{"id":2339,"date":"2014-10-22T20:06:49","date_gmt":"2014-10-22T18:06:49","guid":{"rendered":"http:\/\/abicyclediary.com\/?p=2339"},"modified":"2014-10-22T20:06:49","modified_gmt":"2014-10-22T18:06:49","slug":"tag-262-265-moskau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/abicyclediary.com\/?p=2339","title":{"rendered":"Tag 262 &#8211; 265: Moskau"},"content":{"rendered":"<h2>Tag 262 &#8211; 265 \/ 19. &#8211; 22. Oktober<\/h2>\n<p>Moskau: 4 Ruhetage; Sonne, Regen Eis und Schnee; minus 5 &#8211; 7 Grad Warmshowers Moskau, die Hauptstadt Russlands und mit rund 11.5 Millionen Einwohnern die gr\u00f6\u00dfte Stadt Europas &#8211; so zumindest kann man es im Internet nachlesen. Was hat man im Kopf, wenn man an Moskau denkt? Mir zumindest fallen an allererster Stelle die bunten Zwiebelt\u00fcrme der Basilius Kathedrale am roten Platz ein. Wenn ich ein wenig l\u00e4nger nachdenke dann noch der Kreml und die angeblich sch\u00f6nste U-Bahn der Welt&#8230; Und ja &#8211; selbstverst\u00e4ndlich &#8211; unvorstellbar breite Stra\u00dfen, viel Verkehr und beispielhafte Sowjetarchitektur. Ob die Vorstellung mit der Realit\u00e4t \u00fcbereinstimmt, sollte sich in den vier Tagen Moskau herausstellen. \u00dcber Warmshowers habe ich mich bei Stanislav einquartiert, der mit Frau und zwei Kindern in einer Zweizimmerwohnung, nahe der Moskwa und dem Kolomenskaja Park wohnt. Seine Frau ist momentan mit einem der S\u00f6hne im S\u00fcden Russlands auf Urlaub &#8211; das elektronische Klassenzimmer macht es m\u00f6glich&#8230; Silke und ich teilen uns also mit Timor, dem 9 j\u00e4hrigen Sohn von Stanislav das Wohnzimmer, in dem er eigentlich mit seinem \u00e4lteren Bruder schl\u00e4ft. F\u00fcr mich schwer vorstellbar, wie die Wohnung von vier Personen dauerhaft bewohnt wird. Am Esstisch in der ca. 5qm gro\u00dfen K\u00fcche finden eigentlich nur zwei Personen gleichzeitig Platz und im Badezimmer kann man sich auch gerade einmal alleine umdrehen. Wohnraum f\u00fcr Familien ist teuer und wenn man nicht Kilometerweit ausserhalb wohnen will, so muss man offenbar bei der Gr\u00f6\u00dfe Kompromisse eingehen. Vom Ph\u00e4nomen der Schlafst\u00e4dte k\u00f6nnen wir uns am Montag ein Bild machen, doch erst einmal liegt der letzte Tag des Wochenendes vor uns, an dem wir mit bestem Herbstwetter begl\u00fcckt werden. Die Stadt scheint fast ausgestorben. Auf den breiten Stra\u00dfen fahren kaum Autos und auch in der U-Bahn ist nicht viel los. Von Stanislavs Wohnung aus sind es nur ein paar Haltestellen bis zum Stadtzentrum, trotzdem ist man eine Weile unterwegs, weil die Abst\u00e4nde zwischen den U-Bahn Stationen ungewohnt lange sind. Zielstrebig gehts zum Roten Platz. Schon die Ann\u00e4herung an den Platz ist eine wahre Freude. Man marschiert eine leichte Schr\u00e4ge empor und schrittweise taucht am anderen Ende des Platzes die Basilius Kathedrale auf. Strahlend blauer Himmel setzt die bunten Zwiebelt\u00fcrme in ein nahezu perfektes Licht. Im ersten Moment bleibt man einfach einmal stehen und l\u00e4sst den Platz auf sich wirken. Zur Linken das gro\u00dfe und \u00fcber Russland hinaus bekannte Kaufhaus GUM, zur Rechten die rote Kremlmauer, hinter uns in dunklem Rot das historische Museum und vor uns am abfallende Ende des Platzes die freistehende Basilius Kathedrale. Steht man erst einmal am Roten Platz dr\u00e4ngt sich die Frage auf, warum der Rote Platz eigentlich Roter Platz hei\u00dft. Wegen der Kremlmauer, wegen des historischen Museums, oder wegen der f\u00fcr den Sozialismus wichtigen Farbe Rot? Keine der Assotiationen stimmt &#8211; der Rote Platz hie\u00df urspr\u00fcnglich Sch\u00f6ner Platz. Das Russische Wort krasny hatte anfangs zwei Bedeutungen &#8211; Sch\u00f6n und Rot. Mit der Zeit verwendete man das Wort krasny allerdings nur noch im Zusammenhang mit der Farbe Rot, woher schlussendlich der Name f\u00fcr einen der sch\u00f6nsten Pl\u00e4tze r\u00fchrt. Sch\u00f6ner Platz &#8211; das trifft es eigentlich ganz gut. Die Proportionen, die geographische Lage, die umgebenden Geb\u00e4ude &#8211; alles f\u00fcgt sich zu einem fast perfektem Ganzen. In unseren vier Tagen in Moskau zog es uns immer wieder auf den Platz zur\u00fcck, um diesen bei unterschiedlichsten Wetterverh\u00e4ltnissen zu bewundern. Sowohl bei Sonnenschein, als auch im Schneetreiben, bei Nieselregen und in der Nacht strahlt der Platz eine ganz spezielle Faszination aus. Leider wird diese Faszination Nachts durch die etwas billig wirkende Illumination des Wahrenhauses GUM stark beeintr\u00e4chtigt, doch wenn man das GUM im R\u00fccken hat, kann man auch das umgehen. Das Wetter in Moskau war uns leider nur am ersten Tag wohl gesonnen denn danach zeigte uns der Winter die kalte Schulter. Doch zumindest an unserem ersten Tag durften wir uns wirklich \u00fcber perfekte Bedingungen freuen. Ideal, um dem Kreml einen Besuch abzustatten. Touristenattraktion und Regierungssitz gleichzeitig, eine seltene Konstellation, aber als \u00e4ltester Teil der Stadt definitiv sehenswert. Innerhalb der Kremlmauern reihen sich einige Kirchen direkt aneinander. Generell ist die Kirchendichte in Moskau relativ hoch, doch hier im Kreml auf engstem Raum gleich f\u00fcnf Kirchen nebeneinander zu sehen ist doch etwas ungew\u00f6hnlich. Beeindruckend die mysteri\u00f6s anmutenden Innenr\u00e4ume der meist aus dem 15. \/ 16. Jahrhundert stammenden Kirchen, interessant die \u00dcberschneigung der Touristenstr\u00f6me mit den t\u00e4glichen Wegen der Angestellten des Kremls. Eine Schar an Polizisten achtet penibel darauf, dass kein Fu\u00dfg\u00e4nger abseits der breiten Zebrastreifen die Stra\u00dfe betritt und falls doch wird man umgehend mit einem schrillen Pfiff belehrt. Mit Kehrmaschinen wird das noch kr\u00e4ftig leuchtende Blattwerk vom Boden gekehrt, kein Blatt entkommt dem Kehrkommando. Das traumhafte Wetter nutzend gehts noch hinaus zum Campusgel\u00e4nde der Lomonossow Universit\u00e4t. Bereits w\u00e4hrend meiner Fahrt vom Bahnhof zu Stanislavs Wohnung ist mir ein gewaltiger Baukomplex nahe der Moskwa aufgefallen, der sich nach kurzer Recherche als eines der sieben Prestigebauten Stalins entpuppte. Stalin hatte kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges den Bau von acht gewaltigen Hochhausprojekten in Auftrag gegeben. Sieben davon wurden im Zeitraum von 1947 bis 1957 fertiggestellt. Die Lomonossow Universit\u00e4t ist das h\u00f6chste Geb\u00e4ude der sogenannten Sieben Schwestern. Beeindruckend, irritierend, aber irgendwie faszinierend ist der Anblick des hoch in den Himmel ragenden Mittelturms der Universit\u00e4t. \u00dcberraschend ist dann aber auch der Ausblick vom Plateau des Sperlingberges, auf dem die Universit\u00e4t angesiedelt ist. Ganz Moskau liegt einem zu F\u00fc\u00dfen, die Moskwa macht hier eine gro\u00dfe Schleife und in der Ferne kann man die wenigen neuen Hochh\u00e4user Moskaus erkennen. Von Skyline zu sprechen w\u00e4re hier eine eindeutige \u00dcbertreibung, aber immerhin bildet sich hier ein deutliches Zentrum an B\u00fcrohochh\u00e4usern. Die gro\u00dfe Fu\u00dfballarena am Fu\u00dfe des Sperlingberges wird momentan f\u00fcr die Fu\u00dfball WM 2018 vorbereitet und auch an der Aussichtsplattform wird trotz k\u00fchler Temperaturen noch eifrig gearbeitet. Die Sonne verabschiedet sich langsam und man bekommt schon langsam einen Vorgeschmack auf das, was in Punkto Temperatur auf uns zukommt. Die Fahrt mit der U-Bahn am Montag Morgen wird gleich einmal zur Lehrstunde f\u00fcr Siedlungsstruktur. Am Wochenende hatte sich das Stadtzentrum beinahe leer angef\u00fchlt. Jetzt zum Wochenbeginn str\u00f6men Tausende ins Zentrum. Die U-Bahn verkehrt im 90 Sekunden Takt, doch wir m\u00fcssen erst einmal drei U-Bahnen vor\u00fcberziehen lassen, bevor wir uns in einen der heillos \u00fcberf\u00fcllten Wagons quetschen k\u00f6nnen. Die Menschentrauben am Bahnsteig werden nicht weniger und es steigt nur selten jemand aus. Es scheint, als ob Alle ins Zentrum wollen. Unser Tag beginnt relativ fr\u00fch, weil Stanislav und Timor noch vor 8 Uhr die Wohnung verlassen. \u00dcber Nacht hatte es mal wieder geschneit und die Morgentemperaturen lagen deutlich unter Null Grad. Der Rote Platz bei leichtem Schneetreiben hat auch seinen Reiz, doch die ungem\u00fctliche Witterung treibt uns dann doch recht bald in ein Cafe zum ausgedehnten Fr\u00fchst\u00fcck. Aus dem n\u00e4chtlichen Schneefall wird recht bald penetranter Regen, der den ganzen Tag \u00fcber nicht mehr nachl\u00e4sst. Wir hangeln uns von trockenen, geheizten Pl\u00e4tzen durch die Stadt und machen uns auf dem Weg ein Bild von drei weiteren Stalinbauten aus der Reiche der Sieben Schwestern. Das Aussenministerium, ein Apartmenthaus und das ehemalige Hotel Ukraine, das nun zu einem Luxushotel der Radisson Kette umgebaut wurde. Ohne Regenschutz durch die Stadt zu laufen stellt die gute Laune ein wenig auf die Probe, doch noch sind wir guter Dinge. Schon in Wladiwostok bin ich \u00fcber Warmshowers mit Olga in Kontakt getreten. Sie ist vor kurzem nach Moskau gezogen und nun treffen wir uns am Abend um ein wenig zu plaudern. Im str\u00f6menden Regen f\u00fchrt sie uns ein wenig durchs n\u00e4chtliche Moskau zum Gel\u00e4nde einer Schokoladenfabrik auf dem sich neben dem regul\u00e4ren Betrieb eine Handvoll Kreativb\u00fcros, Bars und Restaurants angesiedelt haben. Olga schw\u00e4rmt von Ostrussland und der sagenhaften Landschaft Sibiriens. Sie zeigt uns atemberaubende Bilder ihrer Freunden, die mit dem Rad im Winter den Baikalsee umrundet hatten und erz\u00e4hlt viel von ihrer Zeit als Bergf\u00fchrerin in Zentralasien. Auch sie ist vor kurzem auf den Geschmack gekommen, mit dem Rad das Land zu bereisen, da sie die Unabh\u00e4ngigkeit in der Art der Fortbewegung \u00fcberzeugt hatte. Kein Warten auf den Bus, kein Ausverhandeln von Transportkosten, keine b\u00f6sen \u00dcberraschungen&#8230; Gut 5000km war sie mit ihrem Freund in S\u00fcdostasien unterwegs und ist seitdem mit dem Virus des Fahrradreisens infiziert. Als wir am sp\u00e4ten Abend wieder zu Stanislav aufbrechen ist die U-Bahn schon wieder fast leer. Vom morgendlichen Gedr\u00e4nge ist ganz und gar nichts mehr zu sp\u00fcren. Die Schlafstadt hat sich bereits wieder gef\u00fcllt. Am n\u00e4chsten Morgen dasselbe Bild. Die U-Bahn Wagons sind zum Bersten gef\u00fcllt, die Bewohner der Schlafquartiere im Randbereich der Stadt str\u00f6men wieder ins Zentrum. Silke und mich verschl\u00e4gt es zur Abwechslung mal wieder auf den Roten Platz, ein wenig Morgenstimmung schnuppern und anschlie\u00dfend dem Herrn Lenin einen Besuch abstatten. An der L\u00e4ngsseite des Roten Platzes befindet sich das Lenin Mausoleum in dem dessen Leichnam aufgebahrt liegt. Nach seinem Tod im Jahre 1924 wurde Lenins Leichnam einbalsamiert und im Mausoleum aufgebahrt. Zu Sowjetzeiten geh\u00f6rte ein Besuch des Lenin Mausoleums zum Pflichtprogramm jedes Moskaubesuchers, jetzt muss man nicht einmal mehr in der Schlange stehen, um die paar Meter durch das in dunkles Licht geh\u00fcllte Mausoleum zu schreiten. An jeder Ecke des Mausoleums steht ein Soldat, der die Besucher im Mausoleum sehr genau beobachtet. Aufgrund der noch immer recht ungem\u00fctlichen Wetterverh\u00e4ltnisse verlegen wir die kommenden Stunden in den Moskauer Untergrund. Eine weitere Sehensw\u00fcrdigkeit, die Moskauer U-Bahn wartet darauf erkundet zu werden. F\u00fcr schlechtes Wetter wohl eine der besten Aktivit\u00e4ten. Abseits der Sto\u00dfzeiten macht U-Bahnfahren auch unter der Woche Spa\u00df. Die Taktung der Z\u00fcge ist ph\u00e4nomenal. Alle 90 Sekunden donnert ein neuer Zug in die Station. Umsteigen ist meist mit einem relativ langem Fu\u00dfweg verbunden und man sollte sich im Vorfeld schon \u00fcberlegen, bei welcher U-Bahnlinie man den Ausgang ans Tageslicht w\u00e4hlen m\u00f6chte, weil die Ausg\u00e4nge sehr weit voneinander entfernt liegen. Oft geht es auch recht tief hinab auf die Bahnsteige. Manche Rolltreppen sind \u00fcber 100m lang und es vergehen fast 1 1\/2 Minuten, bis man in der Tiefe angekommen ist. Das Tunnelsystem ist aber perfekt ausgek\u00fcgelt. Meist im Einbahnstra\u00dfensystem werden die gewaltigen Fahrgastmassen bew\u00e4ltigt, Stau gibt es nur selten, wenn beispielsweise eine der drei Rolltreppen ausf\u00e4llt. In den 1930er Jahren wurde mit dem Bau der Moskauer U-Bahn begonnen. Selbst direkt nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurden noch prachtvolle Stationen er\u00f6ffnet. Beeindruckend ist die vielf\u00e4ltige Gestaltung der unterschiedlichen Stationen. Keine Station gleicht der anderen. Selbst moderne Stationen werden noch k\u00fcnstlerisch gestattet, wie beispielsweise die Station Dostojewskaja aus dem Jahre 2010, die Dostojewski und dessen Werken gewidment ist. In meinen Augen herrausragend, weil ausserordentlich filigran gestaltet ist die Station Majakowskaja aus dem Jahr 1938, die sogar den Hauptpreis der internationalen Ausstellung in New York im selben Jahr gewann. F\u00fcr die 1930er Jahre stellt die Gestaltung durchaus einen avantgardistischen Entwurf dar. Mit modernen Materialien und Formen setzt sich diese Station klar von den eigentlich sp\u00e4ter entstandenen, jedoch sehr traditionell gestalteten Stationen wie z. B. Kiewskaja, oder Kosmolskaja ab. Um die Station in ihrer Ganzheit erfahren zu k\u00f6nnen muss man sich der Decke bewusst n\u00e4hern, den Kopf in den Nacken legen und eines der vielen Deckenmosaike bestaunen, die in ovalen Nischen Szenen aus dem sowjetischen Alltag darstellen. Ein Gro\u00dfteil der restlichen Stationen widmet sich kriegerischen Themen, vereinzelt werden aber auch dort Alltagsszenen, bzw. historische Darstellungen pr\u00e4sentiert. Jede Station ist einem gewissen Grundthema gewidmet, welches sich oft im Stationsnamen wiederfindet. Im Vor\u00fcbergehen l\u00e4sst sich die Vielalt der U-Bahn Stationen nicht wahrnehmen, weshalb es sich durchaus lohnt, sich ein wenig aus dem z\u00fcgigen Strom der Passagiere auszuklinken und ein paar Minuten in der Station zu verbringen. Zur\u00fcck am Tageslicht empf\u00e4ngt uns ein eiskalter Wind. Der Regen hat sich zum Gl\u00fcck nun verzogen, daf\u00fcr k\u00fcndigt sich bereits eine sehr kalte Nacht an. Was liegt n\u00e4her, als vor dem Heimweg noch einmal kurz am Roten Platz vorbeizuschauen? Jedes Mal einen Abstecher wert! \u00dcber Nacht ist das Thermometer empfindlich abgefallen. Minus 5 Grad und ein schneidiger Wind lassen uns den geplanten Morgenspaziergang im nahegelegenen Park fr\u00fchzeitig beenden. Ein gut geheiztes Cafe ist das, was in solchen Situationen angestrebt werden sollte. Dieses Mal gehts ohne Umweg \u00fcber den Roten Platz direkt ins Stadtzentrum, erst einmal gem\u00fctlich in ein Cafe und von dort aus dann weiter zur Akademie der Wissenschaften. Die Zentrale der Akademie der Wissenschaften in Russland ist in einem futuristisch anmutenden Geb\u00e4ude aus den fr\u00fchen 1990er Jahren angesiedelt. Von der Bar im 22. Stock hat man einen traumhaften Blick \u00fcber die Stadt. Die dunklen Wolken der vergangenen Tage l\u00f6sen sich langsam auf und stellenweise blitzt sogar die Sonne durch. Unter uns liegt die pulsierende Stadt. In weiten Schleifen werden die Autokolonnen um die Kreuzungspunkte der breiten Prospekts gef\u00fchrt. Der st\u00e4dtebauliche Grundriss erschlie\u00dft sich sehr leicht aus dieser Perspektive. Man kann sehr gut die vielen Heizkraftwerke erkennen, die die Stadtviertel Moskaus mit W\u00e4rme versorgen und nun dichte Kondensschwaden in den Himmel sto\u00dfen. W\u00e4rme ist hier im Winter verst\u00e4ndlicherweise ein bedeutendes Thema. Die Winter k\u00f6nnen auch in Moskau sehr kalt werden. In den U-Bahn Zug\u00e4ngen bereitet man sich bereits darauf vor, zus\u00e4tzliche Schwingt\u00fcren einzubauen, um die kalte Luft besser draussen zu halten. In den Unterf\u00fchrungen werden dicke Socken, Schuheinlagen, Handschuhe, Schals und M\u00fctzen verkauft. Man stellt sich schon auf die kalte Jahreszeit ein, aber ich habe nicht den Eindruck, als ob es f\u00fcr irgendjemanden \u00fcberraschend ist, dass bereits Mitte Oktober die Temperaturen konstant unter Null liegen. Meine geplante Weiterreise habe ich um einen Tag nach hinten verschoben. Die Wetterprognose verspricht zumindest ein paar trockene Tage, daf\u00fcr wird die Temperatur auch weiterhin unter Null liegen, was mir in Anbetracht des bereits erlebten Regens in Moskau sogar lieber ist. F\u00fcr Silke geht es nun aber wieder zur\u00fcck ins gewohnte Alltagsleben. Zwei Wochen Auszeit in Russland sind rasend schnell vergangen. F\u00fcr mich schon einmal eine kleiner Vorgeschmack auf die Ankunft zuhause. Hier in Moskau ist vom fernen Asien ohnehin nichts mehr zu sp\u00fcren, weshalb ich mich schon fast wieder wie zuhause f\u00fchle. Bis nach St. Petersburg liegen nur noch etwas mehr als 700km vor mir. Nach dem Ausflug in den Norden gehts dann aber schlussendlich westw\u00e4rts, also in Richtung Heimat. Die kurzen Radelklamotten k\u00f6nnen jetzt wohl getrost in den Packtaschen verschwinden und die Winterklamotten werden aus den T\u00fcten gesch\u00e4lt. Monatelang hatte ich sie jetzt mit mir herumgeschleppt, aber jetzt kommt die lange Hose und die warme Jacke wieder zum Einsatz. Ein wenig werde ich mich wohl noch an die neuen Bedingungen gew\u00f6hnen m\u00fcssen, immerhin war noch T-shirt Saison, als ich in Wladiwostok vom Rad gestiegen bin, aber ich bin zuversichtlich, dass ich den Rhythmus bald wieder finde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tag 262 &#8211; 265 \/ 19. &#8211; 22. Oktober Moskau: 4 Ruhetage; Sonne, Regen Eis und Schnee; minus 5 &#8211; 7 Grad Warmshowers Moskau, die Hauptstadt Russlands und mit rund 11.5 Millionen Einwohnern die gr\u00f6\u00dfte Stadt Europas &#8211; so zumindest kann man es im Internet nachlesen. 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