{"id":483,"date":"2014-02-12T11:58:30","date_gmt":"2014-02-12T10:58:30","guid":{"rendered":"http:\/\/abicyclediary.com\/?p=483"},"modified":"2014-02-12T11:58:30","modified_gmt":"2014-02-12T10:58:30","slug":"tag-11-das-eiserne-tor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/abicyclediary.com\/?p=483","title":{"rendered":"Tag 11: Das Eiserne Tor"},"content":{"rendered":"<h2>Tag 11<\/h2>\n<p>Golubac &#8211; Kladovo; 123km; 6:09h im Sattel; 10 Grad, bew\u00f6lkt<br \/>\nPensionszimmer<\/p>\n<p>Mit einem backofenfrischen Burek und einem Becher Joghurt l\u00e4sst es sich hervorragend in den Tag starten. Kraftfutter f\u00fcr die ersten Stunden&#8230;<br \/>\nStarker S\u00fcdostwind kr\u00e4uselt die Wellen der angestauten Donau und macht mir das Vorankommen etwas schwer. Doch die M\u00fchen werden belohnt. Golubac ist der letzte Ort bevor der Landschaftsabschnitt des Eisernen Tors befahren werden kann. Die kilometerbreite Donau flie\u00dft durch einen nur etwas mehr als 100m breiten Einschnitt einer H\u00fcgelkette. Nachdem ich die erste Verengung der Donau hinter mich gelassen hatte, nimmt der Wind zunehmend ab.<br \/>\nDie Fahrt durch das Eiserne Tor sollte zu einer der sch\u00f6nsten Tagesetappen bisher werden. Das Landschaftsbild \u00e4ndert sich nahezu alle Kilometer. Der Fluss verengt sich stellenweise auf weniger als 100m, dann wieder \u00f6ffnet sich die Donau wieder auf einige hundert Meter. Stellenweise erinnert die Uferformation stark an die Donauh\u00e4nge am deutsch-\u00f6sterreichischen Donauradweg zwischen Passau und Linz. Doch dann steigt pl\u00f6tzlich das Ufer wieder steil auf, die Stra\u00dfe schraubt sich langsam in die H\u00f6he und gibt einen atemberaubenden Blick auf das vor einem liegende Flusstal frei.<br \/>\nDie Donau bahnt sich nahezu ohne Flie\u00dfgeschwindigkeit ihren Weg. Einzig die wenigen Schiffe, die auf diesem Flussabschnitt zu sehen sind durchschneiden langsam die spiegelglatte Wasseroberfl\u00e4che. Ich bin erstaunt, wie wenig Schiffsverkehr auf diesem Flussabschnitt anzutreffen ist.<br \/>\nDas Eiserne Tor kann auf beiden Seiten (Rum\u00e4nien und Serbien) befahren werden. Ich bin froh, auf der serbischen Seite geblieben zu sein. Die Uferstra\u00dfe bietet viel Abwechslung. Durch unz\u00e4hlige Tunnels bahnt man sich den Weg entlang der Donau. M\u00fchsame Anstiege werden mit herrlichen Abfahrten belohnt.<br \/>\nEs ist kaum zu glauben, wie vielf\u00e4ltig die Landschaft pl\u00f6tzlich wird. Tagelang bin ich durch monotones Flachland pedaliert, jetzt zeigt sich die Landschaft nahezu nach jeder Kurve von einer anderen Seite.<br \/>\nBei der Halbzeitpause genie\u00dfe ich nach Empfehlung des Hauses einen serbischen Burger (Pjleskavica). Der Kellner hatte 17 Jahre in Wien gearbeitet und bewirtet mich mit akzentfreiem Deutsch. Nachdem er seit 4 Jahren wieder zur\u00fcck in der Heimat ist, interessiert ihn sehr, wie sich Wien entwickelt hat.<br \/>\nDer zweite Abschnitt des Eisernen Tors bietet dann sogar noch mehr Highlights als der Beginn. Lange Zeit habe ich die Sonne im R\u00fccken. Ich fahre also Richtung Norden&#8230; Wenn ich nicht w\u00fcsste, dass das so sein soll, w\u00fcrde ich mir Sorgen machen.<br \/>\nJe weiter ich vorankomme, desto deutlicher nimmt die Temperatur ab. Auch der Schnee am Stra\u00dfenrand nimmt wieder zu &#8211; immerhin ist er hier noch wei\u00df. In der Ferne erkennt man in Rum\u00e4nien tief verschneite Berge. Aber auch die H\u00fcgellandschaft vor Ort ist leicht \u00fcberzuckert. Offensichtlich ist beim vorgestrigen Regen hier Schnee gefallen.<br \/>\nSeit gut 150 km bewege ich mich nun schon entlang der rum\u00e4nischen Grenze. Erst kurz vor Kladovo, als die erste Staustufe erreicht ist, fahre ich am Grenz\u00fcbergang nach Rum\u00e4nien vorbei. Rum\u00e4nien und Serbien teilen sich hier ein gewaltiges Stauwerk, das zur beiderseitigen Stromerzeugung genutzt wird. Auch nach dem Stauwerk nimmt die Donau keine Fahrt mehr auf. Die R\u00fcckstauzone des darauf folgenden zweiten Stauwerks ist schon zu sp\u00fcren&#8230;<br \/>\nKurz nach 16 Uhr erreiche ich mein Etappenziel Kladov. Von hier aus sind es noch ca. 300km bis nach Sofia. Sollte also in drei Etappen machbar sein.<br \/>\nMorgen fallen die ersten 1000km&#8230; Nachdem ich mich nun die letzten Tage auf sehr ruhigen Pfaden bewegt habe, werde ich nun wieder in den Hauptverkehr einbiegen. Bin gespannt, ob sich die aufmunternden Gesten der Autofahrer auch auf der Strecke nach Sofia finden. Ich habe mich schon fast an das herzliche Hupen und Blinken der Vorbeifahrenden gew\u00f6hnt.<br \/>\nDa ich die Donau morgen verlasse und mich auf den Weg nach Sofia mache, g\u00f6nne ich mir noch zum Abendessen einen Fisch. Donauradweg ohne Fisch&#8230; das kann ja nicht sein&#8230; Es gibt gebackenen Hecht mit &#8211; wie so oft &#8211; Knoblauch wohin man blickt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tag 11 Golubac &#8211; Kladovo; 123km; 6:09h im Sattel; 10 Grad, bew\u00f6lkt Pensionszimmer Mit einem backofenfrischen Burek und einem Becher Joghurt l\u00e4sst es sich hervorragend in den Tag starten. Kraftfutter f\u00fcr die ersten Stunden&#8230; Starker S\u00fcdostwind kr\u00e4uselt die Wellen der angestauten Donau und macht mir das Vorankommen etwas schwer. Doch die M\u00fchen werden belohnt. 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