Kapelle am H\u00fcgel, die fast wie eine Kirche aussieht. Gerade als wir wieder losfahren wollen, gibts bei mir mal wieder einen Platten. Ein beachtlicher Nagel steckt im Hinterrad. Der Schlauch wurde auf beiden Seiten durchbohrt. Nachdem der Schlauch gewechselt war, gings endlich wieder weiter. Die Stra\u00dfenbedingungen verschlechterten sich zusehends. Die Schotterstra\u00dfe wird jetzt auf langen Passagen zur Wellblechpiste. Mit dem Rad alles andere als angenehm zu befahren&#8230; Aber zumindest gehts flach dahin.<br \/>\nNachdem jeder von uns feuchte Sachen im Gep\u00e4ck hat beschlie\u00dfen wir, etwas fr\u00fcher das Zelt aufzuschlagen, um noch ein paar Sonnenstrahlen nutzen zu k\u00f6nnen. In direkter N\u00e4he zum Fluss finden wir einen traumhaften Zeltplatz mit vielen B\u00fcschen und B\u00e4umen die umgehend mit den feuchten Sachen behangen werden. Leider f\u00fchrt der Fluss recht dunkelbraunes Wasser. Zum Waschen reicht es aber allemal.<br \/>\nAb morgen wird dann wieder geklettert. Die Landschaft wirkt vielversprechend, ich hoffe nur, dass die Stra\u00dfenbedingungen einigerma\u00dfen gut sind. Vom Wetter m\u00fcssen wir uns mal wieder \u00fcberraschen lassen. Abends ziehen gef\u00e4hrliche Gewitterwolken auf. Man sieht die ersten Blitze als wir ins Zelt schl\u00fcpfen und der Regen kommt auch schon n\u00e4her. Aber vielleicht ist morgen ja alles schon wieder anders&#8230;<\/p>\n<h2>Tag 139 &#8211; 19.Juni<\/h2>\n<p>15km hinter Kazerman &#8211; Beginn Pass nach Akkyja: 54kn; 5:08h im Sattel; 25 &#8211; 32 Grad, wechselhaft<br \/>\nCamping<\/p>\n<p>Der drohende Regen ist \u00fcber Nacht ausgeblieben und wir wurden von strahlendem Sonnenschein empfangen. Die ersten Sonnenstrahlen wurden noch genutzt, die restlichen nassen Klamotten zum Trocknen auszulegen. Nach einem kr\u00e4ftigen Fr\u00fchst\u00fcck gings dann los. Es wartete der erste Anstieg auf uns. Zuerst ging es recht moderat los, doch dann wurde die Steigung immer mehr. Bei dem losen Untergrund kann man durchaus von einer Herausforderung sprechen. Man ist stets auf der Suche nach der Ideallinie, vorbei an den Bodenwellen, den Schlagll\u00f6chern und dem losen Schotter. F\u00fcr mich endete diese Suche an einem Punkt damit, dass ich einfach vom Rad fiel. Bei der starken Steigung kommt es immer wieder vor, dass der Vorderreifen abhebt und wenn dann auch noch der Hinterreifen wegrutscht, dann ist es vorbei mit der Balance. Zum Gl\u00fcck ist aber nichts passiert.<br \/>\nFranzi kam heute Vormittag auch an ihre Grenzen. Die Tatsache, dass sie stets der Gruppe hinterherf\u00e4hrt und immer das Gef\u00fchl hat, alle aufzuhalten brachte sie fast dazu, auf ein motorisiertes Transportmittel umzusteigen. Wie auch schon die letzten Tage versuchten wir dagegen sicherzustellen, dass keiner von uns unter Zeitdruck nach Bishkek f\u00e4hrt. Enzo und ich w\u00fcrden gerne mit Franzi und Jona gemeinsam nach Bishkek radeln. So gut es ging redeten wir Franzi gut zu und so langsam bekam sie wieder etwas Zuversicht. Die Strecke die wir uns ausgesucht hatten ist sicherlich nicht die leichteste, aber daf\u00fcr landschaftlich wirklich sehr sch\u00f6n. Praktisch jeder von uns f\u00e4hrt an seiner k\u00f6rperlichen Belastungsgrenze. Der Stra\u00dfenbelag und die Steigungsverh\u00e4ltnisse verlangen einiges von uns ab.<br \/>\nKurz nach Mittag war dann der h\u00f6chste Punkt auf 2160m erreicht. P\u00fcnktlich zum &#8220;Gipfelgl\u00fcck&#8221; riss bei Jona erneut die eben erst gewechselte Speiche. Kurzzeitig war die Stimmung wieder ziemlich am Boden, aber man wird ja auf freier Strecke recht erfinderisch. Ich transportiere seit Wien eine Universalspeiche mit mir rum, die eigentlich f\u00fcr 26 Zoll R\u00e4der gemacht ist. Ich versuchte, die gerissene Speiche an der richtigen Stelle umzubiegen, um die Universalspeiche einzuh\u00e4ngen und siehe da, die Operation gelingt. Mit Kabelbindern wird die gebogene Speiche gesichert und weiter gehts. Ich hoffe mal, dass diese etwas abenteuerliche Konstruktion bis Bishkek durchh\u00e4lt, ansonsten m\u00fcssen wir uns was anderes einfallen lassen. Die Ersatzspeichen in der richtigen L\u00e4nge sind jetzt verbraucht&#8230;<br \/>\nEs geht ein paar hundert H\u00f6henmeter bergab, vorbei an einem einzelnen Dorf mit einem beeindruckenden Friedhof auf der gegen\u00fcberliegenden Stra\u00dfenseite. Interessant zu sehen, dass auch bei den Friedh\u00f6fen die Jurten eine bedeutende Rolle spielen. Einzelne Grabst\u00e4tten bestehen aus dem Ger\u00fcst der Jurte, adere sind klassisch gemauert. Wie auch schon in Uzbekistan werden die Toten auch hier mit einem Erdh\u00fcgel bedeckt, sodass der Friedhof kontinuierlich in die H\u00f6he w\u00e4chst.<br \/>\nBis wir den tiefsten Punkt der heutigen Tour erreicht haben geht es noch unz\u00e4hlige Male bergauf und bergab. Qu\u00e4lend langsam schleppt man sich die H\u00fcgel empor und muss dann bei der darauffolgenden Abfahrt h\u00f6llisch aufpassen, die richtige Spur zu finden aber schlie\u00dflich kommen wir beim lange ersehnten Bachlauf an, f\u00fcllen die Wasservorr\u00e4te erneut auf und g\u00f6nnen uns eine Katzenw\u00e4sche im Fluss. Jetzt gehts noch knapp 5km leicht bergauf und dann startet ein neuerlicher Pass. Direkt davor finden wir einen herrlichen Zeltplatz in einem ausgetrockneten Flussbett. Wir k\u00f6nnen noch kurz ein paar Sonnenstahlen genie\u00dfen und dann beginnt die \u00fcbliche Routine. Zelt aufstellen, Zelt einrichten, Essen vorbereiten, Kochen, Essen, Abwaschen&#8230; Die untergehende Sonne tauch das hinter uns liegende Bergmassiv in einen Rotton der mich nur noch staunen l\u00e4sst. F\u00fcr morgen ist jeder von uns guter Dinge. Schritt f\u00fcr Schritt n\u00e4hern wir uns unserem eigentlichen Ziel, dem Song K\u00f6l See. Vermutlich noch drei Tage, dann sollten wir dort sein.<\/p>\n<h2>Tag 140 &#8211; 20.Juni<\/h2>\n<p>Beginn Pass nach Akkyja &#8211; Stra\u00dfenkreuzung vor Aktal: 58km; 4:47h im Sattel; 18 &#8211; 32 Grad, wechselhaft<br \/>\nCamping<\/p>\n<p>Heute Fr\u00fch ging es sozusagen als Kaltstart direkt los mit dem Anstieg zum 2760m hohen Pass. Wie erwartet war die Stra\u00dfe in relativ schlechtem Zustand, aber man kam trotzdem verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gut voran. Verkehr ist hier auf dieser Stra\u00dfe praktisch nicht existent, man f\u00fchlt sich wie auf einer Privatstra\u00dfe. In der Gruppe haben sich jetzt zwei Fahrerlager herausgebildet. Franzi und Enzo bestreiten die Anstiege im selben Tempo, Jona und ich warten meist, bis die Beiden ein gutes St\u00fcck vorausgefahren sind und rollen dann von hinten wieder heran. Die Pausen stellen f\u00fcr mich immer wieder eine willkommene Gelegenheit dar, die Landschaft zu genie\u00dfen und den Blick \u00fcber die bereits gefahrene Strecke schweifen zu lassen. Man kann gut die gesamte Strecke sehen, die wir seit dem Pass gestern gefahren sind. Von hier aus sieht es nach nur 2 Stunden Fahrt aus, in Wirklichkeit ben\u00f6tigt man einen ganzen Tag daf\u00fcr. Auch wenn die Stra\u00dfe mal flach ist, kommt man nur sehr langsam voran. Wir haben uns alle schon an einen Tagesschnitt von ca. 50km gew\u00f6hnt.<br \/>\nKurz vor der Passh\u00f6he \u00fcberrascht uns noch ein sehr heftiger Graupelschauer der aber so schnell wieder weiterzieht, wie er gekommen ist. Und so erreichen wir um die Mittagszeit die Passh\u00f6he von der aus sich ein atemberaubender Blick in das unter uns liegende Tal bietet. Wir sitzen einige Minuten nur da und erfreuen uns an dem gigantischen Ausblick. Direkt auf der Passh\u00f6he hat eine Familie mit ihrer Jurte niedergelassen. Der Vater und seine zwei S\u00f6hne begutachten uns recht skeptisch. Sonderlich gespr\u00e4chig ist aber keiner von ihnen. Man hat den Eindruck, dass sie sich sehr \u00fcber den etwas fremdartig wirkenden &#8220;Besuch&#8221; wundern. In letzter Zeit ist es mir schon \u00f6fter aufgefallen, dass Leute denen wir begegnen nicht mehr recht viel reden. Oft stehen sie einfach nur da und starren uns an, nachdem sie jedem von uns die Hand gegeben haben. Ich kann mir gut vorstellen, dass es f\u00fcr die meisten kaum vorstellbar ist, warum \/ wie man auf die Idee kommt mit dem Rad hierher zu fahren, geschweige denn, dass man sich vorstellen kann von Deutschland aus mit dem Rad durch die Welt zu fahren. Es wirkt so, als ob sie in ihrer kleinen Welt aber ganz zufrieden sind. Es gibt keinen Strom, kein flie\u00dfend Wasser und manchmal nicht einmal ein Auto.<br \/>\nNach einer kurzen Rast steigen wir wieder auf die R\u00e4der und rollen in Richtung Tal. Die ersten Kurven liegen hinter uns, da \u00f6ffnet sich uns ein v\u00f6llig neuer Blick auf die tief unter uns liegende Landschaft. Ich bleibe wie angewurzelt stehen und kann kaum glauben welches Schauspiel sich uns hier bietet. Wie aus der Vogelperspektive blickt man auf eine Faltenlandschaft in allen m\u00f6glichen Farben. Weit hinten am Horizont reihen sich schneebedeckte Bergspitzen aneinander, ein breiter Fluss schl\u00e4ngelt sich durch die Ebene. Bei fast jeder Kehre er\u00f6ffnet sich ein neuer Blick auf das beeindruckende Landschaftsspiel. In engen Serpentinen schl\u00e4ngelt sich die Schotterpiste ins Tal. Akkyja, das erste Dorf ist bereits von Weitem zu erkennen. Hier wollen wir unsere Essensvorr\u00e4te aufstocken. Ganz reibungslos verl\u00e4uft der Weg dorthin leider nicht. Enzo f\u00e4hrt sich seinen zweiten platten Reifen der gesamten Tour ein. Er ist jetzt ungef\u00e4hr 13.000km unterwegs, also eigentlich ein ganz guter Schnitt. Beim Reparieren sticht aber ein ganz anderes Problem ins Auge: Seine Felge muss so rasch als m\u00f6glich getauscht werden. Eine Speiche reisst bereits aus. F\u00fcrs erste wird die Speichenspannung der Nachbarspeichen gelockert und wir hoffen alle, dass er so noch bis Bishkek kommt.<br \/>\nin Akkyja erwartet uns eine etwas befremdlich wirkende Stimmung. Es gibt nur zwei sehr kleine L\u00e4den und die Leute wissen nicht so recht, wie sie mit uns umgehen sollen. Die Kinder stehen erst einmal in einem Halbkreis um uns herum und n\u00e4hern sich Schritt f\u00fcr Schritt, um dann bei einer unerwarteten Bewegung unsererseits wieder zur\u00fcckzuschrecken. Es liegt keine angenehme Stimmung in der Luft, trotzdem bereiten wir unser versp\u00e4tetes Mittagessen hinter dem Mini-Market zu. Die Augen der Kinder und Jugendlichen verfolgen jeden Handgriff, auf Fragen reagiert aber niemand.<br \/>\nAm Ortsausgang ein gro\u00dfer Friedhof, dann kurz hinunter ins Flusstal und gleich wieder hoch&#8230; Auf der anderen Seite des Flusses befindet sich ebenfalls ein Dorf. Beide Friedh\u00f6fe liegen in Wurfdistanz gegen\u00fcber, nur das Dorf selbst wirkt etwas wohlhabender. Wir versuchen unser Gl\u00fcck noch einmal im \u00f6rtlichen Laden und finden zumindest noch ein paar Schokoriegel. Brot, Fr\u00fcchte oder Gem\u00fcse gibts hier aber nirgendwo.<br \/>\nVon nun an geht es im Flusstal eben voran. An ein rasches Fortkommen ist aber nicht zu denken. Die Stra\u00dfe l\u00e4sst nur eine Maximalgeschwindigkeit von etwa 10km\/h zu. Kurzzeitig weichen wir auf die unbefestigte Steppe aus und kommen dort sogar besser voran. Franzi f\u00e4hrt sich dabei aber einen Dorn ein und somit gehts nach der Reparatur wieder zur\u00fcck auf die R\u00fcttelpiste.<br \/>\nIch hatte ja bereits einmal das &#8220;Gl\u00fcck&#8221;, dass mir eine Befestigungsschraube des Gep\u00e4cktr\u00e4gers abgerissen ist. Dummerweise habe ich mir die festsitzende Schraube nicht ausbohren lassen, weil jetzt auch die zweite Schraube abreisst. Nun stehe ich vor einem ernsthaften Problem. Es gibt keine M\u00f6glichkeit mehr, den Gep\u00e4cktr\u00e4ger zu montieren und zum n\u00e4chsten Dorf sind es noch knapp 10km. Notd\u00fcrftig befestige ich den Gep\u00e4cktr\u00e4ger mit Kabelbindern und hoffe, dass die Konstruktion noch bis zur Stra\u00dfenkreuzung durchh\u00e4lt. Es ist schon fr\u00fcher Abend als wir an der Kreuzung ankommen. Ich beschlie\u00dfe den Versuch einer Reparatur auf morgen zu verschieben und wir stellen erst mal unsere Zelte auf.<br \/>\nMorgen muss ich zwingend jemanden mit einer Bohrmaschine auftreiben, ansonsten schaut es mit einem Fortkommen \u00fcbel aus. Zum Gl\u00fcck befinden sich in der N\u00e4he der Stra\u00dfenkreuzung drei D\u00f6rfer, es sollte also m\u00f6glich sein, einen Bohrer aufzutreiben.<\/p>\n<h2>Tag 141 &#8211; 21.Juni<\/h2>\n<p>Kreuzung bei Aktal &#8211; Beginn der Serpentinen zum Song K\u00f6l See: 41 km; 3:47h im Sattel; 10 &#8211; 26 Grad, wechselhaft \/ Regen<br \/>\nCamping<\/p>\n<p>Oberste Priorit\u00e4t war heute die Reparatur meines Gep\u00e4cktr\u00e4gers. Jona begleitete mich nach Aktal wo ich am ehesten eine Bohrmaschine vermutete. Und wir hatten auch wirklich Gl\u00fcck. Gleich der Erste, den wir ansprachen konnte uns weiterhelfen. Wir wurden zu einem Haus gef\u00fchrt in dem uns ein etwa 12 j\u00e4hriger Junge empfing. Es gab eine Bohrmaschine, verschieden gro\u00dfe Bohrer, nur mit dem Strom haperte es Anfangs noch ein wenig. Schlussendlich bekamen wir dann aber die Maschine zum laufen und ich m\u00fchte mich ab, die abgerissenen Schrauben aufzubohren. Zur Sicherheit wollte ich das Loch der noch intakten Seite ebenfalls aufbohren, da sah ich, dass auch diese Schraube bereits abgerissen war und nur noch aus Gewohnheit den Gep\u00e4cktr\u00e4ger hielt. Die Bohrer kamen schnell an ihre Grenzen und abwechselnd wurde der Junge und dann ich nerv\u00f6s. Der Junge immer dann, wenn die Bohrer zu rauchen anfingen und ich, wenn er mit einem schweren Hammer versuchte, die neue Schraube einfach mit purer Gewalt durchzuh\u00e4mmern. Abwechselnd hatte also jeder seinen Spa\u00df und nach gut einer Stunde Arbeit waren die L\u00f6cher gesetzt. Mit zwei Stunden Versp\u00e4tung konnten wir dann in Richtung Pass starten.<br \/>\nEs ging Anfangs recht gem\u00fctlich an einem kleinen Bach entlang. Das Tal, durch das wir fuhren war wie aus dem Katalog. Einzig die schwarzen Wolken, die immer n\u00e4her kamen beunruhigten ein wenig. Wir nutzten die Gelegenheit und machten noch eine ausgedehnte Mittagspause am Fluss. Endlich einmal wieder ausreichend Wasser, damit die Nudeln im Topf nicht so klebrig werden&#8230;<br \/>\nNach einigen weiteren H\u00f6henmetern gab es die erste Kampfansage der Passstra\u00dfe. 15% Steigung, Schotterstra\u00dfe und ein vollbepacktes Rad &#8211; da hilft nur noch absteigen. Es sieht so aus, als ob es ein harter Anstieg werden wird. V\u00f6llig ausser Puste genehmigen wir uns eine kurze Rast am Stra\u00dfenrand als uns der Regen einholt. Anfangs verharren wir noch unter den B\u00fcschen, doch schlie\u00dflich versuchen wir noch ein paar H\u00f6henmeter zu gewinnen. Als der Blick auf die Serpentinen frei wird, realisieren wir schnell, dass f\u00fcr heute die Passh\u00f6he nicht mehr zu erreichen ist. Es scheint, als ob sich die Stra\u00dfe eine ann\u00e4hernd senkrechte Wand emporwindet. Ein geeigneter Zeltplatz im Anstieg ist nicht wirklich auszumachen und so folgen wir noch ein paar Metern dem Fluss und finden weit abseits der Stra\u00dfe einen herrlichen Platz, direkt am Fluss mit Feuerstelle und ausreichend trockenem Holz. Zum ersten Mal gibts Lagerfeuer und das sogar noch in bildhaft sch\u00f6ner Umgebung. Die Bergh\u00e4nge erinnern jetzt schon ein wenig an die Alpen. \u00dcberall sieht man spitz aufragende Nadelb\u00e4ume, dazwischen Gras und immer \u00f6fter offenliegendes Gestein.<br \/>\nIch bin immer wieder erstaunt, wie abwechslungsreich die Landschaft hier in in Kirgistan sein kann. Binnen eines Tages sieht man so viele verschiedene Landschaftsformationen, man kommt aus dem Staunen gar nicht mehr raus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tag 137 &#8211; 17.Juni 5km vor dem Kaldama Pass &#8211; Ende der Serpentinen: 41km; 4:36h im Sattel; 7 &#8211; 18 Grad, Regen Camping Fr\u00fch am Morgen spitzte noch die Sonne hinter dem Pass hervor, doch dann zogen von S\u00fcden her pechschwarze Wolken auf. Dumpfes Donnergegroll lie\u00df nichts Gutes erahnen und schon nach kurzer Zeit regnete&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[16],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/abicyclediary.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1475"}],"collection":[{"href":"https:\/\/abicyclediary.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/abicyclediary.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/abicyclediary.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/abicyclediary.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1475"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/abicyclediary.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1475\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1480,"href":"https:\/\/abicyclediary.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1475\/revisions\/1480"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/abicyclediary.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1475"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/abicyclediary.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1475"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/abicyclediary.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1475"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}