{"id":1999,"date":"2014-09-05T20:37:02","date_gmt":"2014-09-05T18:37:02","guid":{"rendered":"http:\/\/abicyclediary.com\/?p=1999"},"modified":"2015-01-16T19:23:40","modified_gmt":"2015-01-16T17:23:40","slug":"tag-215-217-das-moderne-gesicht-chinas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/abicyclediary.com\/?p=1999","title":{"rendered":"Tag 215 &#8211; 217: Das moderne Gesicht Chinas"},"content":{"rendered":"<h2>Tag 215 &#8211; 217 \/ 03. &#8211; 05.September<\/h2>\n<p>Peking &#8211; 3 Ruhetage; bisher geradelt: 16.882km; 855:12h im Sattel<br \/>\nWarmshowers<\/p>\n<p>Peking &#8211; die Hauptstadt Chinas, mit fast 20 Millionen Einwohnern &#8230; Vor f\u00fcnf Wochen habe ich dieses Land im Westen betreten und trotzt fleissigem Strampeln bin ich immer noch nicht an der Ostk\u00fcste angelangt. Gut, es ist nicht mehr weit bis an Meer, aber dennoch &#8211; ein Land, in dem man weit mehr als ein Monat ben\u00f6tigt, um es mit dem Rad zu durchqueren, da setzt man schon andere Ma\u00dfst\u00e4be an, als wenn man in Europa unterwegs ist. Gerade in den vergangenen Tagen habe ich die Ankunft in Peking sehr herbeigesehnt. Ich hatte viel dar\u00fcber spekuliert, was mich wohl erwarten w\u00fcrde. In Anbetracht der verwahrlosten Kleinst\u00e4dte hatte ich schon das Schlimmste bef\u00fcrchtet. Auf der anderen Seite war Peking 2008 Austragungsort der Olympischen Spiele und hatte sich meines Wissens nach f\u00fcr diese Anlass speziell herausgeputzt. Wieviel wird davon noch zu sp\u00fcren sein?<br \/>\nJetzt bin ich endlich angekommen und brauche erst einmal fast zwei Tage, bis ich wirklich realisiere, dass ich gerade mit dem Fahrrad in der Metropole Peking eingerollt bin. Zu sehr \u00e4hnelt die Umgebung noch den bisher schon recht vertrauten mittelgro\u00dfen St\u00e4dten Chinas. Mein Warmshowers Gastgeber &#8211; Victor &#8211; teilt sich eine kleine Zweizimmerwohnung mit zwei Mitbewohnerinnen. F\u00fcr mich eine ideale Gelegenheit, einmal Einblick in die beengten Wohnverh\u00e4ltnisse der Gro\u00dfstadtchinesen zu bekommen. Wohnraum in Peking ist nicht leicht zu finden und eigentlich \u00fcberall viel zu teuer.<\/p>\n<p>Die Strapazen der zur\u00fcckliegenden Regenfahrt sind schnell vergessen, blauer Himmel und traumhafte Temperaturen garantieren mir einen perfekten Start f\u00fcr die Erholungsphase in Peking. Obwohl Victors Wohnung nur wenige Meter von Pekings &#8220;Normal University&#8221; situiert ist (man glaubt ja gar nicht, wieviele unterschiedliche Universit\u00e4ten es in Peking gibt), wohne In der Nachbarschaft fast nur Pensionisten. In aller Ruhe kann ich auf dem Gymnastikplatz vor dem Haus mein Zelt zum Trocknen aufstellen und in der Zwischenzeit einen &#8220;Schlachtplan&#8221; f\u00fcr die kommenden Tage aufstellen. F\u00fcr das klassische Touristenprogramm bin ich irgendwie noch nicht in der Stimmung, also beschlie\u00dfe ich f\u00fcrs erste einmal mit moderner Architektur zu starten.<br \/>\nDie Olympischen Spiele liegen zwar schon ein paar Jahre zur\u00fcck, doch das Nationalstadium im Volksmund auch Birds Nest genannt, steht immer noch. Das National Aquatics Centre der Australischen Architekten PTW, auf das ich mich besonders gefreut hatte, ist leider wegen Renovierungsarbeiten geschlossen, daf\u00fcr kann man recht ungest\u00f6rt das gro\u00dfe Stadium bewundern. Meiner Meinung nach ein bisschen &#8220;over the top&#8221;, aber das ist in China ja nichts ungew\u00f6hnliches. Von Au\u00dfen wirkt der Komplex weit stimmiger, als im Inneren, doch damit hat fast jeder Planer eines Stadiums zu k\u00e4mpfen. Es m\u00fcssen unz\u00e4hlige Funktionsr\u00e4ume untergebracht werden und die lassen sich nicht immer schl\u00fcssig in die konzeptionelle Form integrieren. Ob allerdings die Planer auch f\u00fcr die Lautsprecher \/ Leuchten Kombination verantwortlich sind, ist mir noch schleierhaft. Selten trifft man auf derart unpassende H\u00e4ngeobjekte wie hier.<br \/>\nDie Sommerferien sind vorbei und der gro\u00dfe Touristenstrom nimmt langsam ab. Ich hatte mir Peking stets als v\u00f6llig \u00fcberf\u00fcllte und \u00fcberaus hektische Gro\u00dfstadt vorgestellt. Zu meinem gro\u00dfen Erstaunen pr\u00e4sentiert sich die Stadt unvorstellbar sauber und wohlorganisiert. Perfekt auf G\u00e4ste ohne Chinesischkenntnisse abgestimmt. U-Bahn fahren ist ein Kinderspiel, fast alles ist selbsterkl\u00e4rend. Die Taktung der Z\u00fcge schnell genug, sodass es praktisch nie zu gr\u00f6\u00dferen Warteschlangen kommt. Eng wird es eigentlich nur sehr selten.<br \/>\nVom ersten Moment an f\u00fchle ich mich recht wohl in der Stadt. Westliche Touristen sind hier nichts besonderes mehr und man kann v\u00f6llig unbehelligt durch die Stadt ziehen. Nach so vielen Tagen in exponierter Lage tut es auch einmal ganz gut, sich von der anonymen Masse verschlucken zu lassen.<\/p>\n<p>Gleich am ersten Tag in Peking gibt es ein \u00fcberraschendes Wiedersehen. In Samarkand (Usbekistan) hatte ich damals Min Hsieh aus Taiwan getroffen. Sie war mit dem Ras in M\u00fcnchen aufgebrochen und wollte nach Peking radeln, um von dort aus mit ihrem Freund nach Taiwan zur\u00fcckzukehren. Vor gut einer Woche ist sie hier angekommen und zieht jetzt gerade mit Kemil, der schon seit zwei Jahren in Peking arbeitet, nach Downtown, um hier noch einige Monate zu bleiben. Ein Wiedersehen nach fast vier Monaten. Die Stadtbesichtigung kann ja noch warten, es gibt vieles zu bereden. Auch Min hatte in China mit einigen Schwierigkeiten zu k\u00e4mpfen und das obwohl sie Chinesisch spricht. Taiwan hat in China keine sonderlich gute Stellung, die Chinesen betrachten Taiwan immer noch als einen Teil Chinas, die Taiwanesen bestehen auf einer Unabh\u00e4ngigkeit&#8230; Min ist sehr schlagfertigt und scheut vor keiner auch noch so heftigen Konfrontation zur\u00fcck und so kam es immer wieder mal zu ausufernden Streitigkeiten. Auch mit der oft r\u00fccksichtslos wirkenden Art vieler Chinesen hatte sie so ihre Schwierigkeiten. Wenn ich mir ihre Geschichten so anh\u00f6re bin ich direkt am \u00fcberlegen, ob es vielleicht nicht sogar besser ist, wenn man kein Chinesisch spricht \/ versteht.<br \/>\nMan hat den Eindruck, in Peking vereint sich ganz China. Zumindest beim Essen stimmt das definitiv. Hier kann man in nur wenigen Augenblicken eine kulinarische Reise durch das ganze Land machen. Vieles kommt mir bekannt vor, lokale Speisen, die ich unterwegs in den D\u00f6rfern, irgendwo auf der Stra\u00dfe oder in winzigen Lokalen genossen hatte findet man jetzt wieder in Restaurants, die auf Xinjang-K\u00fcche, oder auf Gansu-K\u00fcche, oder auf Xi\u00b4an-K\u00fcche, oder oder oder&#8230;. spezialisiert sind. Es scheint, als ob ich beim Essen einen wirklich ziemlich guten Querschnitt der K\u00fcche West- und Zentralchinas bekommen habe. Einziger Nachteil des &#8220;blind bestellen&#8221; unterwegs ist die Tatsache, dass man keine Namen f\u00fcr die Speisen hat. Wenn mich dann z.B. Victor fragt, ob ich dies, oder das schon gegessen habe, kann ich die Frage nicht beantworten, solange ich dazu kein Bild vor mir habe. Trotzdem klappt es immer noch, dass ich t\u00e4glich was neues sehe und umgehend ausprobiere.<br \/>\nAm Morgen tauchen die eigentlich illegal agierenden Stra\u00dfenk\u00fcchen auf den Gehsteigen auf und verkaufen f\u00fcr ein paar Stunden &#8211; so lange, bis die ersten Polizisten auftauchen &#8211; Snacks zum Fr\u00fchst\u00fcck. Wenn ein Offizieller gesichtet wird, schiebt man einfach kurz das Dreirad mit der r\u00fcckw\u00e4rtigen Kochstelle zwischen zwei parkende Autos und weiter geht das Gesch\u00e4ft. Stra\u00dfenlokale, in denen man Mittags traumhaft gut essen kann findet man Abends nicht mehr, weil sie eben nur Mittags arbeiten, daf\u00fcr tauchen nach Einbruch der Dunkelheit wieder unz\u00e4hlige K\u00f6che auf Dreir\u00e4dern auf, die alles m\u00f6gliche zum Essen anbieten. Schwierigkeiten, etwas zu Essen zu finden hat man hier definitiv keine.<\/p>\n<p>Es f\u00fchlt sich so an, als ob ich regelrecht ausgehungert bin nach zeitgen\u00f6ssischer Architektur. Nach Monaten in einfachen, sehr l\u00e4ndlich gepr\u00e4gten Gegenden habe ich nun ich Peking erstmalig wieder die Gelegenheit ein bisschen einen Einblick in das aktuelle Architekturgeschehen zu bekommen. Nun kommt auch endlich das Gef\u00fchl auf, wirklich in Peking zu sein. Im Internet werden ein paar Informationen \u00fcber spannende Bauten in der Stadt gesammelt und dann gehts auch schon los, wieder hinein ins dicht verzweigte U-Bahnnetz. Interessanterweise sind die wenigsten Geb\u00e4ude, die auf meiner Liste stehen von Chinesen geplant. Gro\u00dfe Namen der Architekturszene haben hier in Peking ihre Spuren hinterlassen.<br \/>\nIch begebe mich auf die Suche nach der &#8220;Christian Church Beijing&#8221; im Bezirk Haidan, die vom Deutschen B\u00fcro Marg Gerkan und Partner geplant wurde. Der Haupteingang ist verschlossen, im Erdgeschoss hat sich schon ein Cafe angesiedelt, es wirkt auf den ersten Blick, als ob die Kirche nicht mehr in Betrieb ist, doch am Hintereingang tummeln sich ein paar Chinesen &#8211; es findet gerade so etwas \u00e4hnliches wie Bibelstunde im Untergescho\u00df statt. Es dauert ein wenig, bis ich der Hausmeisterin verst\u00e4ndlich machen kann, dass ich gerne den im Obergescho\u00df gelegenen Kirchenraum sehen w\u00fcrde, doch dann holt sie doch noch den Generalschl\u00fcssel aus dem Schrank und zeigt mir ganz stolz den eigentlichen Gebetsraum.<br \/>\nWeiter gehts ins wirtschaftliche Zentrum der Stadt. Das international rennomierte B\u00fcro von Rem Koolhaas (OMA) hat hie f\u00fcr das Chinesische Fernsehen ein neues B\u00fcrogeb\u00e4ude entworfen. Viele Chinesen stehen dem Entwurf etwas skeptisch gegen\u00fcber, interessanterweise findet man aber auf recht vielen Darstellungen von Peking den Blick in Richtung CCTV Tower. In direkter Nachbarschaft das World Trade Center, das von einem amerikanischen B\u00fcro (SOM) entworfen wurde. Man sp\u00fcrt deutlich den Verweis auf das zerst\u00f6rte World Trade Center in New York. Knapp \u00fcber 300m hoch sicher eines der h\u00f6chsten Geb\u00e4ude der Stadt&#8230; Vom Restaurant im 80. Stock hat man einen atemberaubenden Ausblick \u00fcber die Stadt. Die Sicht ist relativ gut, in der Ferne erkennt man sogar die Berge im Westen von wo ich gekommen bin. Viele Gr\u00fcnfl\u00e4chen durchziehen die Stadt, vor allem im Zentrum finden sich noch viele ein-, oder zweist\u00f6ckige Geb\u00e4ude, anhand des gerasterten Stra\u00dfensystems kann man sich auch von hier oben recht gut orientieren und selbst nach nur einem Tag in Peking erkenne ich schon ein paar Punkte wieder.<br \/>\nN\u00e4chste Station &#8211; SOHO Peking. Hier trifft Arm auf Reich. Ich wandere entlang einer eingez\u00e4unten Wohnsiedlung die nur aus recht einfachen H\u00fctten besteht und stehe schlussendlich vor dem wei\u00df schimmernden Galaxy Geb\u00e4ude der nicht gerade unbekannten Architektin Zaha Hadid. Gr\u00f6\u00dfer k\u00f6nnte der Kontrast nicht sein. Nur hundert Meter entfernt sitzen die Leute auf zerschlissenen Sofas unter Planen und auf der anderen Seite flitzen Gesch\u00e4ftsleute mit dem Starbucks-Kaffee in der Hand von einem B\u00fcrokomplex zum anderen. Man sieht, China entwickelt sich sehr schnell, f\u00fcr einen Gro\u00dfteil der Chinesen sicherlich zu schnell&#8230;<br \/>\nDas Phoenix International Media Center ist das erste Geb\u00e4ude, das von einem Chinesischen B\u00fcro geplant wurde, doch leider bleibt mir nur ein Blick von aussen. Auch das National Centre for performing arts, das der Franz\u00f6sische Architekt Paul Andreu entworfen hatte, kann ich leider nur von aussen begutachten.<br \/>\nMan k\u00f6nnte sicher noch einige Tage damit verbringen, zeitgen\u00f6ssische Architektur in der Stadt zu besichtigen. Hier in Peking zeigt sich China von der modernen, weltoffenen Seite. Es entsteht ein v\u00f6llig neues Bild als jenes, das ich in den letzten Wochen von diesem riesengro\u00dfen Land bekommen hatte. Ob es jetzt an den zur\u00fcckliegenden Olympischen Spielen liegt, ich wei\u00df es nicht, aber auf jeden Fall sp\u00fcrt man deutlich, dass Peking bem\u00fcht ist, weiterhin eine bedeutende Rolle im internationalen Zirkus zu spielen. Auch wenn es f\u00fcr mich fast zwei Tage gedauert hat, aber schlussendlich ist das Hauptstadtgef\u00fchl dann doch da&#8230;<br \/>\nIch bin immer noch v\u00f6llig hin und hergerissen. Soll ich noch einen Tagesausflug zur Chinesischen Mauer in Angriff nehmen? Im Norden Pekings sollen sich die imposantesten Abschnitte der Mauer befinden. Andererseits m\u00f6chte ich nach der \u00dcberdosis moderner Architektur jetzt auch noch ein bisschen was vom historischen Peking sehen&#8230; Ich hoffe darauf, auf dem Weg in Richtung Meer ab und an einen Blick auf die \u00dcberreste der Chinesischen Mauer werfen zu k\u00f6nnen und beschlie\u00dfe f\u00fcr dieses Mal keinen Tagesausflug in die Berge zu unternehmen.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte vermutlich einige Tage nur damit verbringen, zeitgen\u00f6ssische Architektur zu bestaunen, aber f\u00fcr meinen Kurzaufenthalt in Peking beschloss ich dann doch noch einen Blick auf die historischen Attraktionen der Stadt zu werfen. Victor konnte mich an meinem letzten Tag in Peking begleiten und wir starteten gleich einmal in Richtung Nordwesten, um die frische Luft im Garten des kaiserlichen Sommerpalastes zu genie\u00dfen. Im Anbetracht der beachtlichen Touristenmassen beschlossen wir dann aber doch, den Sommerpalast nur aus der Ferne zu begutachten und wandelten statt dessen unter schattenspendenden Weiden um den gewaltig gro\u00dfen See zu F\u00fc\u00dfen des Palastes. Der H\u00fcgel, auf dem man den Palast erbaute wurde aus dem Aushubmaterial des Sees errichtet. Alles ohne Maschinen, nur mit Handarbeit &#8211; da waren ordentlich viele H\u00e4nde mit im Spiel. China war offenbar schon immer ein recht bev\u00f6lkerungsreiches Land.<br \/>\nWenn man sich in Peking von einem Ort zum n\u00e4chsten bewegen will, ist man schnell mal eine Ewigkeit unterwegs und das obwohl die U-Bahn im 5-Minuten Takt verkehrt. Wir erreichen den Eingang zur Verbotenen Stadt gut eine Viertelstunde nachdem die Kassen bereits geschlossen haben. F\u00fcr mich bleibt dieser Teil der Stadt dieses Mal verschlossen, daf\u00fcr genie\u00dfen wir vom Jingshan Park aus einen traumhaften Blick auf die zu unseren F\u00fc\u00dfen liegende Verbotene Stadt. Wieder einmal ein k\u00fcnstlich aufgesch\u00fctteter H\u00fcgel, der einen grandiosen Rundblick \u00fcber die Stadt erlaubt. Deutlich zu erkennen, wie viele Gr\u00fcnzonen sich in der Stadt befinden. Man erkennt auch recht gut die noch verbliebenen historischen Stadtteile, die Hutongs mit ihren einst\u00f6ckigen Geb\u00e4uden und den verwinkelten Gassen. Ein Gro\u00dfteil ist aber \u00e4hnlich wie in vielen St\u00e4dten Chinas nur mehr eine Rekonstruktion, da die wirklich alten Stadtteile meistens der Abbruchbirne zum Opfer gefallen sind. Gerade in den letzten Jahren wird wieder verst\u00e4rkt darauf gesetzt, die Hutongs prim\u00e4r aus touristischen Gr\u00fcnden wiederherzustellen.<br \/>\nIm Osten der Stadt etabliert sich die moderne Seite Pekings. B\u00fcrohochh\u00e4user schie\u00dfen aus dem Boden und so langsam scheint sich eine Skyline zu bilden. Wirklich hohe Geb\u00e4ude findet man &#8211; bis auf den World Trade Centre Tower &#8211; keine.<br \/>\nZwei Tage lang hatte ich nun das Gl\u00fcck, einen blauen Himmel \u00fcber der Millionenstadt zu genie\u00dfen, doch am letzten Tag wird die Stadt schon wieder in eine d\u00fcnne Smogschicht getaucht. Die untergehende Sonne f\u00e4rbt sich blutrot, bevor sie hinter dem Dunstband verschwindet und langsam verdunkelt sich die Stadt. Spektakul\u00e4re Beleuchtungen wie man sie von Hongkong, oder Shanghai im Kopf hat, gibt es in Peking nicht. Die meisten B\u00fcrogeb\u00e4ude bleiben in der Dunkelheit unbeleuchtet und auch in den Fenstern brennt nur selten Licht. Es scheint, als ob man hier nur bei Tageslicht arbeitet. Schwarz wie die Nacht liegt die Verbotene Stadt unter uns.<br \/>\nNachdem die nach Victors Ansicht oblibatorische Peking-Ente verdr\u00fcckt war, gehts noch in eine k\u00fcrzlich renovierte Hutonggebend in der sich ein br\u00fcllend lautes Kneipenviertel entwickelt hat. Abgesehen von der Lautst\u00e4rke der meist recht \u00fcbel klingenden Musikanlagen wird hier aber nicht sonderlich ausgiebig gefeiert. An sich ist heute der Beginn eines verl\u00e4ngerten Wochenendes. Am Montag findet das sog. Moon-Festival statt, ein besonders f\u00fcr Familien bedeutsames Fest. Man k\u00f6nnte jetzt glauben, dass die bevorstehenden freien Tage trinkreudig eingeleutet werden, aber davon ist nichts zu sp\u00fcren. Bereits um kurz nach 22 Uhr beginnen sich die Lokale wieder zu leeren, kann sein, dass es daran liegt, dass die U-Bahnen nur bis kurz vor Mitternacht verkehren und man alternativ nur noch auf Taxis zur\u00fcckgreifen kann. Vielleicht gibt es aber auch in China einfach kein sonderlich stark ausgepr\u00e4gtes Nachtleben.<br \/>\nIch bin im Kopf aber eh schon wieder unterwegs. Es geht in die finale Runde &#8211; was das Radeln in Chana betrifft. Ich steuere erst einmal die K\u00fcste bei Shanhaiguan an und werde von dort aus dann der K\u00fcstenstra\u00dfe folgend in Richtung Nordkoreanischer Grenze radeln.<br \/>\nBis zu acht Stunden Radeln t\u00e4glich stecke ih in letzter Zeit eigentlich ohne gr\u00f6\u00dfere Schwierigkeiten weg, bei drei Tagen Stadterkundung zu Fu\u00df beginnt sich aber schon ein leichter Muskelkater breitzumachen. Zur Entspannung wird aber ab morgen ohnehin wieder gem\u00fctlich in die Pedale getreten. Vor mir liegen noch knapp 900km und dann gehts ab auf die F\u00e4hre.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tag 215 &#8211; 217 \/ 03. &#8211; 05.September Peking &#8211; 3 Ruhetage; bisher geradelt: 16.882km; 855:12h im Sattel Warmshowers Peking &#8211; die Hauptstadt Chinas, mit fast 20 Millionen Einwohnern &#8230; Vor f\u00fcnf Wochen habe ich dieses Land im Westen betreten und trotzt fleissigem Strampeln bin ich immer noch nicht an der Ostk\u00fcste angelangt. 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