{"id":1491,"date":"2014-07-04T17:30:53","date_gmt":"2014-07-04T16:30:53","guid":{"rendered":"http:\/\/abicyclediary.com\/?p=1491"},"modified":"2014-07-04T17:30:53","modified_gmt":"2014-07-04T16:30:53","slug":"tag-151-153-die-reisegruppe-geht-wandern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/abicyclediary.com\/?p=1491","title":{"rendered":"Tag 151 &#8211; 153: Die Reisegruppe geht Wandern"},"content":{"rendered":"<h2>01. &#8211; 03.Juli<\/h2>\n<p>Bishkek &#8211; Ysykata &#8211; Bishkek: 3 Tage Wanderausflug<br \/>\nCamping<\/p>\n<p>F\u00fcr mehrt\u00e4gige Wanderausfl\u00fcge war eigentlic keiner von uns ausger\u00fcstet, aber schlussendlich braucht man nur einen gro\u00dfen Rucksack und gute Schuhe, der Rest \u00fcberschneidet sich prinzipiell mit der Fahrradausr\u00fcstung. Nathan hat zum Gl\u00fcck drei gro\u00dfe Rucks\u00e4cke die er gerne zur Verf\u00fcgung stellte und so stand dem gemeinsamen Ausflug nichts mehr im Weg. Meine Kamera ist nun auch wieder repariert, es kann losgehen. Zelt, Schlafsack, Kochgeschirr, Matratze, Regenklamotten und diverses Kleinzeug wandern neben diversen Essensvorr\u00e4ten in den Rucksack. Das Gewicht dr\u00fcckt mich erst mal ordentlich in den Boden. Kaum zu glauben, wie schwer so ein Wanderrucksack sein kann. Bei Radeln merkt man das Gewicht eigentlich kaum, lediglich bei den Anstiegen muss man etwas st\u00e4rker in die Pedale treten. Sobald die Ausr\u00fcstung aber auf den Schultern liegt, merkt man jedes Gramm.<br \/>\nAnfangs wollten wir auf 4500m klettern, schlussendlich setzte sich aber Angie durch und wir starteten in Richtung Ysykata um dort zu einem Bergsee zu wandern. Bei den momentan herrschenden Temperaturen klingt die Vorstellung eines Bergsees auch sehr verlockend.<br \/>\nAngie organisiert beim Wanderverein einen Bus, der uns in gut zwei Stunden zum Ausgangspunkt unseres Ausfluges bringt. Bei strahlendem Sonnenschein starten wir bergw\u00e4rts. Zu neunt brechen wir am fr\u00fchen Nachmittag auf. Der Rucksack macht jeden Schritt weitaus beschwerlicher als es sein sollte. Stellenweise verfluche ich mein 4kg Zelt. Immer wieder \u00fcberlege ich, wo ich noch Gewicht h\u00e4tte einsparen k\u00f6nnen, komme aber nicht wirklich weiter. Sobald erst mal ein Gro\u00dfteil des Essens weg ist, wird es wohl leichter werden.<br \/>\nAngie uns Spaska hatten sich im Vorfeld beim Wanderverein von Bishkek \u00fcber den Weg informiert. Geplant ist, dass wir am ersten Tag bis zum See aufsteigen und am Folgetag in das Nachbartal absteigen und von dort aus wieder zur\u00fcck zum Ausgangspunkt kommen. Wir wandern auf schmalen Pfaden durch herrlich duftende Bergwiesen. Landschaftlich erinnert die Gegend sehr an die europ\u00e4ischen Alpen, mit dem Unterschied, dass hier an Stelle von K\u00fchen eben auch Schafe und vor allem Pferde auf den Bergh\u00e4ngen weiden.<br \/>\nAu\u00dfer uns ist niemand unterwegs. Wandern ist hier in der Gegend aber auch nicht so sehr verbreitet. Nach einiger Zeit zeichnet sich ab, dass Dan, ein Freund von Angie, sehr mit dem Anstieg zu k\u00e4mpfen hat. Auf den letzten Kilometern nimmt ihm Jona auch noch den Rucksack ab und trotz der Erleichterung schleppt sich Dan nur mit M\u00fche bis zum See. Zu allem \u00dcberfluss zieht auch noch Regen auf und wir erreichen gerade mal 10 Minuten zu sp\u00e4t den See. Es hat schon zu regnen begonnen und wir m\u00fcssen bei immer st\u00e4rker werdendem Wind die Zelte aufstellen. Zum Gl\u00fcck l\u00f6st sich der Regen wieder auf und wir k\u00f6nnen zumindest im Trockenen das Abendessen zubereiten. F\u00fcr die geplante Sauce muss aber bereits jetzt improvisiert werden, da Guancho seine Tomaten in Bishkek vergessen hatte. Vier Tomaten f\u00fcr 9 Leute ergibt nicht unbedingt eine ausgiebige Sauce. Zum Gl\u00fcck hatte ich noch eine Dose Ravioli eingepackt, sodass wir damit die Sauce ein wenig strecken konnten. Der lange herbeigesehnte See entpuppte sich leider nur als ein etwas gr\u00f6\u00dferes Wasserloch, die Versorgung mit sauberem Wasser gestaltet sich etwas schwierig. In der N\u00e4he des Sees haben sich auch die Hirten niedergelassen, deren Pferde und K\u00fche regelm\u00e4\u00dfig zum Trinken an den See kommen. Der Wasserfilter liegt in Bishkek und so so werden einfach die gr\u00f6\u00dften Algenst\u00fccke und die sich noch bewegenden Kleintiere per Hand entfernt. Zum Gl\u00fcck hatte sich mein Magen in den letzten Wochen auf die teils bedenklichen Wasserqualit\u00e4ten eingestellt. Wir hoffen alle darauf, im Nachbartal wieder sauberes Wasser zu bekommen.<br \/>\nDan ist k\u00f6rperlich v\u00f6llig am Ende und f\u00e4llt noch vor dem Essen ins Zelt und ist f\u00fcr die n\u00e4chsten Stunden nicht mehr ansprechbar.<br \/>\nP\u00fcnktlich um 6 Uhr morgens setzt der Regen wieder ein, sodass wir den Start in den neuen Tag etwas nach hinten verschieben. Das Wetter scheint sich aber zu bessern und so starten wir alle guter Dinge ins benachbarte Tal. Wir klettern auf knapp 3000m und werden mit einem sagenhaften Ausblick in das unter uns liegende Flusstal belohnt. Es geht entlang eines kleinen Gebirgsflusses in Richtung Tal. Ein richtiger Pfad ist nicht vorhanden, wir schlagen uns vorerst einmal auf eigene Faust durch. Angeblich soll der Wanderpfad auf der gegen\u00fcberliegenden Flussseite weitergehen. Die erste Flussquerung steht an. Das Wasser ist empfindlich kalt und wir suchen lange nach einer geeigneten Stelle. Paarweise warten wir durch das eiskalte Wasser und begeben uns dann auf die Suche nach dem Wanderpfad. Nach kurzer Zeit stecken wir im dichten Wald fest. Spaska versucht weiterhin den Pfad zu finden und wir klettern immer weiter bergauf. Schlussendlich beschie\u00dfen wir, unser Gl\u00fcck in der N\u00e4he des Flusses zu versuchen, dort ist der Wald zumindest nicht so dicht und wir hoffen so weiterzukommen.<br \/>\nBesonders schnell kommt man bei diesen &#8220;Wegbedingungen&#8221; nicht voran. Meter um Meter k\u00e4mpfen wir uns durch unwegsames Gel\u00e4nde. Auf eine richtige Mittagspause hatte sich keiner eingestellt, da wir eigentlich am fr\u00fchen Nachmittag wieder zur\u00fcck sein wollten. Jetzt sieht es aber so aus, als ob wir erst am sp\u00e4ten Abend an unserem Ausgangspunkt wieder ankommen werden. Zum Gl\u00fcck hatte ich zwei Packungen Nudelsuppe eingepackt und so gibt es f\u00fcr jeden noch ein wenig Suppe zur St\u00e4rkung.<br \/>\nNur wenige hundert Meter nach unserer sp\u00e4ten Pause stecken wir dann fest. Das Ufer an dem wir uns befinden geht in eine senkrechte Felswand \u00fcber und der Fluss l\u00e4sst sich nicht queren. Es gibt nicht viele Optionen. Variante eins, das Felsufer zu &#8220;\u00fcberklettern&#8221; wird von Dan kategorisch abgelehnt. Zu steil und zu lange der Umweg. Variante zwei, eine Behelfsbr\u00fccke \u00fcber den Fluss wird schon nach dem ersten Versuch weggesp\u00fclt, also bleibt nur noch Variante drei, Umkehren. In der Gruppe gibt es gro\u00dfe Differenzen bez\u00fcglich der weiteren Route. Angie will kein Risiko mehr eingehen und demnach den ganzen Weg zur\u00fcckgehen, ich sehe diese Variante recht kritisch, weil das einen ganzen Tag mehr in Anspruch nimmt und die Essensvorr\u00e4te bereits jetzt schon aufgebraucht sind. Ich schlage demnach vor, bei einer etwas oberhalb liegenden Stelle den Fluss zu queren und den Weg auf dem gegen\u00fcberliegenden Flussufer fortzusetzen. Wir stimmen ab und gehen dann aber entgegen dem Ergebnis der Abstimmung zur\u00fcck.<br \/>\nDie Situation ist nicht sehr leicht. Dan ist k\u00f6rperlich nicht mehr zu viel in der Lage und Arien muss zwingend am n\u00e4chsten Morgen in Bishkek sein, weil er einen Termin bei der Botschaft hat. Er hat vor einigen Tagen seinen Pass verloren und hat nun nach langem Hin und Her endlich einen Termin bekommen, um ein Ersatzdokument zu bekommen. Ihm wurde bei der Terminvergabe schon verst\u00e4ndlich gemacht, dass er p\u00fcnktlich kommen muss. Der Rest der Gruppe hat grunds\u00e4tzlich Zeit, einzig die Essensversorgung ist etwas problematisch.<br \/>\nZ\u00e4hneknirschend beuge ich mich der getroffenen Entscheidung und wir stapfen den eben erst m\u00fchsam beschrittenen Weg wieder zur\u00fcck. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreichen wir dann den Fu\u00dfpunkt des kleinen Passes, der ins benachbarte Tal zur\u00fcckf\u00fchrt. Arien setzt die Tour trotz sp\u00e4ter Stunde fort, da er unbedingt p\u00fcnktlich in Bishkek sein will. Die bevorstehende Flussquerung zur\u00fcck vertagen wir auf den folgenden Tag.<br \/>\nAuf dem Weg werden fleissig die \u00fcberall wachsenden Zwiebelgr\u00e4ser gesammelt, die dann mit Knoblauch, einer Gurke und einer Zwiebel zu einer mehr oder weniger schmackhaften Suppe verarbeitet werden. Immerhin hatte ich noch eine Dose Gew\u00fcrze einstecken, sodass das Abendessen dann doch schmackhafter war, als zuerst gedacht. Und es gab sogar noch Kekse zum Nachtisch&#8230;<br \/>\nIn der Fr\u00fch kann ich noch M\u00fcsli, Milchpulver und Trockenfr\u00fcchte aus meinem Rucksack zaubern und jeder in der Gruppe freut sich \u00fcber ein paar L\u00f6ffel warmen M\u00fcslis. \u00dcber Nacht hatte es wieder gefroren und die Sonne erreichte die Zelte erst sehr sp\u00e4t. Wir wollten nich zu lange mit dem Aufbruch warten und so packten wir die Zelte na\u00df wie sie waren wieder ein.<br \/>\nOft \u00e4rgert man sich beim Wandern \u00fcber zu viel Essen im Rucksack, aber diesmal hatte ich alle meine Reservevorr\u00e4te aufgebraucht. Zum ersten Mal war ich richtig froh, zu viel eingepackt zu haben.<br \/>\nStrahlender Sonnenschein machte uns daf\u00fcr dann den Abstieg leicht. Vorbei an den hier grasenden Pferden zur\u00fcck in w\u00e4rmere Gefilde. Mit jedem Meter den wir bergab wanderten, wurde es sp\u00fcrbar w\u00e4rmer. Mit jedem Meter den wir bergab wanderten schmerzten die Beine aber auch immer mehr. Im Grunde waren die meisten von uns k\u00f6rperlich relativ fit, es klagte aber jeder auf dem Weg in Richtung Tal. Die gem\u00fctliche Zweitagestour hatte sich unerwartet in eine kr\u00e4ftezehrende Dreitagestour verwandelt. Jeder von uns sehnte nur noch den Ausgangspunkt der Tour herbei.<br \/>\nDie Netzabdeckung in den Bergen ist sehr schwach, demnach konnten Angie den Wanderverein erst anrufen, als wir schon wieder im Tal waren. An sich h\u00e4tte der Bus in gut zwei Stunden hier sein m\u00fcssen, aus nicht n\u00e4her bekannten Gr\u00fcnden warteten wir dann aber knapp vier Stunden auf den Bus der uns dann in abenteuerlicher Geschwindigkeit zur\u00fcck nach Bishkek brachte. Die Oberschenkel und Waden brannten, jeder Schritt eine \u00dcberwindung.<br \/>\nZur\u00fcck bei Nathan im Garten gabs erst mal ein k\u00fchles Bier. Beine hochlegen klappte nur im \u00fcbertragenen Sinn, weil man die F\u00fc\u00dfe gar nicht mehr so hoch brachte&#8230; Franzi und Angie hatten irgendwie noch soviel Energie, dass sie den Rest der Gruppe noch mit sauren Pfannkuchen begl\u00fcckten.<br \/>\nAnfangs hatte ich geplant, bereits am Freitag Mittag wieder aufzubrechen. Nun werde ich meine Pl\u00e4ne aber \u00e4ndern und noch mindestens einen Erholungstag in Bishkek einlegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>01. &#8211; 03.Juli Bishkek &#8211; Ysykata &#8211; Bishkek: 3 Tage Wanderausflug Camping F\u00fcr mehrt\u00e4gige Wanderausfl\u00fcge war eigentlic keiner von uns ausger\u00fcstet, aber schlussendlich braucht man nur einen gro\u00dfen Rucksack und gute Schuhe, der Rest \u00fcberschneidet sich prinzipiell mit der Fahrradausr\u00fcstung. 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