{"id":1481,"date":"2014-06-27T13:08:52","date_gmt":"2014-06-27T12:08:52","guid":{"rendered":"http:\/\/abicyclediary.com\/?p=1481"},"modified":"2014-06-27T13:08:52","modified_gmt":"2014-06-27T12:08:52","slug":"tag-142-146-die-pannen-haufen-sich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/abicyclediary.com\/?p=1481","title":{"rendered":"Tag 142 &#8211; 146: die Pannen h\u00e4ufen sich&#8230;"},"content":{"rendered":"<h2>Tag 142 &#8211; 22.Juni<\/h2>\n<p>Beginn der Serpentinen zum Song K\u00f6l See &#8211; Song K\u00f6l See: 37 km; 3:24h im Sattel; 11-18 Grad, wechselhaft<br \/>\nCamping<\/p>\n<p>Sowohl heute Nacht, als auch am Morgen war deutlich zu sp\u00fcren, dass wir uns \u00fcber 2500m befanden. Zum Gl\u00fcck war noch etwas Glut in der Feuerstelle, sodass ich gleich noch ein kleines Feuer anfachen konnte. Gestern trieb uns noch die Sonne aus dem Zelt und heute wollte man nicht wirklich aus dem warmen Schlafsack raus. So schnell wie sich die Landschaft hier \u00e4ndert, so schnell ist man auch in unterschiedlichen Temperaturzonen.<br \/>\nHeute gehts zum Song K\u00f6l See. Nur noch knapp 800 H\u00f6henmeter sind zu bew\u00e4ltigen. Im Vorfeld hatte sich schon eine gewisse Aura um diesen Pass gebildet. Jeder, den wir bisher getroffen hatten, war der Meinung, dass der Pass besonders hart sei. Eine klare Ansage, was wirklich so hart daran sei hatten wir aber nie erhalten. Man stellt sich dann alles m\u00f6gliche vor. Extrem schlechte Stra\u00dfe, oder besonders steile Passagen&#8230; Schlussendlich stellte sich heraus, dass die Strecke erstaunlich gut zu befahren war. Moderate Steigung, verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gute Stra\u00dfe&#8230; da lagen schon einige weit schlimmere Anstiege hinter uns. Fast wie jeden Tag holte uns auch heute noch ein kurzer Regenschauer ein, aber als wir p\u00fcnktlich um 12 Uhr auf der Passh\u00f6he standen, waren die Regenwolken schon wieder verschwunden. Der See lag nur noch wenige Kilometer von uns entfernt und der Blick zur\u00fcck ins Tal aus dem wir gekommen waren, war gewaltig. Hatten uns gestern und heute noch zahlreiche B\u00e4ume begleitet, sieht man auf der Seeseite keinen einzigen Baum mehr. Der See liegt auf 3000m und ist von saftig gr\u00fcnen Wiesen umgeben.<br \/>\nAuf der Passh\u00f6he \u00fcberholt uns eine Nomadenfamilie im LKW die gerade mit ihrem gesamten Hausrat in Richtung See unterwegs ist. Der Laster ist abenteuerlich beladen und qu\u00e4lt sich beinahe mehr die Serpentinen hoch als wir&#8230;<br \/>\nEndlich am See angekommen g\u00f6nnen wir uns erst mal eine ausgedehnte Mittagspause. Verstreut sieht man \u00fcberall Jurten und in deren N\u00e4he gro\u00dfe Tierherden. Meistens sind es Pferde, aber hie und da auch Schafe oder K\u00fche. Zum Baden eignet sich der See nicht wirklich. Erstens ist es nicht sonderlich warm, zweitens wird das Seeufer von den Tieren zum Trinken verwendet und ist dementsprechend dreckig und drittens ist das Wasser &#8211; wie auf 3000m zu erwarten &#8211; empfindlich kalt. Zu meiner gro\u00dfen \u00dcberraschung gib es hier am See sogar M\u00f6wen. In den 1950er Jahren hatten die Sowjets Fische im See angesiedelt. Diese dienen nun den Nomaden als Nahrungsgrundlage. Ob die M\u00f6wen mit den Fischen gekommen sind ist mir nicht ganz klar, auf alle F\u00e4lle ein eigenartiges Bild, wenn auf 3000m H\u00f6he M\u00f6wen ihre Kreise ziehen.<br \/>\nDie vergangenen Tage haben bei uns allen Spuren hinterlassen. Nachdem jeder am See ein Nickerchen gemacht hat, m\u00fcssen wir entscheiden, in welche Richtung wir weiterradeln. Wir entscheiden uns f\u00fcr die Ostroute. Etwas tr\u00e4ge steigen wir wieder aufs Rad und radeln weiter. Die Stra\u00dfe wird wieder schlechter und so ist trotz ebener Fl\u00e4che nicht an ein rasches Vorankommen zu denken. Franzis vorderer Mantel quittiert schlie\u00dflich auch noch seinen Dienst. Die vielen Steine auf der Schotterstra\u00dfe sind f\u00fcr die billigen chinesischen M\u00e4ntel dann doch zu viel. Als wir einen kleinen Flusslauf passieren, werden die Wasservorr\u00e4te wieder aufgef\u00fcllt. Aufgrund der generellen M\u00fcdigkeit beschlie\u00dfen wir, in der N\u00e4he des Flusses vorzeitig unsere Zelte aufzustellen. Man wei\u00df nicht genau, woher diese l\u00e4hmende M\u00fcdigkeit kommt. Ist es die H\u00f6henluft, oder einfach die Anstrengung der letzten Tage? Vielleicht tr\u00e4gt auch die etwas eint\u00f6nige Ern\u00e4hrung dazu bei. Jeden Tag Nudeln, oder Suppe und Schokoriegel&#8230; In Sichtdistanz zu unserem Zeltplatz befindet sich eine Gruppe Jurten, die offenbar f\u00fcr Touristen zum \u00dcbernachten ausgelegt sind. Wir versuchen unser Gl\u00fcck und fragen nach, ob wir was zu Essen bekommen. Wir werden freundlich willkommen gehei\u00dfen und mit gebratenem Fisch und Suppe begl\u00fcckt. Auch wenn Fisch nicht f\u00fcr jeden das beliebteste Gericht ist, sind wir alle mehr als froh, einmal wieder etwas anderes zwischen die Z\u00e4hne bekommen zu haben. Es wird vielleicht sogar noch zwei Tage brauchen, bis wir das n\u00e4chste Dorf erreichen. Mit Gl\u00fcck schaffen wir es morgen. Die Essensvorr\u00e4te gehen schon langsam wieder zur Neige, von daher war es eine sehr willkommene Gelegenheit, einmal nicht aus dem eigenen Vorrat zu speisen.<br \/>\nDie untergehende Sonne taucht die uns umgebenden Berggipfel in ein traumhaftes Rot. Unter Tags hingen noch dicke Regenwolken \u00fcber dem See, jetzt klart es auf, die Wolken verschwinden und es sieht ganz danach aus, dass wir morgen vielleicht sogar einen sonnigen Tag erwarten k\u00f6nnen. Ein herrliches Gef\u00fchl, endlich am See angekommen zu sein. Der Weg hierher war beschwerlich, aber jeder Meter war die M\u00fche wert. Franzi war ja kurz davor aufzugeben und den See links liegen zu lassen. Jetzt ist sie umso gl\u00fccklicher doch noch durchgehalten zu haben und das Highlight der Strecke selbst erleben zu k\u00f6nnen. Eine sehr spezielle Stimmung liegt in der Luft. Der See strahlt eine ganz besondere Ruhe aus. Nach dem vielen Auf und Ab der letzten Tage ein traumhafter Kontrast.<br \/>\nNachdem die Sonne hinter dem Horizont verschwunden ist, sinkt die Temperatur sp\u00fcrbar ab. Eine neuerlich k\u00fchle Nacht zeichnet sich ab.<\/p>\n<h2>Tag 143 &#8211; 23.Juni<\/h2>\n<p>Song K\u00f6l See &#8211; Sari Bulak: 79km; 4:55h im Sattel; 8-25 Grad, wechselhaft<br \/>\nCamping<\/p>\n<p>Die Temperatur fiel heute Nacht deutlich unter den Gefrierpunkt. Morgens um 5:30 Uhr zeigte das Thermometer im Zelt -1Grad an. Die Wasserflaschen waren alle angefroren und die Zelte schimmerten wei\u00df als die ersten Sonnenstrahlen wieder W\u00e4rme brachten. Es dauerte nicht allzu lange, bis man wieder kurz\u00e4rmelig draussen sitzen konnten. Das Wetter hier in der Gegend ist wirklich mehr als wechselhaft. Wir hatten ja bereits mehrfach am eigenen K\u00f6rper erlebt, wie schnell es zu regnen beginnen kann. Jetzt am fr\u00fchen Morgen liegt der See spiegelglatt vor uns, keine Wolke ist am Himmel zu sehen, aber mit der Sonne kommen auch schon die ersten Wolken. Wo es heute wieder regnen wird ist wohl eher eine Gl\u00fccksfrage. Noch vor drei Wochen lag hier am See Schnee. Die Familie bei der wir gestern gegessen hatten, baute am 1.Juni am Song K\u00f6l See ihre Jurten im knietiefen Schnee auf. Vom Timing her sind wir also gerade zur besten Zeit gekommen. Nur ein paar Wochen fr\u00fcher und der Weg zum See w\u00e4re noch versperrt gewesen.<br \/>\nDie Stimmung in der Gruppe war gut, nachdem heute auch nur ein einziger Anstieg bevorstand und uns danach eine lange Abfahrt f\u00fcr die Kletterei belohnen w\u00fcrde. So richtig in Fahrt kamen wir aber nicht, weil wir immer wieder wegen Reifendefekten anhalten mussten. Franzi hat es heute ziemlich erwischt. Insgesamt drei Reifenpannen. Es wird Zeit, dass sie in Bishkek bessere M\u00e4ntel aufzieht.<br \/>\nBevor wir die letzten H\u00f6henmeter in Angriff nehmen g\u00f6nnen wir uns noch einen Schluck Tee mit Stutenmilch in einer der Jurten. Mit ein paar L\u00f6ffeln Zucker ist das eigentlich ein recht leckeres Getr\u00e4nk. Zum Tee gabs Brot, welches wir schon seit Tagen vermissen. Nachdem der letzte Kr\u00fcmel verdr\u00fcckt war, brechen wir wieder auf und lassen den See hinter uns. Wir passieren eine Herde Yaks, die einen ziemlich beeindruckenden Eindruck hinterlassen. Im Gegensatz zu den Kuhherden fl\u00f6\u00dfen einem die Yaks aufgrund ihrer K\u00f6rpermasse durchaus Respekt ein. Vielleicht liegt es aber auch an den Ger\u00e4uschen, die sie von sich geben. Wenn man die K\u00f6rpermasse eines Yaks in Betracht zieht, kann vermutlich eine Familie ein ganzes Jahr davon essen.<br \/>\nDie letzten Meter bis zur Passh\u00f6he auf 2450m verlangen noch etwas Durchhalteverm\u00f6gen. Es geht steil hinauf, aber der Gedanke an die Abfahrt sorgt f\u00fcr die notwendige Energie. Endlich &#8211; der Blick hinab ins n\u00e4chste Tal ist frei. Unter uns windet sich die Schotterpiste hinab und man kann auch schon den Flusslauf erkennen, dem wir dann noch f\u00fcr 25km folgen werden. Es ist kalt in der H\u00f6he und von Westen zieht schon wieder einmal ein Gewitter auf. Die Abfahrt gestaltet sich als recht anspruchsvoll. Immer wieder muss man das voll beladene Rad um gro\u00dfe Steinbrocken in der &#8220;Stra\u00dfe&#8221; man\u00f6vrieren. Die Bremsen laufen wieder einmal hei\u00df, aber es ist eine Freude, das Rad seit Langem wieder einmal laufen lassen zu k\u00f6nnen. P\u00fcnktlich als der Regen einsetzt hat Franzi ihre dritte Reifenpanne. Die Berggipfel werden binnen Minuten in einen wei\u00dfen Mantel geh\u00fcllt. \u00dcber 3000m schneit es offenbar. Zum Gl\u00fcck sind wir noch rechtzeitig aufgebrochen.<br \/>\nDie Energieversorgung l\u00e4sst bei jedem von uns schon zu w\u00fcnschen \u00fcbrig. Ein Hei\u00dfhunger nach Schokoriegeln und Softdrinks treibt uns voran. Das erste Dorf seit Tagen liegt noch knapp 20km vor uns aber zum Gl\u00fcck geht es bergab. Der Gedanke an einen kleinen Shop l\u00e4sst einem sogar die Wellblechpassagen ohne Murren passieren. In Keng Suu angekommen st\u00fcrmen wir dann auch gleich den Erstbesten Laden und kaufen s\u00e4mtliche Snickers auf. Ausgestattet mit Schokoladenriegeln, Keksen und Softdrinks lassen wir und auch gleich direkt im Laden nieder und f\u00fcllen erst einmal die Reserven auf.<br \/>\nEnzo tr\u00e4umt schon seit Stunden von einem Guesthouse mit warmer Dusche, Jona schw\u00e4rmt von frischen Eiern, Franzi w\u00fcnscht sich Obst und frisches Gem\u00fcse, ich sehne mich nach Brot&#8230; Die letzten Tage waren durchaus ein wenig entbehrungsreich, jetzt ist die Hauptstra\u00dfe nicht mehr weit und wir hoffen alle darauf, dass zumindest ein paar unserer W\u00fcnsche erf\u00fcllt werden k\u00f6nnen. Zuvor gilt es aber noch einen letzten H\u00fcgel zu \u00fcberqueren. Wieder einmal 7 &#8211; 11% Steigung, ein wenig demotivierend nach der langen Abfahrt. Der Regen hat die Stra\u00dfe ziemlich aufgeweicht, sodass die Reifen fast am Untergrund kleben bleiben. Aber schlussendlich ist auch das geschafft und es geht wieder bergab. Nur 500m bevor wir den lange ersehnten Asphalt erreichen, rei\u00dft bei Jona schon wieder eine Speiche. Diesmal hat es meine Notspeiche erwischt. Ich bin froh, dass sie zumindest bis hier durchgehalten hat. Trotzdem \u00e4rgerlich, dass es auf den letzten Metern noch einen Defekt geben muss. Die Freude \u00fcber Asphalt \u00fcberwiegt aber. Fast 400km Schotterpiste, loses Gestein, Wellblech und Lehmpiste liegen hinter uns. Jetzt das Rad einfach mal \u00fcber den Asphalt rollen zu lassen ist eine Wohltat.<br \/>\nIn Sari Bulak, dem ersten Dorf auf der Hauptstra\u00dfe machen wir noch einen Einkehrschwung im \u00f6rtlichen Restaurant. Es gibt Teigtaschen und leckere Suppe. Heute Abend muss nicht mehr gekocht werden&#8230; Die Benzinvorr\u00e4te sind ohnehin schon knapp und die Lust auf Pasta am Abend h\u00e4lt sich in Grenzen.<br \/>\nEs war definitiv kein einfacher Weg von Osh zum Song K\u00f6l See, aber die Fahrt dorthin hat sich auf alle F\u00e4lle ausgezahlt. Ich habe noch nie soviel sch\u00f6ne Landschaft auf so engem Raum gesehen. Mit Fotos versucht man so gut als m\u00f6glich diese Eindr\u00fccke festzuhalten, aber die Stimmung die herrscht, wenn man durch diese traumhafte Gegend radelt kann man leider nicht mit einem Foto mitnehmen. Ich glaube nicht, dass ich mit zu weit aus dem Fenster lehne, wenn ich behaupte, dass ich in den letzten Tagen durch die sch\u00f6nste Gegend meiner gesamten Reise geradelt bin. Eine derartige Vielfalt h\u00e4tte ich mir im Traum nicht vorstellen k\u00f6nnen. Ich bin gespannt, was die kommenden Tage noch zu bieten haben. Bis nach Bishkek sind es vermutlich noch drei Tage, dann gibt es eine l\u00e4ngere Pause. Das chinesische Visum muss beantragt werden, das Rad muss zwingend \u00fcberholt werden und der K\u00f6rper sehnt sich auch nach etwas Ruhe.<\/p>\n<h2>Tag 144 &#8211; 24.Juni<\/h2>\n<p>Sari Bulak &#8211; kurz hinter Balykchy: 110km; 4:45h im Sattel; 18 &#8211; 27 Grad, wechselhaft<br \/>\nCamping<\/p>\n<p>Die Zelte hatten wir dieses Mal ja direkt neben dem Fluss aufgeschlagen, demnach lag es nahe, die seit langem notwendige Grundreinigung durchzuf\u00fchren. Rad und Packtaschen wurden von Staub und Lehm der zur\u00fcckliegenden Tage befreit und dann konnte es bei strahlendem Sonnenschein auch schon losgehen. Herrlich, zur Abwechslung einmal wieder auf gutem Asphalt unterwegs zu sein. Mit konstantem Gef\u00e4lle ging es in Richtung Kochkor. Leider wurde die 35km lange Abfahrt durch eine gerissene Speiche von Jona unterbrochen. Die zur\u00fcckliegenden Tage hatten den Erfindungsreichtum bereits gesch\u00e4rft und so wurde rasch eine neue Hilfskonstruktion gebastelt. Lange h\u00e4lt Jonas Rad jetzt aber auch nicht mehr durch. Die Bremsflanken seines Vorderrades biegen sich jetzt schon nach au\u00dfen, es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Felge kollabiert. Ich hoffe nur, dass er es noch bis Bishkek schafft.<br \/>\nIn Kochkor angekommen werden erst einmal die Benzinflaschen aufgef\u00fcllt und danach begeben wir uns auf die Suche nach einem Supermarkt. Man f\u00fchlt sich wie ein Schulkind im S\u00fc\u00dfigkeitenladen&#8230; Es gibt fast alles, was wir uns erhofft hatten. Frisches Obst, eine gro\u00dfe Auswahl an Gem\u00fcse, Brot, Eier, Softdrinks, Eis, etc. Willkommen zur\u00fcck in der Zivilisation. Dank R\u00fcckenwind und leicht abfallender Stra\u00dfe kommen wir heute sehr flott voran. Der R\u00fcckenwind nimmt langsam aber sturmartige Z\u00fcge an und es kommt das, was wir die letzten Tage regelm\u00e4\u00dfig erleben durften &#8211; ein kr\u00e4ftiger Regenschauer. P\u00fcnktlich zum einsetzenden Regen hat Jona einen Platten, aber trotz der widrigen Umst\u00e4nde bekommen wir das Rad auch wieder flott. Eigentlich wollten wir direkt am See unsere Feldk\u00fcche aufbauen, der starke Wind verbannt uns aber in eine grubenartige Vertiefung, wo wir zumindest windgesch\u00fctzt kochen k\u00f6nnen. Ein Festmahl &#8211; Gem\u00fcse mit Eiern und Brot. All das, wonach man sich die letzten Tage gesehnt hatte.<br \/>\nEs ist kaum zu glauben, aber es geht immer noch begab. Bis nach Bishkek sind es noch gut 1000 H\u00f6henmeter bergab&#8230; Nach einigen Kilometern durch Steppenartige Landschaft taucht in der Ferne der Ysyk K\u00f6l See auf, der gr\u00f6\u00dfte See Kirgistans. Es wirkt, als ob man dem Meer entgegenf\u00e4hrt. Das andere Ufer des Sees ist nicht zu erkennen, zu meiner Verwunderung gibt es aber keine Landwirtschaft am Seeufer. Einzig eine gro\u00dfe Stadt, Balykchy, ist auszumachen. Man sieht Hochh\u00e4user und ist erstaunt ob der gro\u00dfen Ausdehnung der Stadt. In den vergangenen Tagen waren wir nur durch kleine D\u00f6rfer geradelt, jetzt wieder eine Stadt zu sehen ist direkt etwas befremdlich.<br \/>\nWenn man zur\u00fcckblickt sieht man noch die schneebedeckten Berggipfel von wo wir gekommen sind. Die Spitzen leuchten in strahlendem Wei\u00df, \u00fcber 3000m hat es auch heute wieder geschneit. Bevor wir Balykchy erreichen passieren wir noch einen gro\u00dfen Friedhof an der Stra\u00dfe. Die Friedh\u00f6fe sind hier wirklich imposant. Kaum eine Grabst\u00e4tte gleicht der anderen, manche Grabst\u00e4tten erinnern schon mehr an ein Haus, andere sind sehr simpel gehalten, wieder andere bestehen nur aus einem einfachen Grabstein. Auf fast allen Gr\u00e4bern sieht man aber Portraits der Verstorbenen.<br \/>\nKurz vor der Stadteinfahrt wird Jona wieder einmal vom Speichenpech heimgesucht. Diesmal erwischt es aber eine neue Speiche. Man hat das Gef\u00fchl, das Rad f\u00e4llt so langsam auseinander. In Richtung Bishkek braut sich wieder einmal ein ordentliches Gewitter zusammen. Wir radeln direkt auf eine schwarze Wand zu, die ersten Blitze zucken bereits in der Ferne. Es wird Zeit, das Zelt aufzuschlagen. Rechtzeitig vor dem ersten Regenguss stehen die Zelte und wir verkriechen uns im Trockenen. Als kr\u00f6nenden Abschluss gibt es frisches Kompott aus den Aprikosen und Pflaumen, die ich heute Mittag gekauft hatte. Nachtisch gibt es nicht oft bei der Campingk\u00fcche, aber wenn es welchen gibt, dann freut man sich umso mehr.<br \/>\nZur Sicherheit hatte ich heute die Abspannschn\u00fcre verwendet und war dann auch heilfroh darum. Der Wind zerrt am Zelt, das man das Gef\u00fchl hat, mitsamt dem Zelt weggerissen zu werden, aber die Haken halten zum Gl\u00fcck stand.<\/p>\n<h2>Tag 145 &#8211; 25.Juni<\/h2>\n<p>Kurz hinter Balykchy &#8211; 20km vor Tokmok: 88km; 3:53h im Sattel; 21 &#8211; 31 Grad, sonnig<br \/>\nCamping<\/p>\n<p>Wind und Regen hatten f\u00fcr eine etwas unruhige Nacht gesorgt daf\u00fcr schien der ganze Spuk am Morgen vor\u00fcber zu sein. Die Bergspitzen der uns umgebenden Berge waren in leuchtendes wei\u00df geh\u00fcllt. Offenbar hatte es bis auf weit unter 3000m geschneit. Wir sind also noch rechtzeitig vom Song K\u00f6l See aufgebrochen, ansonsten w\u00e4ren wir jetzt wohl durch den Schnee geradelt.<br \/>\nDer angepeilte fr\u00fche Start wurde durch eine erneute Panne verschoben. Bei Jonas Hinterrad war die gestern reparierte Speiche wieder abgerissen. Mit zwei fehlenden Speichen in Richtung Bishkek zu radeln war aussichtslos, darum beschlossen wir, die Vorderr\u00e4der von Jona und Franzi jetzt als Ersatzteilspender zu verwenden. Die Kassette wurde &#8211; wie in Kazaman bereits praktiziert &#8211; demontiert und zwei neue Speichen eingesetzt. Die Vorderr\u00e4der sollten es doch mit einer Speiche weniger bis Bishkek schaffen.<br \/>\nAls wir den zeckenverseuchten Zeltplatz verlie\u00dfen, brannte die Sonne schon wieder mit voller Kraft auf uns herab. Die k\u00fchlen Tage sind nun definitiv wieder vor\u00fcber. Die Stra\u00dfe war Anfangs noch in recht miserablem Zustand, da gro\u00dfe Abschnitte noch nicht asphaltiert waren, doch nach und nach wurde es besser. Der starke H\u00f6henschlag bei Jonas Hinterrad hatte dazu gef\u00fchrt, dass der Mantel konstant am Rahmen scheuerte und schlussendlich Mantel und Schlauch durchgescheuert waren. Zum Gl\u00fcck ging ihm direkt vor einer Raststation die Luft aus. Wir konnten uns somit in der Zwischenzeit mit Schokoriegeln, Eis und Softdrinks versorgen. Jeden Meter, den wir uns auf Bishkek zubewegen ist ein gewonnener Meter. Die R\u00e4der von Jona und Franzi haben ihre Lebensdauer nun definitiv \u00fcberschritten. Es hei\u00dft Daumen dr\u00fccken f\u00fcr die letzten 150 Kilometer.<br \/>\nSeit wir den Ysyk K\u00f6l See hinter uns gelassen haben, begegnen uns immer h\u00e4ufiger Touristenbusse. Auch am Stra\u00dfenrand \u00e4ndert sich die Infrastruktur. In regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden finden sich nun gro\u00dfe Rastst\u00e4tten mit Gesch\u00e4ften und Speiselokalen. Neben der Stra\u00dfe haben einige Nomaden ihre Jurten aufgeschlagen und verkaufen dort Milch- und K\u00e4seprodukte. Es wird wieder konsumiert!<br \/>\nDank der leicht abfallenden Stra\u00dfe kommen wir sehr gut voran und machen die Zeit, die wir an der Rastst\u00e4tte verbracht haben auch schnell wieder gut. Neben einer Obstplantage machen wir Mittag und werden beim Losfahren wieder durch einen Defekt aufgehalten. Diesmal ist der Vorderreifen von Franzi platt. Der Kleber, den sie auf dem Bazar erstanden hatten ist wirklich von sehr geringer Qualit\u00e4t, sodass Klebstellen nur mit viel Gl\u00fcck dicht bleiben. Nachdem mich Valentin in Osh mit neuem Flickzeug versorgt hat, kann ich guten Gewissens meine noch halb volle Tube weitergeben.<br \/>\nMan sp\u00fcrt, dass jetzt jeder von uns nur noch in Bishkek ankommen will. Als geschlossener Konvoi pfl\u00fcgen wir mit \u00fcber 30 Sachen durch den leichten Gegenwind. Wir pedalieren zwar auf einer vierspurigen Stra\u00dfe dahin, genie\u00dfen aber trotzdem das flotte Vorankommen. Die 100km Marke ist schon in greifbarer N\u00e4he, da taucht der erste Radreisende auf der Gegenseite auf. Rado aus Rum\u00e4nien soll heute nicht der letzte gewesen sein. Wir treffen noch auf Koen und Lama aus Beglien, die witzigerweise ebenfalls nach Wladiwostok radeln (www.hansbeke-vladivostok-hansbeke.com). Die beiden wohnen in Belgien in einer Bahnstation und wollen von Wladiwostok aus mit dem Zug direkt nach Hause fahren. Kurze Zeit sp\u00e4ter noch auf Simon und Emelie aus Canada, die gerade eben ihren Trip in Richtung S\u00fcdostasien gestartet haben. Die Zwei f\u00fchrt es jetzt in Richtung Song K\u00f6l See, sicherlich nicht der einfachste Start in das Abenteuer Fahrradreise, aber definitiv ein sch\u00f6ner. Wenige Kilometer sp\u00e4ter treffen wir noch Julien aus Paris, der uns mit Tips f\u00fcr Bishkek versorgt. Es scheint eine sehr angenehme Unterkunft zu geben, die wir nun auch ansteuern werden. Von den Erz\u00e4hlungen klingt es \u00e4hnlich wie die Situation in Dushanbe. Ich bin gespannt.<br \/>\nDie 100km Marke haben wir heute nicht mehr geknackt. Daf\u00fcr fanden wir noch einen sehr feinen Zeltplatz mit eigenem Wasserloch zum Baden. Bei Fruchtsalat und k\u00fchlem Bier kann man den Tag gem\u00fctlich ausklingen lassen. Ein Blick auf die Karte zeigt, dass wir uns direkt an der Grenze zu Kasachstan befinden. Auf der anderen Flussseite scheint schon Kasachstan zu sein. Mir kommt die Geschichte von Wolfgang wieder in den Kopf, der am ersten Abend gleich wegen Spionageverdacht verhaftet wurde, nachdem er in direkter N\u00e4he zur Grenze gezeltet hatte. Ein wenig Unsicherheit liegt in der Luft, aber wir sind guter Dinge.<br \/>\nDer letzte gemeinsame Zeltabend neigt sich dem Ende zu. Ereignisreiche Tage liegen hinter uns, unz\u00e4hlige Pannen mussten behoben werden und dem K\u00f6rper wurde oft genug seine Leistungsgrenze aufgezeigt. Trotz alledem waren es traumhafte Tage in einem Teil von Kirgistan, den man nur mit &#8220;wundersch\u00f6n&#8221; beschreiben kann. Seit Osh haben wir auf 750km knapp 9000 H\u00f6henmeter gemacht, die letzten Kilometer bis nach Bishkek geht es immer noch leicht bergab. Ich hoffe nur, dass wir alle gemeinsam dort ankommen. Jonas Seitenwand der vorderen Felge kippt jetzt schon bedrohlich weit ab. Es hei\u00dft Daumen dr\u00fccken!!!<\/p>\n<h2>Tag 146 &#8211; 26.Juni<\/h2>\n<p>15km vor Tokmok &#8211; Bishkek: 93km; 3:41h im Sattel; 25 &#8211; 36 Grad, Sonne<br \/>\nWarmshowers \/ Camping<\/p>\n<p>Unser Zeltplatz blieb von einem Besuch der Grenzpolizei verschont. Wir genossen noch einmal den herrlichen Blick auf die nun weit hinter uns liegenden Bergketten und waren guter Dinge, bis zum fr\u00fchen Nachmittag in Bishkek zu sein. Immer dann, wenn man zu zuversichtlich ist, kommt doch etwas dazwischen. Die Pannenserie bei Jona riss nicht ab. Zuerst brach wieder einmal eine Speiche am Hinterrad. Aufgrund der guten Stra\u00dfenbedingungen beschloss er ohne Ersatz weiterzufahren. Nur wenige Kilometer sp\u00e4ter gab eine weitere Speiche nach. Jetzt hie\u00df es doch Kassette ausbauen und neue Speichen einziehen. Franzis Rad wurde dazu ausgeschlachtet. Sie f\u00e4hrt jetzt mit zwei Speichen weniger im Vorderrad und einer Speiche weniger im Hinterrad. In Rekordzeit wurde die Kassette demontiert, die Speichen ersetzt und das Rad zentriert. Es konnte weitergehen. Knapp einen Kilometer sp\u00e4ter dann wieder eine Zwangspause, diesmal ein platter Reifen. An sich kein gro\u00dfes Problem, aber es gab keine Ersatzschl\u00e4uche mehr und das Loch lag so ung\u00fcnstig neben dem Ventil, dass es sich nicht so einfach flicken lie\u00df. Nachdem das Loch zu war lie\u00df sich der Reifen aber nicht mehr aufpumpen, jetzt gab es einen Defekt im Ventil. Es war zum verr\u00fcckt werden. Schlussendlich machte sich Enzo auf und suchte im wenige Kilometer zur\u00fcckliegenden Ort Tokmok nach neuen Schl\u00e4uchen. Ohne den Ersatz w\u00e4re die Reise f\u00fcr Jonas Rad hier wohl zu Ende gewesen&#8230; Aber so einfach geben wir nicht auf.<br \/>\nBis zum Schluss bleibt es spannend. Solange das Rad rollt will Jona auch gar nicht mehr stoppen. Es ist unangenehm hei\u00df geworden, die Sonne brennt uns auf die K\u00f6pfe und neben der Stra\u00dfe lockt ein Fluss zur Abk\u00fchlung, aber wir wollen nur noch heil in Bishkek ankommen. Die Strecke verl\u00e4uft direkt an der Grenze zu Kasachstan. Jenseits des Flusses sieht man die Stacheldrahtz\u00e4une und immer wieder einmal einen Wachturm.<br \/>\nBishkek kommt immer n\u00e4her, die Sonne setzt aber jedem ein wenig zu. Vor allem Franzi hat mit der Hitze ziemlich zu k\u00e4mpfen. Zu allem \u00dcberfluss gehts dann die letzten 15km noch leicht bergauf&#8230; Vom Gef\u00fchl schon lange angekommen, tats\u00e4chlich aber noch ein gutes St\u00fcck von unserer Unterkunft entfernt. Immer wieder rei\u00dft die Gruppe auseinander, doch es ist nicht mehr weit. Die Schlagl\u00f6cher in den Stra\u00dfen h\u00e4ufen sich wieder, was Jona besondere Bauchschmerzen bereitet, aber zu guter Letzt schaffen wir es ohne weitere Panne bis zum Haus von Nathan. Hier k\u00f6nnen wir im Garten unsere Zelte aufstellen. \u00c4hnlich wie Veronique in Dushanbe stellt er Haus und Garten f\u00fcr Radler zur Verf\u00fcgung. Einziger Unterschied &#8211; er verlangt daf\u00fcr einen Unkostenbeitrag von 5 Dollar. Man f\u00fchlt sich auf Anhieb wohl. Es gibt eine Waschmaschine, Dusche, Internet und eine K\u00fcche. Was will man mehr&#8230;<br \/>\nNathan selbst ist eben heute zu einem dreit\u00e4gigen Fahrradtrip aufgebrochen, wir wurden aber von Rado, den wir gestern auf der Stra\u00dfe getroffen hatten bereits angek\u00fcndigt.<br \/>\nWie knapp wir Bishkek erreicht hatten zeigte sich, als ich mich gemeinsam mit Jona auf den Weg machte, um nach neuen Laufr\u00e4dern f\u00fcr ihre R\u00e4der zu suchen. Nur 500m nachdem wir das Haus verlassen hatte, brach die Seitenwand der Felge komplett durch und die Luft war draussen. Es war wirklich eine Punktlandung. Die vielen Sto\u00dfgebete hatten ihre Wirkung nicht verfehlt. Wir waren alle gemeinsam in Bishkek angekommen. Oft genug sah es sehr d\u00fcster aus, aber mit etwas Erfindungsreichtum und gutem Zureden hat es doch noch geklappt.<br \/>\nF\u00fcr mich bedeutet Bishkek jetzt erst einmal eine l\u00e4ngere Pause. Ich hoffe, das Chinesische Visum binnen einer Woche in Empfang nehmen zu k\u00f6nnen, erst dann kann ich meine Reise wieder fortsetzen. Nathans Haus eignet sich f\u00fcrs Erste einmal perfekt dazu um ein wenig ausspannen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nDass die Strecke von Osh bis Bishkek so anstrengend sein w\u00fcrde, damit hatte ich nicht gerechnet. Dass sie aber auch so unglaublich sch\u00f6n sein w\u00fcrde, damit hatte ich ebenfalls nicht gerechnet. Ein wenig trauere ich noch der defekten Kamera hinterher, aber die meisten Eindr\u00fccke sind ohnehin im Kopf abgespeichert.<br \/>\nFast zwei Wochen waren wir jetzt zu viert unterwegs. Eine sehr sch\u00f6ne Zeit geht zu Ende, aber jetzt werden wir wohl wieder getrennte Wege gehen. Es bleibt abzuwarten, welch neue Bekanntschaften sich auf der vor mir liegenden Strecke noch ergeben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tag 142 &#8211; 22.Juni Beginn der Serpentinen zum Song K\u00f6l See &#8211; Song K\u00f6l See: 37 km; 3:24h im Sattel; 11-18 Grad, wechselhaft Camping Sowohl heute Nacht, als auch am Morgen war deutlich zu sp\u00fcren, dass wir uns \u00fcber 2500m befanden. 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