{"id":1971,"date":"2014-09-03T01:15:40","date_gmt":"2014-09-02T23:15:40","guid":{"rendered":"http:\/\/abicyclediary.com\/?p=1971"},"modified":"2015-01-16T19:22:43","modified_gmt":"2015-01-16T17:22:43","slug":"tag-212-214-auf-nach-peking","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/abicyclediary.com\/?p=1971","title":{"rendered":"Tag 212- 214: Auf nach Peking"},"content":{"rendered":"<h2>Tag 212 &#8211; 31.August<\/h2>\n<p>Datong &#8211; kurz vor Yangyuan: 64km; 2:42h im Sattel; 23 &#8211; 25 Grad, Sonne<br \/>\nCamping<\/p>\n<p>Datong z\u00e4hlt nicht unbedingt zu den St\u00e4dten mit der gr\u00f6\u00dften Anziehungskraft f\u00fcr Touristen. F\u00fcr viele ist der Einzige Grund, die Stadt zu besichtigen ein Besuch der Yungang Grotten, oder des in eine senkrechte Felswand gebaute Kloster. Von Peking aus gibt es keine Schnellzugverbindung, was sicher auch einen Gro\u00dfteil der Touristen davon abh\u00e4lt, hier kurz Station zu machen. Es scheint aber so, als ob man den Tourismus stark ausbauen m\u00f6chte. Auf den ersten Blick macht Datong einen sehr ansprechenden Eindruck. \u00c4hnlich wie in Pingyao gibt es eine imposante Stadtmauer, die sich um einen Altstadtkern zieht. Teile der Altstadt wirken wie von vor 300 Jahren. Auf den zweiten Blick erkennt man aber, dass all das, was historisch wirkt in Wirklichkeit erst vor kurzem erbaut wurde. Die eigentliche Altstadt, ein Sammelsurium von bauf\u00e4lligen H\u00fctten wird Schritt f\u00fcr Schritt demoliert und durch eine Bilderbuchaltstadt ersetzt. Mit der Authentizit\u00e4t nimmt man es in China ja ohnehin nicht so genau, hier ist oft der erste Eindruck entscheidender. Ausserhalb der Stadtmauern schie\u00dfen die Hochhausbauten in die H\u00f6he. Kevin erkl\u00e4rt mir, dass der Baugrund f\u00fcr die Hochh\u00e4user anfangs dem Staat geh\u00f6rte und dieser nun Parzellen f\u00fcr teures Geld verkauft. Es stellt sich die Frage, ob auf diese Weise der Finanzhaushalt aufpoliert wird&#8230; Nat\u00fcrlich versucht jeder K\u00e4ufer den gr\u00f6\u00dften Profit aus dem Baugrund zu schlagen und so wird ohne R\u00fccksicht auf die Nebengrundst\u00fccke so viel als m\u00f6glich gebaut. Hier in Datong f\u00e4llt auf, dass besonders im Luxussegment K\u00e4ufer angesprochen werden. Schautafeln spiegeln eine Luxusgesellschaft vor, die in gro\u00dfen Apartments nach europ\u00e4ischem, oder amerikanischen Vorbild lebt und in der Freizeit in gro\u00dfen Malls bei den Designerl\u00e4den ihr Geld l\u00e4sst. Auch in Datong wird \u00e4hnlich wie in Taiyuan viel Rad gefahren. Steigt mit dem Wohlstand einer Stadt auch wieder die Zahl der Fahrradfahrer? Eigentlich paradox, aber hier w\u00fcrde es zutreffen. Nach Kevins Auskunft gibt es in der Stadt \u00fcber 20 Fahrradgesch\u00e4fte, die haupts\u00e4chlich importierte R\u00e4der verkaufen. In Kevins laden treffen sich regelm\u00e4\u00dfig Fahrradbegeisterte zu gemeinsamen Touren. Schon vier Mal wurde die Strecke nach Laasa absolviert, mehrere Male ging es ins Himalaya Gebirge und jedes Wochenende wird im Umkreis von Datong geradelt.<br \/>\nMeine Augen begannen ein wenig zu leuchten, als ich unter all den neuen Rennr\u00e4dern und Mountainbikes ein unrestauriertes Colnago Master Piu erblickte. Wie kommt ein derart edles St\u00fcck Fahrradgeschichte nach China? Offenbar befand sich der feine Stahlrenner im Besitz der nahe gelegenen Sportschule und wurde an die Sch\u00fcler f\u00fcr Trainingsfahrten verliehen. Jetzt wird es von ein paar Jugendlichen wieder mal general\u00fcberholt. Nach Monaten Abstinenz endlich einmal wieder ein wirklich sch\u00f6nes Fahrrad zu Gesicht zu bekommen macht den Tag gleich mal zu was Besonderem.<br \/>\nMittags werden wir noch gro\u00dfz\u00fcgigst von Kevins Frau bekocht. Es gibt frische Dumplings mit Tofugem\u00fc\u00dfe in Restaurantqualit\u00e4t. Das Essen in China begeistert mich immer noch. In den letzten Tagen war ein deutlicher Wandel im Essen zu sp\u00fcren. Die schwei\u00dftreibende Sch\u00e4rfe, wie sie noch im Westen des Landes \u00fcblich war, verschwindet langsam und es gibt vermehrt frisches Gem\u00fcse und Salate. Auf meine Nachfrage hin wird anscheinend hier in der Gegend auch vereinzelt Hund gegessen, obwohl dies mehr f\u00fcr den Norden typisch ist. Hier in Datong geht man mehr dazu \u00fcber, Hunde f\u00fcr teures Geld als Haustiere anzuschaffen.<br \/>\nGestern hatte ich ja in Kevins Zweitwohnung \u00fcbernachtet. Seine eigentliche Wohnung befindet sich im Neubaugebiet von Datong. Vor 15 Jahren gab es hier noch Felder und Wiesen und vereinzelt ein paar kleinere D\u00f6rfer. Kevins Familie besa\u00df drei H\u00e4user, die im Zuge des geplanten Baugebietes abgerissen werden mussten. Als Gegenleistung erhielten sie f\u00fcnf Appartementwohnungen in den neu errichteten Hochh\u00e4usern. Das traditionelle Haus mit dem gro\u00dfen schattigen Innenhof vermisst Kevin auch heute noch.<br \/>\nUm kurz nach 14 Uhr bin ich dann wieder auf der Stra\u00dfe und rolle aus der Stadt. Das Neubau-Wohngebiet endet fast schlagartig und geht direkt in eine Gewerbezone \u00fcber. Autohaus reiht sich an Autohaus, wobei auff\u00e4llt, dass vor allem Luxusmarken hier ihre Modelle pr\u00e4sentieren. In Datong hat man zum ersten Mal den Eindruck, dass hier Wert auf Architektur gelegt wird. Schon das Museum bei den Yungang Grotten war auffallend konzeptionell gestaltet und nun entdeckt man vor allem bei den Neubauten auch immer wieder Geb\u00e4ude, die sich deutlich vom umgebenden Einheitsbrei unterscheiden. Ist hier die N\u00e4he zur Hauptstadt sp\u00fcrbar, oder hat man hier in der Gegend generell mehr Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Gestalt und Form?<br \/>\nDie ersten D\u00f6rfer durch die es heute geht machen auch alle einen erstaunlich sauberen Eindruck. Die wei\u00df get\u00fcnchten Ziegelh\u00e4user mit dem hohen Dachfirst wirken sehr traditionell. Auch abseits der Stra\u00dfe sieht man nun wider vermehrt Esel auf den Feldern und Wiesen.<br \/>\nEs geht ziemlich flach dahin, rechts der Stra\u00dfe taucht nach gut einer Stunde eine steil aufragende H\u00fcgelkette auf. In der Ebene gibt es erstaunlich wenige Siedlungen. Man radelt \u00fcber viele Kilometer hinweg entlang von unbewirtschafteten Feldern und Baumplantagen, f\u00fcr mich die perfekte Gelegenheit, einmal wieder einen Zeltplatz mit Aussicht zu finden. In Mitten einer abgeernteten Aprikosenplantage findet sich ein traumhafter Platz mit bestem Blick auf die Bergkette. Nur ein paar Hirten treiben sich hier mit ihren Schafen und Ziegen rum. Ein bisschen neugierig sind sie ja dann doch, aber so wirklich ins Gespr\u00e4ch kommt man mit ihnen dann doch nicht. Sobald klar ist, dass ich kein Chinesisch spreche dreht man sich lachend zur Seite und zieht mit den Tieren weiter. F\u00fcr mich trotzdem ein Erfolgserlebnis, dass ich immerhin einem von vier erkl\u00e4ren konnte, dass ich von Deutschland aus hierher geradelt bin. Es ist immer wieder ein kleiner pers\u00f6nlicher Erfolg, wenn man sich zumindest mit einem Satz verst\u00e4ndlich machen kann&#8230;<\/p>\n<h2>Tag 213 &#8211; 01.September<\/h2>\n<p>kurz vor Yangyuan &#8211; Dapuzhen: 138km; 6:22h im Sattel; 19 &#8211; 25 Grad, bedeckt<br \/>\nCamping<\/p>\n<p>Eigentlich hatte ich mich heute Morgen beim \u00d6ffnen des Zeltes auf einen grandiosen Ausblick gefreut, doch von den Gestern noch so imposant wirkenden Bergen war heute nichts mehr zu sehen. Die Sicht betrug maximal einen Kilometer, danach verschluckte der bereits so gut bekannte Dunst jede Sicht.<br \/>\nZur\u00fcck auf der Landstra\u00dfe donnerten die LKWs wieder an mir vorbei. Soweit ich mitbekommen habe, beginnt in China heute wieder die Schule, davon war zumindest in der Gegend in der ich unterwegs war nichts zu sehen. Bisher sind mir aber auch in den wenigsten D\u00f6rfern Schulen aufgefallen. Bin gespannt, ob mir in den kommenden Tagen mal ein paar Schulkinder begegnen. Zwei Monate Sommerferien sind nun auf alle F\u00e4lle um.<br \/>\nSeit heute bin ich mal wieder in einer neuen Provinz unterwegs. Wo genau wei\u00df ich nicht, aber auf alle F\u00e4lle habe ich heute die Provinzgrenze zu Hebei \u00fcberschritten, die Peking auf drei Seiten umschlie\u00dft. Es ist nun wirklich nicht mehr weit bis zur aktuellen Hauptstadt Chinas. Ich bin mir immer noch nicht so ganz sicher, ob ich schon morgen, oder sehr gem\u00fctlich \u00fcbermorgen in der Metropole einrollen soll. Ich werde heute erst mal noch einmal dar\u00fcber schlafen.<br \/>\nDie Kohlenindustrie scheint in dieser Gegend nicht so sehr Fu\u00df gefasst zu haben. Die Stra\u00dfenr\u00e4nder sind nun nicht mehr schwarz, sondern nur noch mit dem \u00fcblichen Staub bedeckt. Trotzdem donnern immer noch viele mit Kohle beladene LKWs die Stra\u00dfe entlang.<br \/>\nMittags wird heute mal wieder Essens &#8211; Roulette gespielt. Vor dem Lokal steht ein halbes Duzend LKWs. an sich immer ein sehr gutes Zeichen f\u00fcr die zu erwartende K\u00fcche. Mit gro\u00dfen Augen werde ich begutachtet, als ich mit ru\u00dfgeschw\u00e4rztem Gesicht die Gaststube betrete, aber eine Kellnerin ist gleich zur Stelle und legt mir freundlich l\u00e4chelnd die Karte auf den Tisch. Zielsicher deute ich auf eine Zeile, die mit einem sch\u00f6nen Symbol beginnt und lehne mich erst mal zur\u00fcck. Bin gespannt, was es diesmal wird. Das Essen auf den Nachbartischen sieht zumindest sehr vielversprechend aus. Als das erste Teller aus der K\u00fcche kam war ich kurz einmal geschockt, es sah so aus, als ob ich einen Riesenteller Peperoni bestellt h\u00e4tte, doch zum Gl\u00fcck waren es frittierte Bohnen mit unsagbar vielen Peperoni. Das Beste war aber, dass es dazu noch frische Dumplings gab. Anscheinend isst man hier als Grundgericht Dumplings und bestellt dazu die gew\u00fcnschte Zuspeise. Auf Einzelg\u00e4ste ist die K\u00fcche nicht gerade vorbereitet, daher f\u00e4llt die Portion mal wieder ziemlich gro\u00df aus. Mit meiner Wahl habe ich heute auf alle F\u00e4lle voll ins Schwarze getroffen und kann nun bestens gest\u00e4rkt in Richtung S\u00fcden abbiegen. Die 109 verl\u00e4uft hier ein gutes St\u00fcck s\u00fcdw\u00e4rts, doch daf\u00fcr ist von einem Schlag auf den anderen auch der Verkehr beinahe verschwunden. Weiden s\u00e4umen den Stra\u00dfenrand und nun ab und an geht es an einem kleinen Dorf vorbei. Die Landwirtschaft setzt hier verst\u00e4rkt auf Tierhaltung, prim\u00e4r H\u00fchner und Schweine. Was mich ein wenig \u00fcberrascht ist die Tatsache, dass die Tierhaltung sich in der Regel stets in sehr kleinem Rahmen bewegt. Eigentlich h\u00e4tte ich mit riesengro\u00dfen H\u00fchnerfarmen gerechnet, doch bisher sind mir nur Familienbetriebe mit ein paar hundert Tieren begegnet. Ziemlich oft werden die H\u00fchner im Freien gehalten, von den Schweinen bekommt man bis auf das Gequieke und den Geruch nicht viel mit.<br \/>\nDie Temperatur ist heute aufgrund des bedeckten Himmels sehr angenehm, doch am sp\u00e4ten Nachmittag f\u00fchlt es sich so an, als ob es noch k\u00e4lter werden w\u00fcrde. Die Stecke f\u00fchrt zwar in Richtung Berge, aber eigentlich d\u00fcrfte es deshalb noch nicht so k\u00fchl sein. Offenbar entwickelt man nach einigen Monaten auf der Stra\u00dfe eine gewisse Feinf\u00fchligkeit das Wetter betreffend. Irgendwie habe ich es im Gesp\u00fcr, dass ein Gewitter im Anmarsch ist. So wirklich ausmachen kann man es zwar bei dem Einheitsbrei an Dunst nicht, aber ich beschie\u00dfe trotzdem m\u00f6glichst rasch einen Zeltplatz zu finden. So ganz zufrieden bin ich zwar noch nich, doch ich sp\u00fcre schon die ersten Tropfen. Jetzt muss alles recht schnell gehen, wenn ich nicht tropfnass ins Zelt kriechen will. Der letzte Zeltnagel ist in den steinigen Boden geklopft, da beginnt es auch schon wie aus K\u00fcbeln zu regnen. Mal wieder in letzter Sekunde ins Trockene gekommen. Solange es morgen wieder aufklart bin ich voll und ganz zufrieden. Bisher musste ich ohnehin praktisch jeden Tag das Zelt am Nachmittag zum Trocknen aufstellen, da macht es dann auch keinen Unterschied mehr, ob es vom Regen, oder vom Kondensat nass ist.<\/p>\n<h2>Tag 214 &#8211; 02.September<\/h2>\n<p>Dapuzhen &#8211; Peking: 176km; 8:15h im Sattel; 18 &#8211; 22 Grad, Regen<br \/>\nWarmshowers<\/p>\n<p>Das Sto\u00dfgebet, das ich gestern Abend noch abgegeben hatte, wurde offenbar leider nicht erh\u00f6rt. Es regnete die ganze Nacht durch und auch am Morgen sah es nicht wirklich nach Besserung aus. Was tun? Am liebsten h\u00e4tte ich den Tag im trockenen Zelt verbracht, doch auf der einen Seite bahnte sich der Regen bereits wieder einen Weg ins Innere und auf der anderen Seite hatte ich nicht mehr ausreichend Wasser, um einen weiteren Tag im Zelt zu bleiben. Sicherlich h\u00e4tte ich im nahegelegenen Dorf Nachschub besorgen k\u00f6nnen, aber die Vorstellung, einen ganzen Tag im immer feuchter werdenden Zelt festzusitzen war irgendwie nicht sonderlich erbaulich. Es lagen gut 160km bis Peking vor mir, sollte also mit etwas Einsatz durchaus machbar sein. Also mal wieder rein in die Regenklamotten. Insgeheim hoffte ich ja, dass es im Laufe des Tages noch aufklaren w\u00fcrde. Nachdem ich in Datong meine Regenhandschuhe verlegt hatte griff ich auf den alten Rennradlertrick zur\u00fcck und st\u00fclpte mir die Erste Hilfe Handschuhe \u00fcber, um zumindest vor dem Wind gesch\u00fctzt zu sein. Bei Regenfahrten \u00fcber mehrere Stunden ist man ohnehin innen und aussen nass, ganz egal wie man es anstellt. In der Regel schwitzt man viel mehr, als die &#8220;atmungsaktive Kleidung&#8221; abgeben kann, aber solange man sich vor dem Ausk\u00fchlen sch\u00fctzen kann, ist das schon einmal die halbe Miete. Eingepackt von Kopf bis Fu\u00df dauerte es heute nicht lange, bis ich im eigenen Saft schwamm. Na, das kann ja heiter werden &#8211; knapp acht Stunden Fahrzeit hatte ich bis Peking veranschlagt und das alles in v\u00f6llig durchn\u00e4sstem Zustand? Naja, vielleicht wird es unterwegs ja wirklich noch besser.<br \/>\nAbgesehen vom fast pausenlosen Regen war die Strecke traumhaft sch\u00f6n. Der Verkehr war praktisch g\u00e4nzlich verschwunden und die Strecke f\u00fchrte durch eine atemberaubende Berglandschaft. Dicht bewaldete H\u00e4nge wohin das Auge blickt, doch leider war die Sicht ziemlich getr\u00fcbt. \u00dcber viele Kilometer begegnete mir kein einziges Auto und ich kam auch an keinem einzigen Haus vorbei. So knapp vor Chinas Hauptstadt gibt es noch solch eine idyllische Landschaft? Kaum zu glauben, aber wahr. Es galt einige H\u00f6henmeter zu absolvieren, bevor eine scheinbar endlose Abfahrt in Richtung Peking begann.<br \/>\nZum Gl\u00fcck war die Temperatur heute trotz Regen erstaunlich angenehm. Immer wieder sah man vielversprechend helle Abschnitte im wolkenverhangenen Himmel, aber irgendwie war es mir heute nicht verg\u00f6nnt, trocken nach Peking zu kommen. Mittags sah es kurzzeitig einmal nach Besserung aus, doch der Regen holte mich wieder ein. Im Grunde hatte ich mich schon nach den ersten Stunden damit abgefunden und versuchte nur noch z\u00fcgig nach Peking zu kommen. Nach der langen Abfahrt durch die W\u00e4lder der Lingshan Berge musste ich aber immer wieder einmal eine kurze Pause einlegen, um die faszinierende Berglandschaft zu bestaunen. Ohne Regen w\u00e4re dieser Streckenabschnitt sicher noch um einiges feiner, aber auch so genoss ich das viele Gr\u00fcn und die so ungewohnte Ruhe.<br \/>\nKurz nachdem die Provinzgrenze zu Peking \u00fcberfahren war gab es die allererste Polizeikontrolle seit ich mich in China aufhalte. Anfangs wollte der Polizist noch alles m\u00f6gliche von mir wissen, doch nachdem ich immer wieder nur Deutschland, Peking und Fahrrad auf Chinesisch antwortete gab er irgendwann auf und lie\u00df mich passieren, ohne einen Blick in eine meiner Taschen geworfen zu haben.<br \/>\nDie Kilometermarke zum Stadtzentrum zeigte nur noch 40km an und immer noch war ich umgeben von nichts anderem als gr\u00fcnen H\u00fcgeln. Ich konnte es gar nicht so recht fassen, freute mich aber \u00fcber jeden Kilometer mehr, den ich noch im Gr\u00fcnen zur\u00fccklegen konnte. Die Stadteinfahrt selbst war daf\u00fcr nicht sonderlich spektakul\u00e4r, \u00e4hnelte vielmehr fast jeder beliebigen Stadt die ich bisher in China besucht hatte, mit dem einzigen Unterschied, dass die Distanzen nun etwas gr\u00f6\u00dfer wurden. Es verging doch einiges an Zeit bis ich ann\u00e4hernd im Stadtzentrum war. Die letzten Kilometer bis in die Gegend in der Victor, mein Warmshowers &#8211; Host, lebt durfte ich wieder einmal in wolkenbruchartigem Regen zur\u00fccklegen.<br \/>\nMomentan habe ich noch nicht wirklich das Gef\u00fchl, schon in Peking zu sein. Viel zu \u00e4hnlich wirkt alles zu den bisherigen St\u00e4dten, aber vom eigentlichen Stadtzentrum habe ich bisher ja auch noch nichts gesehen.<br \/>\nNach etwa mehr als acht Stunden Regenfahrt, war ich heilfroh, endlich den See aus meinen Schuhen ausleeren zu k\u00f6nnen, die tropfnassen Klamotten in die Waschmaschine zu bef\u00f6rdern und eine warme Dusche zu nehmen.<br \/>\nNach 43 Tagen in China bin ich endlich in Peking angekommen. F\u00fcr viele Radreisende ist Peking ja das Ende der langen Fahrt, f\u00fcr mich ist es nur eine Zwischenstation, wenn auch eine bedeutsame. Ich freue mich schon auf ein paarTage Sightseeing in der Stadt, hier sollte es ja doch einiges zu sehen geben, aber f\u00fcr heute habe ich erst einmal genug. Morgen ist auch noch ein Tag!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tag 212 &#8211; 31.August Datong &#8211; kurz vor Yangyuan: 64km; 2:42h im Sattel; 23 &#8211; 25 Grad, Sonne Camping Datong z\u00e4hlt nicht unbedingt zu den St\u00e4dten mit der gr\u00f6\u00dften Anziehungskraft f\u00fcr Touristen. 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