{"id":2230,"date":"2014-10-08T07:45:07","date_gmt":"2014-10-08T05:45:07","guid":{"rendered":"http:\/\/abicyclediary.com\/?p=2230"},"modified":"2014-12-10T16:10:11","modified_gmt":"2014-12-10T14:10:11","slug":"tag-249-250-%d0%b2%d0%bb%d0%b0%d0%b4%d0%b8%d0%b2%d0%be%d1%81%d1%82%d0%be%d0%ba","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/abicyclediary.com\/?p=2230","title":{"rendered":"Tag 249 \/ 250: Wladiwostok"},"content":{"rendered":"<h2>Tag 249 \/ 250 &#8211; 06. \/ 07.Oktober<\/h2>\n<p>Wladiwostok: 2 Ruhetage; Bisher geradelt: 18474km; 930:59h im Sattel<br \/>\nHostel<\/p>\n<p>Nun ist es also soweit &#8211; Wladiwostok, der lange herbeigesehnte Zielort meiner Reise ist erreicht. Nicht wie geplant auf dem Rad, sondern auf der F\u00e4hre komme ich nach etwas mehr als acht Monaten schlussendlich hier an. W\u00e4hrend der vergangenen Monate gab mir dieser Ort stets die notwendige Motivation, meine Reise in Richtung Osten fortzusetzen, obwohl ich eigentlich gar nichts \u00fcber den Ort wusste, ausser dass hier die Transsibirische Eisenbahn endet, oder beginnt &#8211; je nachdem wie man es sehen will.<br \/>\nNat\u00fcrlich stellt sich nun die Frage &#8211; ist die Reise nun zu Ende? Im Grunde war die Grundidee, von Wien nach Wladiwostok zu radeln und demnach w\u00e4re das Ende eigentlich erreicht, doch andererseits . was tut man jetzt in Wladiwostok? Zu Beginn meiner Reise hatte ich mir nicht wirklich Gedanken dazu gemacht, was passiert, wenn ich diesen abstrakten Ort schlussendlich erreichen werde, doch schon vor einigen Monaten begann ich mich damit zu besch\u00e4ftigen, mir M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die R\u00fcckreise zu \u00fcberlegen. Das wirkliche Ziel der Reise hatte sich unterwegs nun ver\u00e4ndert. Angekommen bin ich wohl erst dann, wenn ich wieder zuhause bin. Von zuhause gestartet will ich nun auch zuhause wieder ankommen. Jetzt einfach vom anderen Ende des eurasischen Kontinents ins Flugzeug zu steigen und nach wenigen Stunden wieder zur\u00fcck in der heimatlichen Umgebung zu sein, kommt f\u00fcr mich irgendwie nicht in Frage. Zu gro\u00df w\u00e4re wohl der Kontrast zu allem was ich in den vergangenen Monaten erlebt habe. Ich bin heilfroh, noch die M\u00f6glichkeit zu haben, mich langsam der Heimat wieder zu n\u00e4hern und mich demnach auch Schritt f\u00fcr Schritt wieder an die gewohnte Umgebung, die gewohnte Kultur zu gew\u00f6hnen. Die ersten 9000km werden jetzt aber erst einmal mit dem Zug zur\u00fcckgelegt und erst ab Moskau gehts dann wieder mit dem Rad weiter.<br \/>\nEs war ein sch\u00f6nes Gef\u00fchl, in Wladiwostok anzukommen. Die F\u00e4hre n\u00e4herte sich langsam der Hafenstadt und schon von der Ferne empfang uns ein \u00fcberdimensionaler Schriftzug auf dem Dach des Hafenterminals.<br \/>\n\u0412\u043b\u0430\u0434\u0438\u0432\u043e\u0441\u0442\u043e\u043a &#8211; so steht es in roten Lettern vor dem k\u00f6nigsblauen Himmel. Endlich da&#8230; Bis die F\u00e4hre angelegt hat und wir endlich von Bord gehen k\u00f6nnen vergehen einige Stunden. Besonders eilig scheint man es nicht zu haben. Die Japanische und Koreanische Flagge empf\u00e4ngt uns vor dem Eingang zur Grenzabfertigung. Viele Reisende sind bereits seit zwei Tagen auf der F\u00e4hre gewesen, weil sie von Japan aus bis nach Russland \u00fcbersetzten. Ein Gro\u00dfteil der Reisenden besteigt nun in Wladiwostok den Zug und setzt die Reise in Russland fort. Bereits am fr\u00fchen Vormittag erreichten wir die Stadt, doch erst sehr sp\u00e4t am Nachmittag bekam ich wieder festen Boden unter den F\u00fc\u00dfen zu sp\u00fcren. Die Einreise nach Russland war ein Kinderspiel, der Wechsel von einem Reisepass zu anderen war problemlos m\u00f6glich, da man hier im Gegensatz zu Georgien nicht am Ausreisestempel des Vorg\u00e4ngerlandes interessiert war. Jetzt bin ich also in Russland&#8230; Der wohl schwierigste Teil der Einreise nach Russland war es, nach der Passkontrolle den Ausgang zu finden. Vom Hafenterminal aus kann man grunds\u00e4tzlich direkt zum Bahnhofsgeb\u00e4ude der Transsibirischen Eisenbahn weitergehen, doch ich suche eigentlich den Weg zur\u00fcck auf die Stra\u00dfe. Ich schwinge mich wieder aufs Rad und radle gem\u00fctlich die wenigen Meter bis ins Hostel und warte dort auf Silke, die von Wien aus mit den Flieger nach Wladiwostok aufgebrochen ist und mich nun auf der Zugreise nach Moskau begleiten wird. Schon bei meinem Start der Reise hatte sie mich auf der ersten Etappe begleitet, nun darf ich mich auch \u00fcber ihre Gesellschaft bei der R\u00fcckreise freuen. Darauf freue ich mich nach den vielen Tagen alleine auf dem Rad jetzt schon besonders. Genug Zeit um einmal wieder ausgiebig zu plaudern und ein wenig \u00fcber die Welt zu philosophieren.<br \/>\nWas tun in Wladiwostok? Im Grunde warten auf den Zug&#8230; Wir erkunden am Vormittag ein wenig die Stadt, die recht h\u00fcgelig an vielen Seiten ans Meer grenzt und begeben uns am Nachmittag zum Bahnhof um dort die ersten Tickets bis nach Irkutsk zu kaufen. Obwohl man am Bahnhof kein Wort Englisch spricht sind die Tickets nach wenigen Minuten erstanden und wir sind nun stolze Besitzer zweier Platzkarten f\u00fcr die ersten drei Tage der langen Reise. Nun ist also alles unter Dach und Fach, es hei\u00dft nur noch einen Tag warten und dann gehts schon los&#8230;<br \/>\nAngekommen in Wladiwostok best\u00e4tigt sich nun mein Gef\u00fchl, Asien verlassen zu haben. Alles wirkt pl\u00f6tzlich wieder sehr vertraut. Man kann die Schrift wieder entziffern, schnappt einzelne W\u00f6rter in der Unterhaltung Anderer auf und kann sich zumindest bruchst\u00fcckhaft in der Landessprache verst\u00e4ndlich machen. Im Supermarkt gibts ein Wiedersehen mit vielen Produkten, die mich w\u00e4hrend meiner Zeit in Zentralasien t\u00e4glich begleitet hatten. Ein wenig f\u00fchlt es sich schon an, wie heimkommen&#8230;<br \/>\nAm 8.Oktober startet die gro\u00dfe Reise Richtung Westen. Wir hatten uns dazu entschlossen, die &#8220;Transsibirische&#8221; in zwei Etappen anzugehen. Nach drei Tagen werden wir in Irkutsk ankommen, dort uns kurz am Baikalsee aufhalten und dann die letzte Etappe bis nach Moskau in Angriff nehmen. Drei Tage ohne Pause im Zug ist f\u00fcrs erste auch einmal genug&#8230; Ich bin gespannt auf die kommenden Tage, es wird wohl eine Reise ins Ungewisse, aber ich freue mich schon sehr darauf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tag 249 \/ 250 &#8211; 06. \/ 07.Oktober Wladiwostok: 2 Ruhetage; Bisher geradelt: 18474km; 930:59h im Sattel Hostel Nun ist es also soweit &#8211; Wladiwostok, der lange herbeigesehnte Zielort meiner Reise ist erreicht. Nicht wie geplant auf dem Rad, sondern auf der F\u00e4hre komme ich nach etwas mehr als acht Monaten schlussendlich hier an. 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