{"id":573,"date":"2014-02-18T22:10:45","date_gmt":"2014-02-18T21:10:45","guid":{"rendered":"http:\/\/abicyclediary.com\/?p=573"},"modified":"2014-02-18T22:10:45","modified_gmt":"2014-02-18T21:10:45","slug":"tag-18-auf-in-die-turkei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/abicyclediary.com\/?p=573","title":{"rendered":"Tag 18: Auf in die T\u00fcrkei!"},"content":{"rendered":"<h2>Tag 18<\/h2>\n<p>Stara Sagova &#8211; Edirne: 128km; 5:51h im Sattel; 14-28 Grad, Nebel \/ Sonne<br \/>\nHotelzimmer<\/p>\n<p>Gegen f\u00fcnf Uhr fr\u00fch war die Temperatur im Zelt auf 1 Grad gefallen. Die Sonne am Morgen w\u00e4rmte nur wenig, da bereits ein leichter Dunstschleier aufgezogen war.<br \/>\nNach einem gem\u00fctlichen Fr\u00fchst\u00fcck vor dem Zelt packte ich das gerade eisfrei gewordene Zelt wieder ein und schwang mich aufs Rad.<br \/>\nDie ersten Stunden kurbelte ich auf einer eher monotonen Strecke entlang. Stellenweise ging die Sicht aufgrund dichten Nebels auf unter 50m zur\u00fcck. Dichter Nebel &#8211; ein Graus f\u00fcr Brillentr\u00e4ger, da der Nebel auf der Brille kondensiert und die Sicht noch schlechter macht.<br \/>\nMein Kopf war immer noch voll den Eindr\u00fccken der letzten beiden Tage. Da fiel es gar nicht gro\u00df auf, dass die Landschaft auf weiten Strecken nicht wirklich viel zu bieten hatte.<br \/>\nAls ich mal wieder auf eine Nebenstra\u00dfe einbog, um dem Hauptverkehr zu entkommen wurde die Gegend auf einen Schlag immer \u00e4rmlicher. Die D\u00f6rfer bestanden teilweise nur noch aus bauf\u00e4lligen H\u00fctten, Pferde grasten zwischen ausgeschlachteten Autos, auf den offenen M\u00fcllkippen wurde nach verwertbaren Dingen gesucht. Auf allem lag ein Gef\u00fchl der Resignation. Keinerlei Anzeichen von Aufschwung bzw. Neuanfang.<br \/>\nPferdefuhrwerke waren wieder h\u00e4ufiger zu sehen. Am Stra\u00dfenrand sammelten die Dorfbewohner Brennholz aus dem Unterholz und transportierten es mit allen m\u00f6glichen Gef\u00e4hrten ins Dorf. Kinderwagen, Einkaufswagen, Fahrr\u00e4der&#8230; alles was R\u00e4der hat und Platz f\u00fcr einen Schwung Brennholz wird verwendet.<br \/>\nNeben der bestehenden Bundesstra\u00dfe 8 wird aktuell einen neue Schnellstra\u00dfe gebaut. Die Baumaschinen rei\u00dfen den Boden auf. Teilweise erschreckend, wie tief die Abfallschichten reichen.<br \/>\nMein Ziel war es, heute noch Edirne zu erreichen. Leider wusste ich den ganzen Tag nicht wie weit ich noch von Edirne entfernt war. Schlussendlich sollte ich mich um 15km (zu meinen Gunsten) versch\u00e4tzt haben.<br \/>\nKurz vor der Grenze tauchten dann in allen Orten gro\u00dfe Storchennester auf den Telefonmasten auf. St\u00f6rche sah man leider keine, aber die sind jetzt im Winter ja vermutlich dort, wo es w\u00e4rmer ist.<br \/>\nDie Grenze zur T\u00fcrkei k\u00fcndigte sich schon recht fr\u00fch an. Am Seitenstreifen reihte sich eine schier endlos scheinende Schlange von LKW auf. Ganz entspannt konnte ich daran vorbeiradeln. Dei Grenzformalit\u00e4ten fielen eher unmotiviert aus. Der Grenzer wollte kurz einen Blick in meine Packtaschen werfen, nachdem er aber gesehen hat, dass alles ziemlich eng verpackt war verlie\u00df ihn offensichtlich die Lust und er winkte mich durch.<br \/>\nSo, nun also die T\u00fcrkei&#8230; Abschied von den kyrillischen Buchstaben, die ich leider noch nicht perfekt beherrsche. Ich werde aber immer wieder mal Zeit zum \u00fcben haben.<br \/>\nJetzt wird es Zeit, den Sprachf\u00fchrer auszupacken und mir ein paar Brocken T\u00fcrkisch beizubringen.<br \/>\nZu meiner Freude war das Etappenziel Edirne bereits nach kurzer Zeit erreicht. Im Hotelzimmer fand ich ausreichend Platz, das nasse Zelt zum Trocknen aufzustellen. Kurz die Klamotten mit Handw\u00e4sche wieder auf Vordermann gebracht und dann die wohlverdiente Dusche.<br \/>\nDer abschlie\u00dfende Spaziergang durch den Altstadtkern war wie ein Ausflug in eine neue Welt. Die engen Gassen waren \u00fcberf\u00fcllt von L\u00e4den aller Art. Fleischer, Schneider, Schuster, Friseure, B\u00e4cker, Imbisse, Restaurants etc. Ein Laden reiht sich an den n\u00e4chsten und kaum einer ist gr\u00f6\u00dfer als 10qm. \u00dcber dem ganzen Ort liegt ein angenehmer Duft von Speisen aller Art.<br \/>\nBei Tageslicht besuchte ich noch die beiden gr\u00f6\u00dften Moscheen vor Ort. Staunend stand ich im Inneren und lie\u00df den Raum auf mich wirken.<br \/>\nNach Tagen Natur pur \u00fcberw\u00e4ltigte mich das v\u00f6llig neue Sprachengewirr und das vielf\u00e4ltige Angebot. Beeindruckt schlenderte ich durch die engen Gassen und lie\u00df den Tag gem\u00fctlich ausklingen.<br \/>\nVier volle Tage Bulgarien liegen hinter mir. Bulgarien hat sich mir von vielen Seiten gezeigt. Landschaftlich z\u00e4hlt die Etappe durch den Nationalpark zu einer der sch\u00f6nsten bisher.<br \/>\nIn der T\u00fcrkei werde ich mich um einiges l\u00e4nger aufhalten. Knapp 2000km T\u00fcrkei liegen vor mir&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tag 18 Stara Sagova &#8211; Edirne: 128km; 5:51h im Sattel; 14-28 Grad, Nebel \/ Sonne Hotelzimmer Gegen f\u00fcnf Uhr fr\u00fch war die Temperatur im Zelt auf 1 Grad gefallen. Die Sonne am Morgen w\u00e4rmte nur wenig, da bereits ein leichter Dunstschleier aufgezogen war. 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