{"id":1809,"date":"2014-08-13T14:09:21","date_gmt":"2014-08-13T12:09:21","guid":{"rendered":"http:\/\/abicyclediary.com\/?p=1809"},"modified":"2015-01-16T18:42:01","modified_gmt":"2015-01-16T16:42:01","slug":"tag-192-194-drachen-uber-dem-gelben-fluss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/abicyclediary.com\/?p=1809","title":{"rendered":"Tag 192 &#8211; 194: Drachen \u00fcber dem Gelben Fluss"},"content":{"rendered":"<h2>Tag 192 &#8211; 11.August<\/h2>\n<p>Wuwei &#8211; kurz vor Yongdong: 171km; 7:40h im Sattel; 10 &#8211; 23 Grad, bedeckt \/ Regen<br \/>\nCamping<\/p>\n<p>Meine Hoffnung auf einen sonnigen Start in den Tag wurde leider nicht erf\u00fcllt. Es blieb \u00e4hnlich wie gestern grau in grau bei recht k\u00fchler Temperatur. Aber immerhin regnete es nicht mehr, wor\u00fcber ich mehr als erfreut war. Beim check out wollte man mir Anfangs noch irgendeine Geb\u00fchr verrechnen. Zu Beginn waren es 2x 15 YUAN, nach einiger Zeit reduzierte sich das auf 1x 15 YUAN und nachdem ich immer wieder nachfragte, wof\u00fcr diese Geb\u00fchr zu entrichten sei, blieb es schlussendlich beim gestern vereinbarten Zimmerpreis. Manchmal braucht man einfach nur die n\u00f6tige Geduld und vieles l\u00f6st sich von ganz alleine.<br \/>\nWie schon beim Letzten Mal so gab es auch heute einen kleinen Aufstand als ich durch die Mautstation radelte, aber ich strampelte einfach weiter und ignorierte die Rufe aus dem Kassenh\u00e4uschen. Nach gut 10km blieb dann ein Polizeiauto neben mir stehen und bat mich, auf die Bundesstra\u00dfe zu wechseln, weil es hier auf der Autobahn zu gef\u00e4hrlich sei. Dass realistisch betrachtet die Autobahn sogar der sicherste Ort f\u00fcr Radler ist, das war nicht wirklich zu vermitteln. Auf der Bundesstra\u00dfe herrscht mehr Verkehr und die \u00dcberholman\u00f6ver sind teilweise abenteuerlich. Nachdem ich f\u00fcr heute aber ohnehin im Laufe des Tages die Autobahn verlassen wollte, beschloss ich einfach noch gut 50km auf der Autobahn zu bleiben und dann bis Lanzhou mein Gl\u00fcck auf der Bundesstra\u00dfe zu versuchen, Es \u00fcberholten mich noch ein paar Polizeiautos, aber kein weiteres blieb stehen. Ich konnte also ungehindert bis zum Beginn der heutigen Bergetappe auf der Autobahn bleiben.<br \/>\nDarauf hatte ich mich schon richtig gefreut. Es geht wieder in die H\u00f6he. Nach Wochen im Flachen freut man sich \u00fcber ein paar H\u00f6henmeter. Landschaftlich tut sich jetzt wirklich wieder viel. Es macht richtig Spa\u00df, durch die H\u00fcgellandschaft zu radeln. Das Gute an den chinesischen Stra\u00dfen ist ja, dass die Steigungen meist sehr moderat sind und so ging es auch heute wieder recht gem\u00fctlich bis auf knapp unter 3000m hinauf. Die Autobahn wollte ich heute vermeiden, um einerseits ein bisschen was von den Bergen zu sehen und andererseits die Tunnel zu vermeiden. Ich denke, es war eine gute Entscheidung. Es herrschte nicht sonderlich viel Verkehr und dezenter R\u00fcckenwind erleichterte den Aufstieg sogar noch. Einzig der einsetzende Regen h\u00e4tte mir gestohlen bleiben k\u00f6nnen. Bei nur 10 Grad am Berg, leichtem Wind und st\u00e4rker werdendem Regen hat man dann gar nicht so viel Lust, das Gipfelgl\u00fcck zu genie\u00dfen.<br \/>\nMal wieder in die Regenklamotten geschl\u00fcpft und weiter ging&#8217;s, den Rest des Tages bergab&#8230; Nach und nach lie\u00df ich die Regenwolken hinter mir. Die Strecke f\u00fchrte durch einige recht staubige Stra\u00dfend\u00f6rfer wie sie mir schon aus dem Iran bekannt waren. Autowerkstatt reiht sich an Autowerkstatt. Dazwischen aber interessanterweise immer wieder mal ein Gem\u00fcseverk\u00e4ufer. Hier in der Gegend wird ziemlich intensiv Landwirtschaft betrieben. Kohl, Tomaten, Bohnen, Mais und Getreide sieht man am Stra\u00dfenrand. In manchen D\u00f6rfern scharen sich Gruppen von Menschen um Lagerhallen und b\u00fcndeln zum Beispiel Fr\u00fchlingszwiebel, oder stapeln Chinakohl auf Lastwagen.<br \/>\nNicht nur hier, auch bei anderen Gelegenheiten hat man den Eindruck, dass viel zu viele Leute f\u00fcr dieselbe Arbeit besch\u00e4ftigt sind. Wird zum Beispiel ein Loch in der Asphaltdecke h\u00e4ndisch gestopft, dann sieht man nicht wie vielleicht zu erwarten w\u00e4re zwei, oder drei Arbeiter. Meist sind es so um die zehn Personen die sich um Zwei scharen, die wirklich was tun. Wie die Arbeitslosenstatistik in China aussieht wei\u00df ich nicht, aber wenn ich mir so anschaue, wie viele Leute teilweise f\u00fcr ein und dieselbe Arbeit abgestellt werden, dann m\u00fcsste im Land eigentlich Vollbesch\u00e4ftigung herrschen.<br \/>\nDort wo keine Landwirtschaft betrieben wird, buddelt man ganz eifrig in der Erde \/ im Berg. Man sieht viele Stolleneing\u00e4nge entlang der Stra\u00dfe und hin und wieder auch kleinere Industrieanlagen. Was hier alles abgebaut wird, kann ich nicht wirklich erkennen, einzig ein paar Laster mit Gips sieht man recht h\u00e4ufig auf der Stra\u00dfe.<br \/>\nDank leichtem R\u00fcckenwind und konstantem Gef\u00e4lle komme ich recht gut voran. Nachdem es jetzt schon immer fr\u00fcher dunkel wird, wollte ich eigentlich schon um 18 Uhr Schluss machen, doch wie so oft war eben zu dieser Zeit partout kein geeigneter Platz zum Zelten auszumachen. Erst eine gute Stunde sp\u00e4ter fand ich schlie\u00dflich ein geeignetes Pl\u00e4tzchen. Die Hoffnung auf einen trockenen Platz f\u00fcr das<br \/>\nZelt hatte ich eh schon lange aufgegeben und so st\u00f6rte die regennasse Wiese auch nicht mehr so sehr.<br \/>\nWenn alles glatt l\u00e4uft, dann bin ich morgen schon in Lanzhou, der Provinzhauptstadt von Gansu. Mit weit \u00fcber 2 Mio Einwohnern endlich mal wieder eine etwas gr\u00f6\u00dfere Stadt. Angeblich geh\u00f6rt sie aber zu den an st\u00e4rksten verschmutzten St\u00e4dten Chinas. Ich lass mich mal \u00fcberraschen. Immerhin sehe ich jetzt zum ersten Mal den Gelben Fluss&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Tag 193 &#8211; 12.August<\/h2>\n<p>kurz vor Yongdeng &#8211; Lanzhou: 133km; 6:22h im Sattel; 16 &#8211; 27 Grad, wechselhaft<br \/>\nHotel<\/p>\n<p>So richtig viel Gl\u00fcck mit dem Wetter habe ich im Moment ja nicht. Nachts regnete es wieder einmal ganz ordentlich und in der Fr\u00fch war von Sonne weit und breit nichts zu sehen. Bei doch recht k\u00fchlen Temperaturen wurde kurz gefr\u00fchst\u00fcckt und dann seit langem wieder einmal in der langen Radelmontour gestartet. Nachdem ich Yongdeng hinter mir gelassen hatte, ging es eigentlich ohne Unterbrechung durch kleinere D\u00f6rfer. Die Strecke verl\u00e4uft in einem Flusstal an dessen Seiten die H\u00fcgel recht steil aufsteigen. S\u00e4mtliche Siedlungen konzentrieren sich also linear entlang der Stra\u00dfe. Zum ersten Mal sieht man auch gr\u00f6\u00dfere Obstplantagen, Aprikosen soweit ich von der Ferne erkennen kann. Auf der gegen\u00fcberliegenden Flussseite pr\u00e4sentieren sich die H\u00fcgel in farbenfrohen Schattierungen, die sehr stark an den Zhangye Danxia Geopark erinnern. Hier allerdings mit dem Unterschied, dass irgendeine Schwerindustrie sich vor das Panorama schiebt.<br \/>\nSo sch\u00f6n die Landschaft auch ist, der Gesamteindruck ist stets getr\u00fcbt von dem ganzen M\u00fcll der in der Gegend rumliegt. In den meisten D\u00f6rfern sind nur die Hauptstra\u00dfen befestigt, der Rest ist Schotterstra\u00dfe, demnach ist alles mit einer recht dicken Staubschicht \u00fcberzogen. Dazu kommt, dass man hier nicht sonderlich viel Wert auf Sauberkeit legt. Alles, was nicht mehr gebraucht wird, wird einfach am Stra\u00dfenrand abgelegt. Wenn die M\u00fcllberge dann zu gro\u00df werden, z\u00fcndet man das Ganze einfach an. Gerade einmal der direkte Eingangsbereich vor den H\u00e4usern wird noch gekehrt, danach endet das Interesse. Niemanden st\u00f6rt es, wenn nur ein paar Schritte entfernt von der Eingangst\u00fcre die kleinen Kinder in aller Seelenruhe ihr gro\u00dfes Gesch\u00e4ft erledigen. Essensabf\u00e4lle und sonstiger M\u00fcll landen einfach im Stra\u00dfengraben.<br \/>\nWirklich schade, weil die Umgebung eigentlich recht sch\u00f6n ist. Das Einzige, was ein wenig mehr Aufmerksamkeit bekommt ist das eigene Auto. Immer wieder sieht man private Autowaschpl\u00e4tze, die auch meist recht gut besucht sind. Es wird ein Schlauch und ein befestigter Platz angeboten und schon l\u00e4uft das Gesch\u00e4ft. F\u00fcr mich irgendwie schwer zu verstehen, dass man mehr Wert auf das Auto, als auf den eigenen Vorbereich des Hauses legt.<br \/>\nMittags kommt dann zum ersten Mal die Sonne wieder raus, die Temperaturen steigen drastisch und ich kann endlich mein Zelt zum Trocknen aufstellen. Immer wieder kommen ein paar Leute vorbei und be\u00e4ugen mich neugierig von der Ferne, auf mein Gr\u00fc\u00dfen reagiert aber niemand. Es ist grunds\u00e4tzlich ein eigenartiges Gef\u00fchl, wenn man so durch die Gegend radelt, einem die Leute wie einen Ausserirdischen anstarren und dann auf Gr\u00fc\u00dfen, oder Winken keinerlei Reaktion zeigen. Ist China ein Land, in dem es un\u00fcblich ist zu gr\u00fc\u00dfen? Ich wei\u00df es noch nicht, aber ich denke mal, dass ich es bis zu meiner Ausreise schon noch erfahren werde.<br \/>\nBereits 30km bevor ich das Stadtzentrum von Lanzhou erreiche, geht es \u00fcber den Gelben Fluss, der eigentlich eher rot ist. Die Einfahrtsstra\u00dfe in die Stadt ist in unvorstellbar schlechtem Zustand. Durch den Staub, den die LKWs aufwirbeln sieht man stellenweise nur noch ein paar Meter weit, doch irgendwann hat man das dann auch hinter sich. Im Vorfeld hatte ich mir schon ein paar Adressen f\u00fcr m\u00f6gliche Unterk\u00fcnfte herausgesucht, doch scheinbar hatte ich damit nicht wirklich Gl\u00fcck. Bei Adresse 1 war seit kurzem eine W\u00e4scherei, Adresse 2 gab es gar nicht mehr, weil ein ganzer H\u00e4userblock abgerissen wurde, bei Adresse 3 gab es nur eine Zweigstelle des Finanzamtes und Adresse 4 steht dasselbe Schicksal wie Adresse 2 bevor. Nun gut, Hotels gibt es ja genug in Lanzhou. Bereits um kurz nach 15 Uhr war ich schon in der Stadt, doch es dauerte noch bis kurz nach 18 Uhr, bis ich endlich ein Hotel gefunden hatte, das mich auch aufnehmen wollte. Eine Unterkunft zu finden war wirklich noch nie so schwierig wie hier in China. Stellenweise hat man das Gef\u00fchl, einfach nicht gewollt zu sein. Ich muss mir schon fast M\u00fche geben, weiterhin freundlich zu bleiben, denn so mit der Zeit w\u00e4chst die Frustration. Manchmal steht man an der Rezeption und wird einfach wie Luft behandelt. Obwohl vier Angestellte arbeiten will keiner auch nur Hallo sagen. Bis zu diesem Zeitpunkt ist aber noch nicht einmal klar, dass ich kein Chinesisch spreche. Ich wei\u00df nicht, aber gerade in einem Hotel w\u00fcrde ich mir mehr Gastfreundschaft erwarten, immerhin ist es ja deren Beruf&#8230;<br \/>\nIch muss leider feststellen, China ist kein einfaches Land f\u00fcr Individualtouristen abseits der Touristenpfade ohne Sprachkenntnisse. Immer wieder versuche ich ein paar meiner chinesischen Vokabeln anzubringen, aber dabei werde ich stets nur mit gro\u00dfen Augen angeblickt und das war es dann. Von dem Versuch einer Reaktion ist man noch weit entfernt.<\/p>\n<h2>Tag 194 &#8211; 13.August<\/h2>\n<p>Lanzhou: 1 Ruhetag; Zwischenstand: 14.646km; 750:13h im Sattel; 20 &#8211; 26 Grad, Sonne<br \/>\nHotel<\/p>\n<p>Hat man sein Nest erst einmal bezogen, sind die Sorgen und der \u00c4rger gleich verflogen. Bei strahlendem Sonnenschein ging es heute Morgen gleich mal mit dem Rad in Richtung Stadtzentrum. Nach langer Recherche im Internet hatte ich nun endlich den Ort gefunden, wo ich einen neue Kamera finden k\u00f6nnte. \u00c4hnlich wie in Zentralasien, oder auch in der T\u00fcrkei oder dem Iran muss man nur mal die richtige Stra\u00dfe f\u00fcr das gew\u00fcnschte Produkt finden und dort findet man dann alles was man braucht. F\u00fcr mich hie\u00df das also den Bezirk f\u00fcr Elektro \/ Computer \/ Kamera zu finden. In mehreren Geb\u00e4uden dr\u00e4ngen sich kleinere Einzelh\u00e4ndler, die eigentlich allesamt ein \u00e4hnliches Sortiment haben. Scheinbar bezieht man gemeinsam von einem Gro\u00dfh\u00e4ndler. Ich hatte nun also endlich gefunden, wonach ich so lange gesucht hatte. Digitalkameras wohin man schaut. Etwas erstaunt war ich dar\u00fcber, dass die Preise eigentlich zu 100% denen in Europa glichen. Vielleicht muss ich mein Bild von den chinesischen Touristen mit den schweren Spiegelreflexkameras etwas adaptieren. So wie es aussieht handelt es sich dabei wohl mehr um recht leicht lesbare Statussymbole, als weniger um g\u00fcnstig erstandene Kameras. F\u00fcr manche Modelle samt Objektiv legt man auch hier zwei bis dreitausend Euro auf den Tisch.<br \/>\nIch bin nun wieder Besitzer einer funktionierenden Kamera und freue mich schon riesig darauf, endlich wieder ordentliche Fotos machen zu k\u00f6nnen. Irgendwie hat diese Basar-\u00e4hnliche Struktur der Gesch\u00e4fte durchaus einen Sinn. Man muss nur wissen, was wo zu finden ist, dann hat man auch gleich s\u00e4mtliche Vergleichsm\u00f6glichkeiten vor Ort und muss nicht durch die ganze Stadt sausen, um zwei Angebote einholen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nLanzhou hat laut Statistik etwas mehr als drei Millionen Einwohner. Nachdem sich die Stadt nur linear ausdehnen kann und noch dazu in der Mitte vom Gelben Fluss durchtrennt wird, findet die Verdichtung prim\u00e4r in der Vertikalen statt. Die wenigen zwei- bis dreigeschossigen Geb\u00e4ude werden allesamt abgerissen und durch gesichtslose Hochh\u00e4user ersetzt. Wenn man jetzt denkt, in der Stadt w\u00e4re Nachts viel los, der irrt sich. Schon wenige Stunden nach Einbruch der Dunkelheit werden auch hier die Gehsteige hochgeklappt und das sonst so dominante Hupen verstummt, bis irgendwann gar kein Ger\u00e4usch mehr zu vernehmen ist. Eine Millionenstadt, die ziemlich stark dem nat\u00fcrlichen Rhythmus des Tages unterliegt &#8211; h\u00e4tte ich in China jetzt nicht unbedingt erwartet.<br \/>\nMit dem Fahrrad eine Gro\u00dfstadt zu erkunden ist wirklich eine sehr gem\u00fctliche Angelegenheit. Man kann sich in aller Ruhe durch die Stra\u00dfen treiben lassen und kommt m\u00fchelos von A nach B. Kein Warten auf den Bus, kein suchen nach der erforderlichen Verbindung, einfach drauflosradeln und einer groben Richtung folgen. Heute genoss ich den dichten Stadtverkehr und lie\u00df mich in der N\u00e4he des Gelben Flusses ausspucken, wo ich ein wenig den Einheimischen beim Drachensteigen zusah. Hier am Ufer des Flusses hat die Stadt durchaus einen entspannenden Charakter. Vergessen ist das nervt\u00f6tenden Hupen von Bussen, PKWs und Motorr\u00e4dern. Jetzt kann man einer ewig langen Drachenschnur folgen und weit oben am Himmel einen der vielen Drachen beobachten. Den Blick von Oben wollte ich mir auch nicht entgehen lassen und entschied mich zu einer kurzen Fahrt mit der Seilbahn auf den am n\u00f6rdlichen Flussufer gelegenen H\u00fcgel. Von dort aus hat man einen wirklich traumhaften Blick \u00fcber die Stadt und kann sich f\u00fcr eine gewisse Zeit vom Trubel ausklinken. Gut zu erkennen, wie dicht die Stadt bebaut ist. Der Fluss und die im S\u00fcden gelegenen H\u00fcgel bilden eine nat\u00fcrliche Barriere. Das &#8220;Ende der Stadt&#8221; ist zumindest im S\u00fcden zum Greifen nahe. Daf\u00fcr kann man den Beginn weder im Osten, noch im Westen klar erkennen. Immerhin bin ich gestern fast 30km durch die Stadt geradelt, bis ich schlie\u00dflich im Stadtzentrum angekommen war.<br \/>\nWieder zur\u00fcck auf dem Boden der Tatsachen bin ich wieder konfrontiert mit ungl\u00e4ubigen Blicken und Getuschel \/ Gekicher wenn ich durch die Stadt marschiere. So langsam beginne ich mich aber daran zu gew\u00f6hnen. Ich merke nur, dass man mit der Zeit ein wenig abstumpft. Ich hoffe nicht, dass sich das auf die generelle Stimmung niederschl\u00e4gt.<br \/>\nInteressantes Detail am Rande&#8230; In China sind offenbar leistungsstarke Motorr\u00e4der nicht wirklich im Handel. Han hatte mir schon davon erz\u00e4hlt, dass die Maschinen mit viel Kubik in der Regel \u00fcber den Umweg Hongkong ins Land gebracht werden. Ein Motorrad ist also meistens &#8211; was die Geschwindigkeit anbelangt &#8211; den Autos unterlegen. Die Mehrzahl der Motorradfahrer ist selbstverst\u00e4ndlich ohne Helm unterwegs. Das \u00fcberrascht jetzt nicht so sehr, vielmehr \u00fcberrascht es, dass die Mehrzahl Knie- und Ellenbogensch\u00fctzer tr\u00e4gt. Ob das im Notfall wirklich hilft &#8211; ich wei\u00df es nicht.<br \/>\nIn etwas mehr als drei Wochen bin ich jetzt schon 2500km durch China geradelt. Die geplante Verl\u00e4ngerung des Visums habe ich nun auf Tianshui verschoben. Dort werde ich vermutlich in vier Tagen ankommen. So wie es aussieht gibt es auf dem Weg dorthin noch das eine oder andere zu sehen. Zumindest wird die Landschaft deutlich h\u00fcgeliger und ich gehe davon aus, dass es auch etwas abwechslungsreicher wird. Man darf also gespannt sein auf das, was noch kommt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tag 192 &#8211; 11.August Wuwei &#8211; kurz vor Yongdong: 171km; 7:40h im Sattel; 10 &#8211; 23 Grad, bedeckt \/ Regen Camping Meine Hoffnung auf einen sonnigen Start in den Tag wurde leider nicht erf\u00fcllt. Es blieb \u00e4hnlich wie gestern grau in grau bei recht k\u00fchler Temperatur. 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