{"id":1583,"date":"2014-07-16T06:38:21","date_gmt":"2014-07-16T05:38:21","guid":{"rendered":"http:\/\/abicyclediary.com\/?p=1583"},"modified":"2014-07-16T06:38:21","modified_gmt":"2014-07-16T05:38:21","slug":"tag-164-165-gletschereis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/abicyclediary.com\/?p=1583","title":{"rendered":"Tag 164 \/ 165: Gletschereis"},"content":{"rendered":"<h2>Tag 164 \/ 165 &#8211; 14.\/15.Juli<\/h2>\n<p>Almaty: 2 Ruhetage &#8211; Zwischenstand: 11.708km; 604:46h im Sattel<br \/>\nWarmshowers<\/p>\n<p>Viel auszuruhen gab es nach der gestrigen Ankunft nicht. Wir starteten zeitig in den Tag und packten das notwendige Wanderequipment zusammen. Diesmal war definitiv nur eine Tagestour angepeilt, demnach war der Rucksack auch um einige Kilo leichter, als bei der letzten Wanderung. Mit dem Bus ging es hinaus aus der Stadt, immer Richtung S\u00fcden, den Bergen entgegen. Etwa 15km ausserhalb der Stadt thront ein gewaltiges Eisstadium \u00fcber Almaty. Das Medeu Ice Stadium geh\u00f6rt wohl zu den am h\u00f6chsten gelegenen Eislaufstadien. Bei 1700m ging dann der Fu\u00dfmarsch los. Um ein wenig Zeit zu sparen versuchten wir aber eine Mitfahrgelegenheit bis zum Chimbalak Ski Ressort zu erhaschen. Nachdem wir den gewaltigen Damm \u00fcberschritten hatten, der Almaty vor Schlammlawinen sch\u00fctzen soll, wurden wir dann auch mitgenommen. Lange dauerte die Fahrt aber nicht, weil der VW Golf die Steigung zur Talstation nicht packte. Mit qualmenden Reifen blieb der Wagen liegen und wir versuchten unser Gl\u00fcck weiter. Es dauerte nicht lange und wir sa\u00dfen in einem Lada 4&#215;4 und tuckelten in Richtung Talstation. Von hier aus nahmen wir dann den Gipfelanstieg in Angriff. Geplant war, den Mt. Komsomul zu besteigen. Dazu h\u00e4tten wir bis auf 4375m aufsteigen m\u00fcssen. Schlussendlich war bei 3700m dann Schluss. Tasman machte die H\u00f6henluft ziemlich zu schaffen und ich war auch nicht b\u00f6se, weil der Anstieg noch einiges an Zeit und Kraft verschlungen h\u00e4tte. Wir vergn\u00fcgten uns dann einfach noch ein wenig am Gletscher und machten ein paar Videoaufnahmen in einer der Gletscherspalten (https:\/\/vimeo.com\/100786154).<br \/>\nDer Aufstieg war bis dorthin anstrengend genug gewesen. Es ging lange Strecken \u00fcber grobes Gestein bevor man auf die Gletscherzunge stie\u00df. Mit Steigeisen und Pickel konnte man sich dann auch beim R\u00fcckweg sehr sicher auf dem Gletscher bewegen.<br \/>\nF\u00fcr mich schwer zu glauben, aber vor zwei Wochen wurde hier ein Berglauf bis auf den Gipfel auf \u00fcber 4000m abgehalten. Mit Turnschuhen \u00fcber die Ger\u00f6llfelder und den Gletscher zu laufen ist sicher auch kein Spa\u00df&#8230;<br \/>\nNun ja, zum Gipfelgl\u00fcck hat es diesmal nicht gereicht, aber dazu h\u00e4tte man wohl wirklich zwei Tage einplanen m\u00fcssen. Die Szenerie war dennoch sehr faszinierend. Der Blick in Richtung Kirgistan h\u00e4tte mich aber schon interessiert. Nun ja, man kann nicht alles haben&#8230; Dank des deutlich leichterem Gep\u00e4cks waren sowohl Auf-, als auch Abstieg ohne gr\u00f6\u00dfere Schwierigkeiten zu bew\u00e4ltigen, trotzdem setzte zur\u00fcck in der Stadt eine sp\u00fcrbare M\u00fcdigkeit ein.<br \/>\nAlmaty ist wirklich sehr gut gelegen, wenn man spontan einen Ausflug in die Berge machen will. Nur ein paar Kilometer Fahrt und man ist schon auf \u00fcber 2000m und kann die weitaus k\u00fchlere Luft genie\u00dfen.<br \/>\nWieder zur\u00fcck in der Stadt lie\u00df ich mich erst einmal von der immens gro\u00dfen Auswahl an Produkten im Supermarkt beeindrucken. Hier bekommt man wirklich alles. Die Regale sind voll mit europ\u00e4ischen Produkten, daf\u00fcr haben die Preise aber auch europ\u00e4isches Niveau. Es gibt bayerisches Bier, Norddeutsche Gurken, Oliven\u00f6l aus Italien, Oliven aus Griechenland, usw.<br \/>\nDer Bruch zu Kirgistan ist schon gewaltig. Was so ein bisschen \u00d6l ausmachen kann. Kasachstan ist ohne Frage das reichste der Stan-L\u00e4nder. Allerdings ist die Schere zwischen Arm und Reich auch gewaltig gro\u00df. Hier in Almaty sieht man Autos, die man fast nicht mal in Deutschland auf der Stra\u00dfe sieht. Es gibt Nobelboutiquen, gro\u00dfe Shoppingcenter und viele europ\u00e4ische Lokale. Ausserhalb der Stadt gleicht das Bild aber sehr den bisher bereisten L\u00e4ndern. Einfache Leute, recht kleine Auswahl an Produkten in den M\u00e4rkten und kaum Anzeichen einer Konsumgesellschaft. Nun gut, Almaty war ja einmal Hauptstadt von Kasachstan und ist immer noch die gr\u00f6\u00dfte Stadt. Ich h\u00e4tte aber nicht gedacht, dass das Gef\u00e4lle zwischen Stadt und Land derart gro\u00df ist.<br \/>\nAn meinem zweiten Tag in Almaty stand dann die offizielle Registrierung an. Wenn man sich in Kasachstan l\u00e4nger als 5 Tage aufh\u00e4lt, muss man sich bei der Polizei registrieren lassen, ansonsten drohen empfindliche Geldstrafen bei der Ausreise. Ich hatte im Vorfeld schon erfahren, wie die Registrierung abl\u00e4uft und mir daher bereits eine Kopie des Passes besorgt. Das Geb\u00e4ude selbst zu finden war dann aber der schwierigste Teil. Im Internet kursierten verschiedenste Ortsangaben. Nach l\u00e4ngerer Suche fand ich dann endlich das OVIR Geb\u00e4ude und gab meine Unterlagen am Schalter 3 ab. Pass, Migrationskarte, Passkopie und Adresse der Unterkunft wanderten auf die andere Seite des Schalters und ich sollte gegen Mittag wiederkommen. Ein wenig verwundert war ich schon, weil ich \u00fcberhaupt keinerlei Beleg f\u00fcr meine abgegebenen Dokumente bekam, aber als ich dann Mittags wieder erschien durfte ich einfach aus einem Stapel Ausweise meinen wieder suchen. Zum Gl\u00fcck sticht der deutsche Reisepass ein wenig heraus, sodass die Suche nicht all zu lange dauerte. \u00dcber die Effektivit\u00e4t dieses Systems l\u00e4sst sich aber streiten. \u00dcber die Sinnhaftigkeit der Registrierung l\u00e4sst sich ebenfalls streiten. Im Grunde handelt es sich prim\u00e4r um Besch\u00e4ftigungsstrategie. Ich habe z.B. f\u00fcr die Registrierung die Adresse eines Hostels angegeben, in dem ich nie abgestiegen bin, ausserdem bin ich in ein paar Tagen ohnehin schon wieder woanders. Aber gut, Gesetz ist Gesetz&#8230;<br \/>\nNach dem zur\u00fcckliegenden Wandertag stand noch etwas Erholung auf dem Programm. Ich lie\u00df mich mit dem Rad ein wenig durch die Stadt treiben. Almaty ist auf den ersten und auch auf den zweiten Blick nicht unbedingt eine sehr sehenswerte Stadt. Auffallend ist, dass sie sehr gr\u00fcn ist. Die vielen B\u00e4ume versperren aber oft auch die Sicht und man hat streckenweise Schwierigkeiten bei der Orientierung. Man merkt, dass es eine recht junge Stadt ist. Die Stra\u00dfen sind in einem strengen Raster angelegt, ein klares Zentrum ist nicht wirklich festzustellen. Die sehr breiten Stra\u00dfen werden von den vielen Autos zur G\u00e4nze in Besitz genommen. Auch wenn der Verkehr auf den ersten Blick sehr aggressiv wirkt, wird doch im rechten Augenblick gebremst. Sogar f\u00fcr Fu\u00dfg\u00e4nger auf dem Fu\u00dfg\u00e4nger\u00fcbergang wird gebremst. Das viele Hupen muss man wohl eher als Warnsignal zur Gefahrenabwehr betrachten. Daran hatte ich mich aber schon seit Kirgistan gew\u00f6hnt.<br \/>\nAus welchem Grund auch immer zog es mich mit dem Rad immer weiter in Richtung S\u00fcden. Vielleicht weil hier im s\u00fcdlichen Stadtbereich die meiste Baut\u00e4tigkeit stattfindet. Zahlreiche Bank- und B\u00fcrogeb\u00e4ude schie\u00dfen aus dem Boden. Obwohl sich Almaty in einer seismischen Zone befindet, entstehen immer mehr Hochh\u00e4user. Der Blick in Richtung der Berge ist hier vom s\u00fcdlichen Stadtrand aber auch besonders faszinierend.<br \/>\nAbends studiere ich dann noch lange meine Stra\u00dfenkarte von China. Es steht noch ein weiter Weg vor mir. Ein wenig Sorge bereitet mir die doch recht knapp bemessene Zeit. Ich will am 15.09. nach Korea \u00fcbersetzen und am 06.10. bereits in Russland sein. Das hei\u00dft, mir stehen weniger als zwei Monate f\u00fcr die Chinadurchquerung zur Verf\u00fcgung. Die Verl\u00e4ngerung des Visums sollte auch irgendwo in der &#8220;Mitte&#8221; angesetzt werden&#8230; Der aktuell Plan sieht vor, etwa bis Lanzhou zu radeln, um dort eine Visumsverl\u00e4ngerung zu beantragen. Das sind aber auch 2600km von der Grenze. Mal schauen, ob ich meinen Wochenschnitt dementsprechend anpassen kann, um nach 3 1\/2 Wochen in Lanzhou sein zu k\u00f6nnen. Ein wenig hoffe ich ja auch gute Stra\u00dfenverh\u00e4ltnisse in China.<br \/>\nF\u00fcr die kommenden Tage steht noch einmal Radeln abseits von Asphalt bevor. Ich m\u00f6chte dem Rat von Tasman folgend das Esik Plateau befahren um dann nach etwa drei Tagen wieder auf die Hauptstra\u00dfe in Richtung chinesischer Grenze zu sto\u00dfen.<br \/>\nIn etwa einer Woche werde ich nun endlich nach China einreisen. Bis dahin versuche ich noch so viel Landschaftseindr\u00fccke von Kasachstan mitzunehmen. Warum auch immer, aber irgendwie stellt f\u00fcr mich die Einreise nach China mental eine weit gr\u00f6\u00dfere &#8220;H\u00fcrde&#8221; da, als alle bisherigen Grenzen. China per Rad &#8211; die gro\u00dfe Unbekannte&#8230; Ich bin wirklich gespannt, was mich in den kommenden Monaten erwartet. Der Karte nach zu urteilen wird es die erste H\u00e4lfte der Reise noch durch recht d\u00fcnn besiedeltes Gebiet f\u00fchren, doch dann wirds ziemlich dicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tag 164 \/ 165 &#8211; 14.\/15.Juli Almaty: 2 Ruhetage &#8211; Zwischenstand: 11.708km; 604:46h im Sattel Warmshowers Viel auszuruhen gab es nach der gestrigen Ankunft nicht. Wir starteten zeitig in den Tag und packten das notwendige Wanderequipment zusammen. 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