{"id":560,"date":"2014-02-18T19:50:40","date_gmt":"2014-02-18T18:50:40","guid":{"rendered":"http:\/\/abicyclediary.com\/?p=560"},"modified":"2014-02-18T20:19:14","modified_gmt":"2014-02-18T19:19:14","slug":"tag-1516-im-nationalpark","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/abicyclediary.com\/?p=560","title":{"rendered":"Tag 16\/17: Im Nationalpark"},"content":{"rendered":"<h2>Tag 16<\/h2>\n<p>Sofia &#8211; Iganovo: 131km; 6:00h im Sattel; 8-14 Grad, Sonne<br \/>\nCamping<\/p>\n<p>Wie erwartet war Morgens noch nicht viel los in der Stadt. Nach einem kurzen Fr\u00fchst\u00fcck in der Markthalle bestieg ich bestens erholt wieder das Rad. Im Gegensatz zur Stadteinfahrt war das Stadtende Richtung Osten sehr schnell und sehr unspektakul\u00e4r erreicht. Relativ rasch ging die urbane Struktur in eine sehr d\u00fcnn besiedelte Vorstadt \u00fcber, die dann beinahe abrupt endete. Kurz nach dem Ortsschild von Sofia wurde ich \u00fcberraschend von einer Gruppe Rennradlern \u00fcberholt. Da mir noch einige H\u00f6henmeter bevorstanden, entschloss ich mich nicht in den Windschatten zu h\u00e4ngen. Ich traf dann nach einigen Kilometern wieder bei ihrer ersten Pause. Sonntags sind nach ihrer Aussage immer viele Radler auf der Strecke. In Sofia scheint es eine doch relativ gro\u00dfe Gruppe von Rennradlern zu geben&#8230; Nach einer kurzen Plauderei ging es weiter. Als ich bei strahlendem Sonnenschein eine der vielen Wasserquellen am Stra\u00dfenrand passierte, beschloss ich, hier den erforderlichen Radservice durchzuf\u00fchren. Ich war nicht der Einzige, der hier Pause machte, um sein Gef\u00e4hrt zu reinigen. Alle paar Minuten stoppte wieder ein Auto, und die Scheiben wurden geputzt. Ein paar Rennradler kamen auch noch vorbei, um Wasservorr\u00e4te aufzuf\u00fcllen. Nach etwa 1 1\/2 Stunden gl\u00e4nzte das Rad wieder wie neu. Der Schlamm aus Ungarn und Serbien ist nun endg\u00fcltig ab. Zur Kr\u00f6nung des Tages gab es dann auch noch eine neue Kette. Die erste hat schon 2000km drauf&#8230;<br \/>\nNun ging es also den Bergen entgegen. Die Strecke scheint bei Motorradfahrern und Rennradlern auch sehr beliebt zu sein. Immer wieder passierten gr\u00f6\u00dfere Gruppen. F\u00fcr mich war es seit Langem wieder das erste Mal, Radler zu sehen, die nicht das Rad als reines Transportmittel verwendeten.<br \/>\nZur\u00fcck zum Thema&#8230; es ging in Richtung Berge. Schon der erste Anstieg hatte es ziemlich in sich. Bis auf knapp unter 1000m schl\u00e4ngelte sich die Stra\u00dfe durch dichten Buchenwald. Am Gipfel angekommen \u00f6ffnete sich ein sagenhaft sch\u00f6nes Tal. Die Vegetation wechselte abrupt von Buchen auf Kiefern und die erste gro\u00dfe Abfahrt stand bevor.<br \/>\nMir kam es vor, als h\u00e4tte ich ein vergessenes Tal betreten. An beiden Seiten flankiert von Bergr\u00fccken liegt vor mir eine schier endlos scheinende Ebene. Auf manchen Gipfeln liegt noch Schnee, das Panorama ist atemberaubend, mit rasantem Tempo geht es bergab.<br \/>\nImmer wieder sieht man gro\u00dfe Gruppen Pferde, die in aller Seelenruhe grasen. Vereinzelt treiben Hirten Kuh- oder Schafherden zu neuen Weidepl\u00e4tzen.<br \/>\nBei relativ wenig Verkehr lasse ich mich durch das Tal treiben und nehme fast unbemerkt den einen oder anderen kleineren Anstieg mit. Wie befl\u00fcgelt treibt es mich durch die Landschaft.<br \/>\nEs f\u00e4llt auf, dass die Bev\u00f6lkerung hier deutlich \u00e4rmer ist. Viele Pferdefuhrwerke sind auf der Stra\u00dfe und die H\u00e4user sind h\u00e4ufig so konstruiert, wie es mir in Serbien schon aufgefallen ist. Wenn ich durch die D\u00f6rfer fahre, winken mir die Leute oft freundlich zu. Ich f\u00fchle mich heute auf dem Rad wirklich wohl!<br \/>\nAm Nachmittag steht nochmal ein ziemlich kr\u00e4ftezehrender Anstieg bevor. Bis auf \u00fcber 1100m zieht sich die Bundesstra\u00dfe 6. Am Gipfel angekommen steht mir aber nun eine Abfahrt mit 500 H\u00f6henmetern in einem St\u00fcck bevor. Die 60km\/h Marke wird heute des \u00f6fteren geknackt.<br \/>\nEs ist schon sp\u00e4ter Nachmittag und ich sollte mir langsam Gedanken um einen Schlafplatz machen. Ich muss mich heute aber direkt dazu zwingen, vom Rad zu steigen. So sch\u00f6n ist die Gegend, dass ich gar nicht aufh\u00f6ren will&#8230;<br \/>\nBereits Mittags hatte ich entschlossen, heute wieder mal das Zelt aufzuschlagen. Bei so einer Kulisse muss man ja fast im Zelt schlafen.<br \/>\nDie nicht existenten Sonntags-Schlie\u00dfzeiten machen es nat\u00fcrlich sehr leicht, tagt\u00e4glich einkaufen zu k\u00f6nnen, ohne auf das Datum achten zu m\u00fcssen.<br \/>\nAlso noch kurz Brot, K\u00e4se und Getr\u00e4nke im Supermarkt besorgt und los geht die Suche nach einem netten Platz.<br \/>\nAls sich nach 5km immer noch kein geeigneter Platz bietet bereue ich es schon fast, so lange geradelt zu sein, doch da ist er&#8230; der perfekte Platz. Das totale Bergpanorama vor mir, kaum einsichtig von der Stra\u00dfe auf einer frisch abgegrasten, nahezu ebenen Wiese&#8230;<br \/>\nAls die Suppe kocht verschwindet die Sonne langsam hinter den Bergen und das Thermometer sinkt sofort um ein paar Grad ab.<\/p>\n<h2>Tag 17<\/h2>\n<p>Iganovo &#8211; Stara Zagora: 113km; 4:58h im Sattel; 14-28 Grad, Sonne<br \/>\nCamping<\/p>\n<p>In der Nacht sank das Thermometer im Zelt auf 3 Grad ab. Morgens war dementsprechend das Zelt innen und Au\u00dfen na\u00df. Ich hatte gestern bereits versucht, das Zelt so aufzustellen, dass die Morgensonne so fr\u00fch als m\u00f6glich aufs Zelt trifft. Bis alles trocken war, verging aber einige Zeit. Ich fr\u00fchst\u00fcckte derweil ausgiebig und genoss den fabelhaften Ausblick auf die Berge. Kurz nach 10 konnte es dann losgehen. Das Thermometer war schon auf 15 Grad geklettert, die Softshellhose blieb diesmal gleich in der Tasche, die Windjacke sollte im Laufe des Tages auch noch dort landen&#8230;<br \/>\nDas Tal fiel ein wenig in meiner Faahrtrichtung ab, was mir einen ziemlich hohen Tagesschnitt erm\u00f6glichte. Bis zur versp\u00e4teten Mittagspause war nur ein gr\u00f6\u00dferer Anstieg zu bew\u00e4ltigen. Die 20 Grad Marke war schon lange durchbrochen und der Schwei\u00df tropfte unaufhaltsam von der Stirn.<br \/>\nAls ich bei der darauffolgenden Abfahrt den Ort Kalofer passierte, musste ich einen kurzen Abstecher dorthin machen. Eine unvorstellbar gro\u00dfe Statue war mir ins Auge gestochen&#8230; es handelt sich um Herrn Hristo Botev.<br \/>\nNach kurzer Internetrecherche stellte sich heraus, dass es sich um einen der bedeutendsten Nationalhelden Bulgariens handelte. Der Dichter Botev lebte in Kalofer und z\u00e4hlte im Aprilaufstand zu den f\u00fchrenden Revolution\u00e4ren in Bulgarien. Resultat dieser April Aufst\u00e4nde war die Unabh\u00e4ngigkeit Bulgariens.<br \/>\nIhm zu Ehren werden am Nationalfeiertag die Sirenen eingeschaltet. Auch der h\u00f6chste Berg des Balkangebirges wurde nach ihm benannt. Wie es der Zufall will, sieht man von Kalofer hervorragend auf den 2376 hohen Berg Botev.<br \/>\nDenkm\u00e4ler in bombastischer Dimension sieht man hier in Bulgarien immer wieder. Teilweise thronen sie von weitem sichtbar von Berggipfeln, oder \u00fcberragen die H\u00e4user. In Stara Zagora habe ich auch schon von weitem ein sagenhaft gro\u00dfes Denkmal gesehen, doch leider musste ich den Ort mehr oder weniger links liegen lassen, weil die Sonne schon langsam unterging und ich noch einen geeigneten Platz f\u00fcr mein Zelt suchte.<br \/>\nKurz zur\u00fcck zur heutigen Tour&#8230; Nachdem ich Katofer hinter mir gelassen hatte, wurden die Berge zu beiden Seiten kontinuierlich niedriger. Der Verkehr nahm wieder zu und die Orte durch die ich fuhr wurden auch immer gr\u00f6\u00dfer. Mir kam es so vor, als ob viele Orte innerhalb k\u00fcrzester Zeit entstanden sind. 8-st\u00f6ckige Betonblocks reihten sich aneinander, ein klassisches Ortszentrum war nicht mehr zu erkennen.<br \/>\nKazanlak und Stara Zagora scheinen zu den gr\u00f6\u00dften Orten hier in der Gegend zu geh\u00f6ren.<br \/>\nHatte ich den gestrigen Tag fast zur G\u00e4nze in nahezu menschenleerer Gegend verbracht, tauchten heute immer \u00f6fter wie aus dem NIchts gr\u00f6\u00dfere Siedlungen auf. Ich erinnerte mich kurz an die abrupten Wechsel von Land und Stadt in Ungarn. \u00c4hnlich f\u00fchlte sich das auch heute an.<br \/>\nZwei Tage sch\u00f6nster Naturerlebnisse liegen hinter mir. Es war eine hervorragende Idee, die etwas h\u00fcgeligere Strecke der Direktpassage vorzuziehen. Die Landschaftseindr\u00fccke werden mich sicher noch l\u00e4nger begleiten.<br \/>\nWenn m\u00f6glich m\u00f6chte ich morgen Abend schon Edirne erreichen. Dazu muss ich morgen aber ein paar Meter machen.<br \/>\nIch versuchte daher heute m\u00f6glichst lange auf dem Rad zu bleiben. Nachdem ich aber schon relativ sp\u00e4t gestartet bin, fehlte mir zum Schluss etwas Zeit.<br \/>\nDaf\u00fcr fand ich kurz nach dem Ortsende von Stara Zagona einen Bilderbuch-Zeltplatz. Wenn ich es richtig einordnen kann, m\u00fcsste es sich um den Randbereich eines &#8211; vermutlich nicht mehr in Betrieb befindlichen &#8211; Flughafens handeln.<br \/>\nIch bin heute zwar ca. 200m tiefer, als gestern, aber ich habe das Gef\u00fchl, dass es Nachts ebenso kalt werden wird&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tag 16 Sofia &#8211; Iganovo: 131km; 6:00h im Sattel; 8-14 Grad, Sonne Camping Wie erwartet war Morgens noch nicht viel los in der Stadt. Nach einem kurzen Fr\u00fchst\u00fcck in der Markthalle bestieg ich bestens erholt wieder das Rad. 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