{"id":2496,"date":"2014-11-10T23:32:33","date_gmt":"2014-11-10T21:32:33","guid":{"rendered":"http:\/\/abicyclediary.com\/?p=2496"},"modified":"2014-11-10T23:32:33","modified_gmt":"2014-11-10T21:32:33","slug":"tag-282-284-ab-jetzt-steht-eine-zwei-ganz-vorne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/abicyclediary.com\/?p=2496","title":{"rendered":"Tag 282 &#8211; 284: Ab jetzt steht eine Zwei ganz vorne&#8230;"},"content":{"rendered":"<h2>Tag 282 &#8211; 08.November<\/h2>\n<p>Riga &#8211; Kupiskis: 157km; 6:48h im Sattel; 5 &#8211; 9 Grad, wechselhaft<br \/>\nCamping<\/p>\n<p>Nach einem Tag Pause in Riga gings nun wieder weiter. Wie durch ein Wunder hatte es sich \u00fcber Nacht ausgeregnet und mir stand ein \u00fcberwiegend trockener Radeltag bevor. Es dauerte nicht lange und ich hatte das Ortsschild hinter mir gelassen. Nach gut einer Stunde Fahrt kam dann der gro\u00dfe Moment und der Kilometerz\u00e4hler sprang auf die magischen 20.000 Kilometer. Wahnsinn&#8230; 20.000 Kilometer auf dem Fahrrad zur\u00fcckzulegen, das h\u00e4tte ich mir noch letztes Jahr nicht vorstellen k\u00f6nnen und jetzt bin ich mitten drin. Eine halbe Stunde sp\u00e4ter waren dann auch die 1000 Stunden Fahrzeit erreicht. Ein Tag der gro\u00dfen Zahlen, wie es scheint.<br \/>\n5000 km, das bekommt man schon auch noch ein zweites Mal hin, 10.000 km vielleicht auch noch, bei 15.000 km bin ich mir schon nicht mehr so sicher, aber 20.000 km&#8230; keine Ahnung, ob ich das noch einmal erreiche.<br \/>\nZur Feier des Tages kam dann sogar noch die Sonne zum Vorschein. Ein besseres Geschenk h\u00e4tte ich mir nicht vorstellen k\u00f6nnen. Nach tagelangem Radeln in eint\u00f6nigem Grau endlich wieder blauen Himmel zu sehen ist schon was ganz besonderes. Pl\u00f6tzlich wirkt alles so freundlich und das Radeln f\u00e4llt einem auch gleich viel leichter. Ich hatte mich heute f\u00fcr eine recht ruhige Streckenf\u00fchrung entschieden und bereits kurz hinter Riga die Schnellstra\u00dfe verlassen. Der l\u00f6chrige Asphalt war gleich einmal ein Hinweis darauf, dass die Stra\u00dfe wirklich nicht sonderlich stark frequentiert ist, doch im Grund war es eine gute Wahl, einmal wieder in die Abgeschiedenheit abzutauen. Die Stra\u00dfe schl\u00e4ngelt sich gem\u00e4chlich durch Wald und Wiesen, nur selten kommt man durch ein kleines Dorf. Die meiste Zeit \u00fcber ist es bezaubernd ruhig und seit langem kann ich sogar wieder das Rollger\u00e4usch meiner eigenen Reifen h\u00f6ren.<br \/>\nUm Punkt 12 Uhr rolle ich in Skaistkalne, dem Grenzort nach Litauen, ein. Eigentlich hatte ich mich auf eine warme Suppe gefreut, doch bis auf einen kleinen Supermarkt tut sich nicht viel im Ort. Nun gut, dann eben \u00fcber die Br\u00fccke nach Litauen und von dort aus weiter nach Birzai, dem n\u00e4chstgr\u00f6\u00dferen Ort in der Gegend. Auf der Litauischen Seite ist ebensowenig los wie auf der Lettischen. Selten mal ein Haus, meistens nur Felder. Die \u00c4cker verstr\u00f6men noch den Geruch von feuchter Erde, scheinbar wurde erst vor kurzem gepfl\u00fcgt.<br \/>\nDie Sonne verabschiedet sich nun wieder und zur\u00fcck kommt das feuchtkalte Klima, das ich nun schon so gut kennengelernt hatte. Gut eine Stunde Fahrt und ich erreiche Birzai, dort gibts einen Geldautomaten und ein einziges Lokal im Ort. Litauen ist im Gegensatz zu Estland und Lettland nicht in der Eurozone, also mal wieder Fremdw\u00e4hrung. Das zentral gelegene Gasthaus fungiert mehr als Kantine, denn als Restaurant, was mir eigentlich entgegenkommt. Die Kassiererin l\u00e4sst mich in alle T\u00f6pfe reinschauen und so landet neben Suppe auch noch ein ordentlicher Teller mit Fleisch, Kartoffeln und Gem\u00fcse auf meinem Tablett. Ausser mir gibts noch zwei weitere G\u00e4ste. Das Personal ist klar in der \u00dcberzahl. Eine Kassiererin und f\u00fcnf Angestellte in der K\u00fcche. Wie die Personalkosten gedeckt werden k\u00f6nnen, wenn ich f\u00fcr mein gesamtes Mittagessen nicht einmal drei Euro bezahle, bleibt mir schleierhaft. Die Softdrinks im K\u00fchlschrank sind doppelt so teuer wie das Bier, das es f\u00fcr weniger als 50 Cent zu haben gibt. Wenn man bedenkt, dass in Russland das Bier stellenweise \u00fcber 4 Euro gekostet hat&#8230; Willkommen in der Europ\u00e4ischen Union!<br \/>\nNach den ersten Stunden Fahrt l\u00e4sst sich bereits zweifelsohne feststellen, dass Litauen das \u00e4rmste der drei Baltischen L\u00e4nder ist. Viele H\u00e4user sind verfallen, oder verlassen, der Putz br\u00f6ckelt von den Fassaden und abseits der asphaltierten Hauptstra\u00dfe gibts praktisch nur Sandwege. Es geht vorbei an gewaltig gro\u00dfen Stallungen und noch viel gr\u00f6\u00dferen Lagerhallen, von denen ein Gro\u00dfteil aber verlassen wirkt. Auf den Wiesen sieht man nur vereinzelt ein paar K\u00fche, die an Pl\u00f6cken angekettet vor sich hin grasen. Unz\u00e4hlige Heuballen verrotten auf den endlos weiten Wiesen. Es hat den Anschein, als ob dies noch das Erbe der Sowjetzeit darstellt, als Landwirtschaft nicht im Privatinteresse der Einzelnen betrieben wurde. Der Gr\u00f6\u00dfe der Stallungen nach zu urteilen muss es hier auf fast jedem Hof mehrere hundert K\u00fche gegeben haben, jetzt sieht man maximal 20 auf der Wiese.<br \/>\nImmer mehr Storchennester auf Telefonmasten, in Baumkronen, oder auf eigens vorgesehenen Masten tauchen auf. Aber auch hier sind viele schon seit Jahren nicht mehr besucht worden. Hohes Gras und teilweise sogar Kleine B\u00fcsche wuchern aus vielen Nestern.<br \/>\nLangsam setzt die D\u00e4mmerung ein und ich bin immer noch ein paar Kilometer von Kupiskis entfernt. Die Gr\u00f6\u00dfe des Ortes lie\u00df mich vermuten, dass es hier wom\u00f6glich ein Hotel geben k\u00f6nnte, doch nach einer Runde im Ort ist weit und breit keine Unterkunft zu finden. Eigentlich wollte ich ja meinen Jubeltag in einem warmen und trockenen Zimmer ausklingen lassen, doch nun hei\u00dft es schnell sein und noch vor Einbruch der Dunkelheit das Zelt auf einer Wiese abseits der Stra\u00dfe aufstellen. Mit etwas Gl\u00fcck h\u00e4lt das Wetter auch noch \u00fcber Nacht und ich werde vom Regen verschont.<\/p>\n<h2>Tag 283 &#8211; 09.November<\/h2>\n<p>Kupiskis &#8211; Vilnius: 159km; 8:41h im Sattel; 5 &#8211; 8 Grad, bedeckt<br \/>\nWarmshowers<\/p>\n<p>Gl\u00fccklicherweise blieb der Regen \u00fcber Nacht aus und so konnte ich zumindest einigerma\u00dfen trocken meine Sachen zusammenpacken. Zelten im einstelligen Temperaturbereich bedeutet aber immer ein gewisses Ma\u00df an Kondensfeuchtigkeit, doch was solls, f\u00fcr heute Abend habe ich mir eine private \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeit bei Mikael \u00fcber Warmshowers organisiert, da sollte das Zelt dann auch wieder auftrocknen.<br \/>\nAls ob Kupiskis eine Art Trennlinie dargestellt h\u00e4tte, verschwanden die weiten Felder und die verlassenen St\u00e4lle fast auf einen Schlag und statt dessen wurde die Landschaft um einiges h\u00fcgeliger. Man sah kaum noch landwirtschaftlich genutzte Fl\u00e4chen neben der Stra\u00dfe, daf\u00fcr viele Wiesen, die nicht bewirtschaftet werden und dem nat\u00fcrlichen Kreislauf von Wachsen und Vergehen hingegeben sind. Wirklich nur \u00e4usserst selten bekam ich mal ein Haus zu Gesicht. \u00c4hnlich wie in der Grenzregion zu Litauen sieht man bei fast jedem Haus einen Ziehbrunnen im Garten stehen. Ob die H\u00e4user an die Wasserversorgung angeschlossen sind ist zu bezweifeln. Sicherlich kein leichtes Leben hier in der Ein\u00f6de. Auffallend viele Holzkreuze sieht man nun am Stra\u00dfenrand. Diesmal aber nicht als Gedenkst\u00e4tten f\u00fcr Verkehrstote, sondern &#8220;einfach nur so&#8221;. Meist recht kunstvoll geschnitzt und mit unterschiedlichen Heiligenfiguren besetzt stehen sie immer ein paar Meter von der Stra\u00dfe abger\u00fcckt.<br \/>\nBinnen k\u00fcrzester Zeit wurden meine F\u00fc\u00dfe mal wieder eiskalt. Die Taktik, mit zwei Paar Socken zu radeln und dadurch vielleicht ein wenig w\u00e4rmere F\u00fc\u00dfe zu bekommen, bewirkt offenbar einen gegenteiligen Effekt. Zum Gl\u00fcck war der n\u00e4chstgr\u00f6\u00dfere Ort, Utena, nicht mehr allzuweit entfernt. Utena wirkte schon richtig st\u00e4dtisch nach den vielen Kilometern im Hinterland. Viele Plattenbauten pr\u00e4gten das Ortsbild, doch das wichtigste f\u00fcr mich war eigentlich ein gut beheiztes Lokal. Meine Wahl fiel auf eine Pizzeria, in der ich mich direkt neben dem Heizk\u00f6rper niederlie\u00df und erst einmal langsam wieder warm wurde. Als Wiedergutmachung gabs auf den ersten Kilometern nach der Mittagspause dann sogar ein paar Sonnenstrahlen. Die ruhigen Nebenstra\u00dfen lie\u00df ich nun hinter mir und f\u00e4delte mich auf die A14 ein. Von nun an gings wieder im gewohnten Verkehrsfluss direkt in Richtung Vilnius. Die Kilometer tr\u00f6pfelten gem\u00e4chlich vor sich hin und Schritt f\u00fcr Schritt kam ich der Hauptstadt von Litauen ein wenig n\u00e4her. Etwa 25km vor Vilnius tauchte dann ein Wegweiser zum &#8220;Zentrum Europas&#8221; auf. Das musste ich mir nat\u00fcrlich n\u00e4her anschauen. Den 1989 durchgef\u00fchrten Berechnungen des nationalen Geografieinstituts Frankreichs soll sich demnach der Fl\u00e4chenschwerpunkt des europ\u00e4ischen Kontinents direkt hier in Litauen, nur ein paar Meter neben der A14 befinden. Wie man sich denken kann, beanspruchen durchaus einige Orte in Europa den Titel &#8220;Mittelpunkt Europas&#8221;, was sicherlich auch korrekt ist, denn die M\u00f6glichkeiten, einen Mittelpunkt zu bestimmen sind vielf\u00e4ltig. Dass es sich aber hier um den &#8220;einzig wahren Mittelpunkt&#8221; handelt verdeutlicht ein Zitat von der Infotafel:<br \/>\n&#8220;Ungeachtet dessen, dass einige L\u00e4nder sich eines geographischen Mittelpunkts Europas r\u00fchmen, liegt das tats\u00e4chliche und einzige Zentrum Europas in Litauen. Dies haben Messungen des Franz\u00f6sischen Nationalinstituts f\u00fcr Geographie ergeben. Diese Tatsache ist auch im Guinness-Buch der Rekorde registriert.&#8221;<br \/>\nIch gehe mal davon aus, dass \u00e4hnliche S\u00e4tze an allen anderen &#8220;Zentren Europas&#8221; zu finden sind, aber nun bin ich einmal hier und kann behaupten, einmal in der absoluten Mitte gestanden zu haben.<br \/>\nAuf den letzten Kilometern bis ins Stadtzentrum begann es dann wieder einmal kr\u00e4ftig zu d\u00e4mmern, doch immerhin erreichte ich dank einer sch\u00f6nen langen Abfahrt Mikaels Wohnung noch vor Einbruch der Dunkelheit. Bin schon sehr gespannt auf den morgigen Stadtrundgang. Von der A14 aus sah man bereits unz\u00e4hlige Hochh\u00e4user, die eine v\u00f6llig andere Sprache sprechen, als all das, was ich in den vergangenen zwei Tagen unterwegs gesehen habe.<br \/>\nMikael und seine Freundin sind sehr erfahrene Gastgeber bei Couchsurfing und Warmshowers. Regelm\u00e4\u00dfig kommen Leute bei ihnen vorbei und verbringen ein paar Tage bei ihnen. Ich komme genau zur rechten Zeit &#8211; K\u00fcrbissuppe ist soeben fertig geworden und wartet darauf verk\u00f6stigt zu werden&#8230;<\/p>\n<h2>Tag 284 &#8211; 10.November<\/h2>\n<p>Vilnius: 1 Ruhetag; bisher geradelt: 20.290km; 1011:50h im Sattel; 8 &#8211; 10 Grad, bedeckt<br \/>\nWarmshowers<\/p>\n<p>Nun bin ich also in Vilnius angekommen und habe somit die Hauptstadt des dritten Baltischen Staates erreicht. In Litauen wird in knapp zwei Monaten der Euro als offizielles Zahlungsmittel eingef\u00fchrt, bis dahin wird noch alles doppelt ausgezeichnet. Erinnerungen an die Euro-Einf\u00fchrung 2001 kommen auf, als auf den Speisekarten auch noch recht krumme Euro-Betr\u00e4ge zu lesen waren. Im Fernsehen laufen recht motivierte Werbespots f\u00fcr das neue Zahlungsmittel und in vielen Gesch\u00e4ften h\u00e4ngen Plakate mit den Euro-Ausf\u00fchrungen der einzelnen Mitgliedsstaaten. Man sp\u00fcrt, es steht eine kleine Ver\u00e4nderung bevor.<br \/>\nIch wei\u00df nicht, ob man Vilnius jetzt stellvertretend f\u00fcr das ganze Land betrachten kann, aber auch hier in der Stadt kann man ein starkes Gef\u00e4lle von alt zu neu, von traditionell zu modern, von arm zu reich erkennen. Bereits gestern hatte ich bei meiner Ankunft aus der Ferne die Hochh\u00e4user des B\u00fcro- und Gesch\u00e4ftsviertels erkennen k\u00f6nnen. Ein klares Zeichen, dass hier investiert wird und an einer florierenden Zukunft gearbeitet wird, doch in der direkten Nachbarschaft der neu errichteten Hochh\u00e4user befindet sich ein recht gro\u00dfer Wohnbezirk, der fast ausschlie\u00dflich aus einst\u00f6ckigen Holzh\u00e4usern besteht. Die Erschlie\u00dfungswege sind gr\u00f6\u00dftenteils nicht einmal befestigt und man hat fast den Eindruck, sich in einem Ghetto zu bewegen. Doch zum Zentrum von Vilnius sind es nur ein paar hundert Meter. Gr\u00f6\u00dfer k\u00f6nnte der Kontrast wohl nicht sein, doch irgendwie trifft sich das auch mit dem Bild das ich von Litauen auf meiner bisherigen Fahrt bekommen habe.<br \/>\nVon den drei baltischen Staaten, so habe ich zumindest den Eindruck, sp\u00fcrt man in Litauen den vergangenen Einfluss der Sowjetrepublik noch am st\u00e4rksten. Wom\u00f6glich auch deshalb, weil im historischen Stadtzentrum ein beachtlicher Teil der Stadtstruktur starken Eingriffen der sowjetischen Stadtplanung unterworfen war. Viele Geb\u00e4ude und ganze Stra\u00dfenz\u00fcge wurden nach dem zweiten Weltkrieg nicht wieder aufgebaut, sondern mussten statt dessen der sowjetischen Moderne Platz machen. Wenn man sich jetzt durch das enge Gassengewirr treiben l\u00e4sst, st\u00f6\u00dft man immer wieder auf absolut fremdartig wirkende Bauk\u00f6rper.<br \/>\nGenerell unterscheidet sich Vilnius stark von Riga, oder Tallinn. Die Stadt wirkt viel verwinkelter und es ist zumindest f\u00fcr den Anfang ein bisschen schwierig, sich zu orientieren. Nachdem ich ein paar Mal im Kreis gelaufen bin klettere ich erst einmal auf einen der umliegenden H\u00fcgel und verschaffe mir so ein wenig \u00dcberblick \u00fcber die Stadt. Unz\u00e4hlige Kirchen auf unterschiedlichsten Niveaus mit ebenso vielen Mauern erkl\u00e4ren, weshalb die Stadt im ersten Moment ein wenig verwirrend wirkt. Der Fluss Neris trennt die Altstadt vom neueren Teil der Stadt in dem sich sowohl das moderne B\u00fcro- und Gesch\u00e4ftsviertel entwickelt, sich aber auch die unz\u00e4hligen Wohnblocks aus Sowjetzeiten befinden. Ein riesengro\u00dfes Areal mit Fu\u00dfballarena, Schwimmbad und Konzerthalle schlummert offenbar schon seit einigen Jahren im Dornr\u00f6schenschlaf. Das Gras am Fu\u00dfballfeld ist schon kniehoch, vom Schwimmbad sind nur noch die Sprungt\u00fcrme aus massivem Beton zu sehen und die Konzerthalle hat ihre Tore auch schon lange geschlossen. Schade eigentlich&#8230;<br \/>\nDen vielen Gedenktafeln an den Hausfassaden nach zu urteilen muss es in Vilnius vor dem Zweiten Weltkrieg eine recht hohe Dichte an j\u00fcdischer Bev\u00f6lkerung gegeben haben. Nun lebt nur noch ein kleiner Rest hier in der Stadt. Jene Gebetsh\u00e4user, die von den Nazis nicht g\u00e4nzlich zerst\u00f6rt wurden, hatten die Sowjets schlussendlich beseitigt.<br \/>\nVom gro\u00dfen finanziellen Aufschwung wie beispielsweise in Riga zur Jahrhundertwende ist hier in Vilnius nicht viel zu sp\u00fcren, die Altstadt erz\u00e4hlt vielmehr eine recht breit gef\u00e4cherte Geschichte.<br \/>\nIrgendwann ist bei mir dann aber auch der Punkt erreicht, an dem ich mich dem feuchtkalten Wetter beuge und langsam den Heimweg antrete. Die Vorstellung von einem gut geheizten Wohnzimmer und ein paar Stunden ohne Bewegung sind schlussendlich doch zu verlockend. Die kommenden Tage werden ohnehin wieder mit viel Aktivit\u00e4t gef\u00fcllt sein. Schon morgen Fr\u00fch gehts weiter in Richtung polnische Grenze. Wenn alles nach Plan verl\u00e4uft werde ich in f\u00fcnf Tagen Danzig erreichen und mich dort dann wieder mal einen Tag auf die faule Haut legen, noch einmal etwas Ostseeluft schnuppern und dann in Richtung Deutschland weiterradeln. In etwas mehr als einer Woche werde ich dann zum ersten Mal wieder im deutschsprachigen Gebiet unterwegs sein.<br \/>\nVorerst bin ich aber mal sehr gespannt darauf, was Polen zu bieten hat. Die Strecke f\u00fchrt mich durch die Masuren, eine gro\u00dfe Seenlandschaft im fr\u00fcheren Ostpreussen. Vielleicht l\u00e4sst sich da ja schon ein netter See auskundschaften, den man im Sommer mal per Boot erkunden kann&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tag 282 &#8211; 08.November Riga &#8211; Kupiskis: 157km; 6:48h im Sattel; 5 &#8211; 9 Grad, wechselhaft Camping Nach einem Tag Pause in Riga gings nun wieder weiter. Wie durch ein Wunder hatte es sich \u00fcber Nacht ausgeregnet und mir stand ein \u00fcberwiegend trockener Radeltag bevor. 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