{"id":2489,"date":"2014-11-07T19:44:56","date_gmt":"2014-11-07T17:44:56","guid":{"rendered":"http:\/\/abicyclediary.com\/?p=2489"},"modified":"2014-11-07T19:44:56","modified_gmt":"2014-11-07T17:44:56","slug":"tag-279-281-schneller-als-gedacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/abicyclediary.com\/?p=2489","title":{"rendered":"Tag 279 &#8211; 281: Schneller als gedacht"},"content":{"rendered":"<h2>Tag 279 &#8211; 05.November<\/h2>\n<p>Tallinn &#8211; P\u00e4rnu: 135km; 5:16h im Sattel; 5 &#8211; 7 Grad, bedeckt \/ leichter Regen<br \/>\nHostel<\/p>\n<p>Meine Bef\u00fcrchtungen bez\u00fcglich des Winds hatten sich &#8211; welch Wunder &#8211; nicht bewahrheitet. Der Wind hatte \u00fcber Nacht um fast 180 Grad gedreht und blies nun genau in meine Richtung. Juche&#8230; endlich mal eine gute Nachricht am Morgen. Die Stra\u00dfe war trocken und vorerst war kein Regen in Sicht. Den Wunsch nach Sonne habe ich ohnehin schon vor Tagen aufgegeben, also \u00fcberraschte mich die dicke Wolkenschicht auch nicht mehr. Auf gehts in die n\u00e4chste Runde, n\u00e4chster planm\u00e4\u00dfiger Halt: Riga. Naja, ganz so schnell gehts dann auch nicht. Erst mal muss ich auf die Schnellstra\u00dfe Nr,4, die mich in Richtung Riga bringt. Ich hieve mein Rad \u00fcber den kniehohen Bordstein und schon bin ich auf Schiene, erspare mir so den kilometerlangen Bogen, den die Autofahrer ausfahren m\u00fcssen, um auf die Schnellstra\u00dfe zu kommen. Erst mal gehts durch Villenviertel von Tallinn. Viele freistehende Villen, haupts\u00e4chlich aus den 1930er bis 1950er Jahren reihen sich entlang der recht schwach befahrenen Ausfallstra\u00dfe auf. Hohe Kiefern geben der ganzen Umgebung einen fast schon mediterranen Flair. Nach gut einer halben Stunde Fahrt hat mich dann das Umland wieder. Felder, Wiesen, W\u00e4lder&#8230; es geht in gewohnter Manier weiter, aber mit leichtem R\u00fcckenwind macht die ganze Sache einfach mehr Spa\u00df. Ich werde das Gef\u00fchl nicht los, dass ich f\u00fcr diese Gegend einfach ein paar Wochen zu sp\u00e4t unterwegs bin. S\u00e4mtliche \u00c4cker und Wiesen sind menschenleer. Keine einzige Landwirtschaftliche Maschine sieht man auf den Feldern, alles ist schon f\u00fcr den Winter vorbereitet. Einzig im Wald wird noch gearbeitet. Der Geruch von frisch geschnittenem Holz liegt in der Luft. Aber auch hier hat die Moderne Einzug gehalten. Ein einzelner Forstarbeiter sitzt im Harvester, der Holzerntemaschine der heutigen Zeit und legt einen Baum nach dem n\u00e4chsten um. Wie ein bedrohlicher Roboter wirkt die Maschine, die in Windeseile den eben gef\u00e4llten Baum in LKW-taugliche St\u00fccke kappt und sich gleich an die n\u00e4chste Kiefer macht.<br \/>\nEstland ist mit seinen 1.3 Millionen Einwohnern nicht sonderlich dicht besiedelt und so kommt es auch, dass man durch praktisch keine D\u00f6rfer kommt. Gegen Mittag bietet sich dann erstmalig die Gelegenheit, die Schnellstra\u00dfe zu verlassen und in das nur wenige Kilometer entfernte Dorf zu radeln. Im Ort gibt es zwei Lokale, wobei das erste gerade von einer Trauergesellschaft okkupiert wird. Im Ruut 66 Pub gibts dann eine seitenlange Auswahl an Schnitzeln, allesamt mit der ber\u00fchmt ber\u00fcchtigten braunen Sauce&#8230; Tja, kulinarisch geh\u00f6rt Estland sicherlich nicht unbedingt zu den Top-L\u00e4ndern dieser Reise, aber Sauce mit viel Geschmackstr\u00e4ger hat auch ordentlich Brennwert, der gerade bei diesen Temperaturen nicht zu untersch\u00e4tzen ist.<br \/>\nMein geplantes Tagesziel schiebe ich gro\u00dfz\u00fcgig nach hinten und versuche noch bei Tageslicht P\u00e4rnu, einen Badeort direkt am Meer, zu erreichen. Es beginnt zu regnen, aber vor mir am Horizont kann man einen hellen Streifen erkennen. Besteht eventuell noch die Chance auf ein wenig Sonne heute? Ich trete in die Pedale und versuche so einerseits dem Regen zu entkommen und andererseits noch in den Genuss von ein paar Sonnenstrahlen zu kommen, aber leider bin ich f\u00fcr letzteres ein wenig zu langsam. Immerhin bin ich nach zwei Stunden aus der Regenzone draussen. P\u00e4rnu r\u00fcckt immer n\u00e4her und ich freue mich \u00fcber den geschmeidigen Radeltag. Nach dem Kraftakt von vorgestern scheint mir heute alles recht leicht von der Hand zu gehen.<br \/>\nUm kurz vor 16 Uhr rolle ich in P\u00e4rnu ein, finde auf Anhieb das gesuchte Hostel und werfe mich gleich einmal unter die brennend heisse Dusche. F\u00fcr 10 Euro gibts ein Bett im 4er Zimmer mit angrenzendem Aufenthaltsraum samt K\u00fcche. Endlich stimmt das Preis Leistungsverh\u00e4ltnis wieder.<br \/>\nIm Sommer scheint P\u00e4rnu der &#8220;Place to be&#8221; in Estland zu sein. Ein Badeort mit langer Tradition, jetzt im Winter ist der gesamte Ort erwartungsgem\u00e4\u00df wie ausgestorben. Mein Spaziergang am Strand endet schlie\u00dflich auch in der Dunkelheit, aber das Gef\u00fchl ist irgendwie ganz besonders. Zum letzten Mal stand ich in Wladiwostok am Strand und habe meinen Blick in Richtung Japan schweifen lassen, jetzt stehe ich mehr oder weniger auf der anderen Seite dieses gewaltig gro\u00dfen Erdteils und stelle mir vor, dass nicht einmal 400km von hier entfernt Stockholm liegt.<\/p>\n<h2>Tag 280 &#8211; 06.November<\/h2>\n<p>P\u00e4rnu &#8211; Riga: 190km; 8:08h im Sattel; 4 &#8211; 9 Grad, bedeckt<br \/>\nHostel<\/p>\n<p>Bei Tageslicht machte der Ort P\u00e4rnu fast noch einen sympathischeren Eindruck als bei Nacht. Zahlreiche Sommervillen, vielfach aus Holz, mit feingliedrigen Details pr\u00e4gen das Ortsbild. Viel Gr\u00fcn und zahlreiche Parks lassen erahnen, dass man im Sommer hier gut und gerne ein paar Tage verbringen kann. Ich statte dem Strand bei Tageslicht noch einen kurzen Besuch ab und breche dann auf. Nach ein paar Kilometern taucht die erste Hinweistafel nach Riga auf und so langsam beginne ich zu gr\u00fcbeln, ob ich die Strecke bis Riga vielleicht doch an einem Tag bew\u00e4ltige. An sich wollte ich zuerst bis nach Limbazi fahren und dann die letzte Etappe morgen in Angriff nehmen, aber mit der Zeit setzt sich der Gedanke immer mehr fest, dass ich doch auch schon heute nach Riga kommen k\u00f6nnte. Ich \u00fcberschlage immer wieder die potentielle Fahrzeit und entscheide mich schlussendlich f\u00fcr die lange Tagesetappe. Es ist trocken und es weht fast kein Wind, also eigentlich recht gute Bedingungen.<br \/>\nVon P\u00e4rnu aus verl\u00e4uft die Stra\u00dfe relativ nahe am Meer, wobei das Wasser eigentlich nur \u00e4usserst selten zu sehen ist. Die Stra\u00dfe verl\u00e4uft durch dichten Wald, der sich auf den unz\u00e4hligen Sandh\u00fcgel entlang der K\u00fcste angesiedelt hat. Man hat fast das Gef\u00fchl, die Stra\u00dfe duckt sich im Schutze der Sandh\u00fcgel und der F\u00f6hren. Viele B\u00e4ume haben eine beachtliche Schieflage, offenbar gibt es hier vom Meer her teils kr\u00e4ftigen Wind. Nach gut zwei Stunden Fahrt bietet sich die Gelegenheit, dass ich die Hauptstra\u00dfe verlasse und auf eine kleine Nebenstra\u00dfe in K\u00fcstenn\u00e4he einbiege. Es geht durch eine Handvoll kleiner Feriend\u00f6rfer in denen nur \u00e4usserst wenige Einheimische die Stellung halten. Die meisten H\u00e4user sind offenbar nur im Sommer bewohnt. Die Holzh\u00e4user sind bunt angestrichen und die ersten Schilfgedeckten D\u00e4cher tauchen auf. Gut 30km gehts in diesem Ton dahin. Immer wieder mal \u00f6ffnet sich ein wunderbarer Blick aufs Meer. Ein paar Regentropfen lassen die Angst vor einer l\u00e4ngeren Regenfahrt aufkommen, doch zum Gl\u00fcck war das nur ein sehr kurzes Intermezzo.<br \/>\nUnd pl\u00f6tzlich bin ich dann in Lettland. Absolut unspektakul\u00e4r geht der &#8220;Grenz\u00fcbertritt&#8221; von Statten. die Flaggen von Estland und Lettland markieren noch den Grenzverlauf, doch sonst weist nichts auf eine Grenze hin. Sozusagen als Willkommensgeste in Lettland kann man nun auch schon fast die Sonne hinter den Wolken erahnen. Derart viel Helligkeit gab es schon lange nicht mehr&#8230; Nun also Lettland &#8211; das zweite der drei Baltischen L\u00e4nder. Etwas abseits der Stra\u00dfe bietet ein Hotel Business Lunch f\u00fcr 5 Euro an, da kann ich nicht nein sagen und werde mit einem grandiosen Men\u00fc \u00fcberrascht. Noch 110km liegen vor mir, doch ich bin guter Dinge. Ein paar Mal noch gibt es die M\u00f6glichkeit, einen Blick auf die fast spiegelglatte See zu werfen, dann knickt die Stra\u00dfe ein wenig ins Landesinnere ab. Es geht wieder durch dichte F\u00f6hrenw\u00e4lder in denen sich immer wieder mal eine kleine Ansiedlung versteckt. Man muss genau schauen, aber dann erkennt man ab und an ein paar H\u00e4user, umgeben von nichts als Wald.<br \/>\nDer Verkehr h\u00e4lt sich in Grenzen und dank der kaum noch existenten Spikes bei den PKWs ist der Verkehr auch um Welten leiser geworden.<br \/>\nPl\u00f6tzlich taucht am Stra\u00dfenrand eine Art Vergn\u00fcgungspark auf und alles deutet darauf hin, dass es sich hier um einen Themenpark f\u00fcr den Baron von M\u00fcnchhausen handelt. Am Stra\u00dfenrand ein verschmitzt l\u00e4chelnder Baron auf einer Kanonenkugel sitzend&#8230; Meines Wissens nach kam M\u00fcnchhausen doch aus Deutschland, aber scheinbar hatte er auch hier gewirkt. Meine sp\u00e4tere Recherche ergab, dass der gute Baron mit seiner Frau hier in Dunte sechs Jahre in einem Landgut gelebt hatte. Deshalb hatte man auch dort ein Museum und den Themenpark &#8220;Minhauzena Unda&#8221; errichtet.<br \/>\nF\u00fcr mich gings aber nicht auf der Kanonenkugel, sondern wie gewohnt, auf meinem Rad weiter. Kilometer um Kilometer schmolz dahin und Riga r\u00fcckte immer n\u00e4her. Es begann zu d\u00e4mmern und irgendwann war es dann auch richtig dunkel. Meine Beleuchtungsanlage leistete gute Dienste und so kam ich auch in der Dunkelheit recht gut voran. Ich hatte mir im Vorfeld schon ein Hostel in Riga reserviert, doch leider war mir damals nicht bewusst, dass das Hostel nicht sonderlich zentral gelegen ist. Also erst einmal rein ins Zentrum und dann noch drei Kilometer nach Westen in die Moskauer Vorstadt. Hier scheinen sich Fuchs und Hase gute Nacht zu sagen&#8230; Aber daf\u00fcr war das Hostel ruhig gelegen. Endlich die Gelegenheit, meine Freizeithose zum ersten Mal seit Seoul wieder in die Waschmaschine zu geben. Eine Grundreinigung meiner Klamotten war mal wieder dringend notwendig. Unn\u00f6tige Bewegungen wurden heute Abend tunlichst vermieden. Die eben erst bew\u00e4ltigten 190 Kilometer machten sich nun doch bemerkbar und die Horizontale war von nun an meine bevorzugte Position.<\/p>\n<h2>Tag 281 &#8211; 07.November<\/h2>\n<p>Riga &#8211; 1 Ruhetag; bisher geradelt: 19.973km; 998:18h im Sattel; 8 &#8211; 10 Grad, Regen<br \/>\nHostel<\/p>\n<p>Meine Beine scheinen sich schon langsam an die langen Etappen zu gew\u00f6hnen. Als ob nichts gewesen w\u00e4re konnte ich heute Morgen in den verregneten Tag starten. Es hatte sich also als sehr vorteilhaft erwiesen, dass ich gestern noch die zus\u00e4tzlichen Kilometer in Kauf genommen hatte und daf\u00fcr trockenen Fu\u00dfes in Riga angekommen bin. Nachdem das Hostel nicht unbedingt in Fu\u00dfdistanz zum Zentrum Rigas gelegen ist, schwang ich mich kurz aufs Rad und war binnen weniger Minuten schon im Altstadtkern. Der Nieselregen wurde nach und nach st\u00e4rker und es zeichnete sich ein recht feuchter Tag ab.<br \/>\nIm Gegensatz zu Tallinn verf\u00fcgt Riga \u00fcber keine Stadtmauer mehr. Diese wurde komplett geschliffen und durch einen umlaufenden Kanal ersetzt. Mag sein, dass es alleine daran liegt, dass keine Stadtmauer mehr sichtbar ist, aber Riga wirkt irgendwie ein wenig offener. Im Vorfeld hatte ich ja schon einiges Gutes von Riga geh\u00f6rt, jetzt war ich nun mal gespannt, was die Stadt architektonisch zu bieten hat. Das Wetter h\u00e4tte &#8211; wie in den vergangenen Tagen auch &#8211; durchaus besser sein k\u00f6nnen, aber immerhin sa\u00df ich bei dieser Dauerdusche nicht am Rad.<br \/>\nIch flaniere ein wenig durch die Altstadt, wandere in Richtung Zentralmarkt, werde aber vorher noch auf ein doch recht aussergew\u00f6hnlichen Bauwerk aufmerksam. Fast wie eine kleine Kopie einer der Sieben Schwestern in Moskau wirkt der Kulturpalast von Riga. Das erste Hochhaus der Stadt sollte urspr\u00fcnglich Stalin zu seinem Geburtstag pr\u00e4sentiert werden. Damals war es noch als Haus der Bauern konzipiert, weil Stalin die Zukunft des Landes in der Landwirtschaft sah. Nach seinem Tod wurde es der Wissenschaft gewidmet, da diese nun die Zukunft des Landes war. Heute ist das Geb\u00e4ude privatisiert und wird von unz\u00e4hligen Firmen und Institutionen genutzt. Was die Zukunft des Landes ist, kann man jetzt nicht mehr klar definieren&#8230;<br \/>\nGleich ums Eck liegt der Zentralmarkt von Riga, ein Ensemble aus vier gro\u00dfen, ehemaligen Zeppelinhallen. Zeppeline gab es hier in Riga allerdings nie, die D\u00e4cher wurden schlichtweg von einer verlassenen Milit\u00e4rstation der Deutschen in der N\u00e4he gekauft und dienten fortan als fixe \u00dcberdachung des Marktes. In Halle eins gibts Fleichprodukte jeder Art. Direkt hinter den Verkaufstresen wird das Fleich zerteil, die Auswahl ist gigantisch. Fleisch wohin man nur blickt&#8230; Halle zwei bietet Milchprodukte, also K\u00e4se, Brot und Geb\u00e4ck, Halle drei \u00fcberrascht mit frischem Obst und Gem\u00fcse und allerlei Eingelegtem und schlussendlich in Halle vier gibts das, wof\u00fcr Lettland eigentlich ber\u00fchmt ist &#8211; Fisch. In einer H\u00e4lfte ger\u00e4ucherten, in der Anderen frischen Fisch. Die Preise sind \u00fcberraschend niedrig. Auf keinem Fischmarkt hatte ich bisher irgendwo frischen Fisch f\u00fcr 80 Cent das Kilo gesehen. Besonders imposant ist aber der viele Lachs der hier verkauft wird. 10 Euro f\u00fcrs Kilo wirken jetzt aber auch nicht \u00fcbertrieben. Generell habe ich den Eindruck, dass hier auf dem Markt das Preisniveau relativ niedrig ist. Wo bekommt man sonst noch Geb\u00e4ck und S\u00fc\u00dfkram um 20 &#8211; 50 Cent?<br \/>\nAuf dem Markt wird viel russisch gesprochen, was vielleicht daran liegen mag, dass direkt angrenzend die Moskauer Vorstadt liegt, ein vor allem von \u00e4lteren, einkommensschwachen, oft russisch st\u00e4mmigen Personen bewohnt wird. Aber auch in der Stadt h\u00f6rt man auff\u00e4llig viel Russisch.<br \/>\nWas an Riga zumindest architektonisch sehr speziell ist, das ist die hohe Dichte an Jugendstilbauten, wom\u00f6glich einzigartig in dieser Form. Die Frage dr\u00e4ngt sich auf, weshalb man in Riga derart viele Bauten aus dieser doch recht kurzen Stilepoche finden kann. Gegen Ende der zweiten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts etablierte sich Riga als Handelsstadt und die H\u00e4ndler erwirtschafteten binnen kurzer Zeit ein beachtliches Verm\u00f6gen. Nun wollte man sich auch modern und weltoffen zeigen und so viel in die zeitgen\u00f6ssische Architektur investiert. Zu dieser Zeit waren relativ viele Architekten in Riga t\u00e4tig, was auch erkl\u00e4rt, dass kein Haus dem anderen gleicht. Beinahe schon alle paar Tage wurde ein neues Geb\u00e4ude eingeweiht. Kaum vorstellbar, dass binnen weniger Jahre \u00fcber 800 Bauten im Stil des Jugendstil entstanden. Sowohl im historischen Altstadtkern, als auch in den angrenzenden Bezirken finden sich auch heute noch unz\u00e4hlige Beispiele dieser doch recht speziellen Stilepoche.<br \/>\nBeim Spaziergang durch die Stadt sp\u00fcrt man regelrecht den Stolz und die finanzielle Potenz der H\u00e4ndler und Gesch\u00e4ftsleute von damals, die sich mit ihren Geb\u00e4uden ein Denkmal setzen wollten. In manchen Stra\u00dfenz\u00fcgen reiht sich ein prachtvoll dekoriertes Geb\u00e4ude ans n\u00e4chste. Mit ein wenig Sonne und blauem Himmel w\u00e4re das alles sicherlich noch viel imposanter, aber auch so l\u00e4sst sich der Zauber der Stadt gut begreifen. Schlussendlich ist man aber nach einem ganzen Tag im Regen trotzt hochwertiger Regenausr\u00fcstung ausgek\u00fchlt und leicht durchn\u00e4sst, also h\u00e4lt es mich nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr lange in der Stadt, ich werfe mich in den abendlichen Berufsverkehr und versuche bei mehr als unangenehmen Nieselregen nicht den \u00dcberblick zu verlieren. Sonderlich r\u00fccksichtsvoll sind die Letten beim Autofahren nicht unbedingt, aber in den letzten Monaten habe ich jetzt schon so viel gesehen und erlebt, dass mich das auch nicht mehr aus der Reserve locken kann.<br \/>\nEin Lichtblick f\u00fcr den morgigen Start: laut Wettervorhersage sind zwei trockene Tage angesagt. Ich schenke diesem Ger\u00fccht mal Glauben und hoffe auf eine gem\u00fctliche Etappe nach Vilnius.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tag 279 &#8211; 05.November Tallinn &#8211; P\u00e4rnu: 135km; 5:16h im Sattel; 5 &#8211; 7 Grad, bedeckt \/ leichter Regen Hostel Meine Bef\u00fcrchtungen bez\u00fcglich des Winds hatten sich &#8211; welch Wunder &#8211; nicht bewahrheitet. Der Wind hatte \u00fcber Nacht um fast 180 Grad gedreht und blies nun genau in meine Richtung. 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