{"id":614,"date":"2014-02-26T00:01:59","date_gmt":"2014-02-25T23:01:59","guid":{"rendered":"http:\/\/abicyclediary.com\/?p=614"},"modified":"2014-02-26T21:39:42","modified_gmt":"2014-02-26T20:39:42","slug":"tag-2324-hallo-asien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/abicyclediary.com\/?p=614","title":{"rendered":"Tag 24\/25: Hallo Asien!"},"content":{"rendered":"<h2>Tag 24<\/h2>\n<p>Istanbul &#8211; Derince: 89km; 4:10h im Sattel; 8-10 Grad, Regen<br \/>\nWarmshowers<\/p>\n<p>Nach drei Tagen in Istanbul war es Zeit, wieder aufs Rad zu steigen. Bis alles zur Abfahrt bereit war, verging heute relativ viel Zeit. Es gab aber auch keinen Grund zur Hektik. Kurz vor unserer Abfahrt erhielt ich noch eine \u00fcberraschende Zusage f\u00fcr eine \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeit in Derince. Somit war das Etappenziel festgelegt.<br \/>\nBei leichtem Regen und Temperaturen unter 10 Grad navigierten wir unsere R\u00e4der das Kopfsteinpflaster mit 18% Steigung hinab.<br \/>\nDie \u00dcberfahrt mit der F\u00e4hre hatten wir ja schon einen Tag zuvor &#8220;ge\u00fcbt&#8221;. Auch wenn in vielen Reiseforen viel \u00fcber die potentielle M\u00f6glichkeit einer \u00dcberquerung des Bosporus \u00fcber die Br\u00fccke diskutiert wird, fand ich die \u00dcberfahrt mit der F\u00e4hre einen sehr angenehmen \u00dcbergang von Europa nach Asien.<br \/>\nDer Regen hatte an Intensit\u00e4t zugenommen, trotzdem wuchs die Vorfreude auf die n\u00e4chsten Kilometer mit jedem Meter, den wir dem Festland n\u00e4her kamen.<br \/>\nZu meinem Erstaunen konnten wir die ersten 20km auf einem Fahrradweg zur\u00fccklegen. Der Uferstra\u00dfe folgend versuchten wir so lange als m\u00f6glich uns von der D 100 fernzuhalten.<br \/>\nNach einer kurzen Pause in Tuzla war es dann soweit. Wir mussten auf die D 100 einbiegen. Mit ohrenbet\u00e4ubender Lautst\u00e4rke sauste der Fernverkehr an uns vorbei. Doch noch zeigte sich die erste Tagesetappe gn\u00e4dig. Nur wenige leichte Anstiege waren zu bew\u00e4ltigen. Ausreichend breite Seitenstreifen gaben ein Gef\u00fchl von Sicherheit. F\u00fcr Martin eine perfekte Strecke zum Eingew\u00f6hnen in den t\u00fcrkischen Verkehr. Ich f\u00fchlte mich von Anfang an wieder sehr wohl in Mitten des Fernverkehrs.<br \/>\nPraktisch ohne es zu merken passierten wir St\u00e4dte mit 100.000 bis 300.000 Einwohnern. Die Bebauung schien nicht aufzuh\u00f6ren. Zu unserer Rechten ankerten eine Vielzahl von Schiffen, die darauf warteten beladen zu werden. Ein wundersch\u00f6nes Bild.<br \/>\nNach knapp vier Stunden erreichten wir schlie\u00dflich Derince und arrangierten ein Treffen mit unserem Gastgeber (seit Istanbul besitze ich nun eine t\u00fcrkische Mobilfunknummer).<br \/>\nKurtulus begleitete uns zu seinem Haus, musste dann aber gleich wieder aufbrechen, weil er private Englischstunden geben musste. Nach einer w\u00e4rmenden Dusche bereitete uns Kurtulus Vater ein k\u00f6stliches Abendessen.<br \/>\nDas war die erste Gelegenheit, die bisher erworbenen Kenntnisse der Zeichensprache in die Praxis umzusetzen. Mein T\u00fcrkisch beschr\u00e4nkt sich leider immer noch auf die Zahlen von 1-10, ein paar Gru\u00dfformeln, einfaches Bestellen im Lokal und Bitte und Danke. Immerhin besitze ich seit Istanbul Dank Herbert und Eliane einen MP3 Sprachkurs f\u00fcr T\u00fcrkisch , doch leider kam der MP3 Player bisher noch nicht zum Einsatz.<br \/>\nKurtulus ist als Englischlehrer an der \u00f6rtlichen Privatschule angestellt. Sehr gerne erkl\u00e4rte ich mich bereit, am folgenden Tag an seiner Schule mein Fahrradprojekt zu pr\u00e4sentieren. Nachdem wir einige Gl\u00e4ser selbstgemachten Raki genossen hatten, stellten wir gemeinsam eine kurze Powerpoint-Pr\u00e4sentation auf die Beine.<br \/>\nSomit ist f\u00fcr morgen wieder ein fahrradfreier Tag angesetzt. Eigentlich wollte ich z\u00fcgig ans Schwarze Meer gelangen, doch so eine nette Gelegenheit kann ich nicht ungenutzt verstreichen lassen. Die Wettervorhersage f\u00fcr die kommenden Tage verspricht mehr Regen als Sonne. Einen Regentag auf dem Rad kann ich ohne gro\u00dfe Probleme einsparen&#8230;<\/p>\n<h2>Tag 25<\/h2>\n<p>Derince: Fahrradfreier Tag; 6-8 Grad, Regen<br \/>\nWarmshowers<\/p>\n<p>Obwohl die Nacht etwas kurz war, startete ich hochmotiviert in den Tag. Gemeinsam mit Kurtulus fuhren wir zu seiner Schule und wurden nahezu dem gesamten Kollegium vorgestellt. W\u00e4hrend der ersten Unterrichtsstunde konnten wir noch im Lehrerzimmer gem\u00fctlich fr\u00fchst\u00fccken, dann durfte ich zum ersten Mal meine Reise vor einer Gruppe von 20 interessierten Sch\u00fclern pr\u00e4sentieren. Im Laufe des Tages folgten noch weitere vier Pr\u00e4sentationen in unterschiedlichen Klassen. Die Englischkenntnisse waren entsprechen unterschiedlich stark ausgepr\u00e4gt, so reichten die Fragen der Sch\u00fcler von meiner Lieblingsfarbe \/ Lieblingsband \/ Lieblingssportart bis zu grunds\u00e4tzlichen Fragen, z.B. warum ich neun Monate mit dem Fahrrad unterwegs bin, wenn ich doch auch die selbe Zeit Computerspielen k\u00f6nnte&#8230;<br \/>\nGenerell war das Interesse der Sch\u00fcler aber sehr gro\u00df. Gespannt verfolgten sie den Vortrag. Die Unterrichtseinheiten sind mit 35 Minuten deutlich k\u00fcrzer als in Deutschland, f\u00fcr meinen Vortrag aber ideal.<br \/>\nF\u00fcr den Direktor der Schule \u00fcbersetzte Kurtulus mehr oder weniger simultan, da der Direktor kein Englisch sprach. Die Bilder der PowerPointPr\u00e4sentation erkl\u00e4rten sich aber im gro\u00dfen und ganzen von alleine&#8230;<br \/>\nWir wurden sehr herzlich an der Schule aufgenommen. S\u00e4mtliche Englischlehrer zeigten gr\u00f6\u00dftes Interesse an unserem Vorhaben und die Sch\u00fcler freuten sich auch \u00fcber etwas Abwechslung im Schulalltag. Ausserdem gab es zur Mittagspause neue Gegner beim Tischtennis&#8230;<br \/>\nGemeinsam mit Asta, einer Englischlehrerin aus Indonesien statteten wir dem Kindergarten ebenfalls einen kurzen Besuch ab. Stolz pr\u00e4sentierte uns Asta den Englischunterricht im Kindergarten. Sie ist seit 6 Monaten an der Schule und ist f\u00fcr die Schulung der Aussprache s\u00e4mtlicher Englischklassen zust\u00e4ndig.<br \/>\nDer Schulleiter legt gro\u00dfen Wert darauf, dass die Kinder eine gute Englischausbildung erhalten. Dank Kurtulus kommen in unregelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden immer wieder Reiseradler an seiner Schule vorbei und berichten \u00fcber ihre Unternehmungen. Seit kurzem wird bereits dar\u00fcber nachgedacht, direkt in der Schule eine Unterkunftsm\u00f6glichkeit f\u00fcr Reiseradler zu schaffen, sodass eine fixe Anlaufstelle geboten werden kann. Meiner Meinung nach eine hervorragende Idee, von der sowohl die Schule, als auch viele Radler profitieren k\u00f6nnen.<br \/>\nAbends begleiteten wir Kurtulus noch zu einer seiner privaten Englischstunden. F\u00fcr viele Leute, mit denen ich bisher in der T\u00fcrkei gesprochen habe ist es schwer nachvollziehbar, wie es m\u00f6glich ist, eine derart lange Reise zu unternehmen. Soweit ich es einsch\u00e4tzen kann gibt es in der T\u00fcrkei wenige Leute, die das Land verlassen. Trotzdem ist das Interesse meiner Reise gegen\u00fcber sehr gro\u00df.<br \/>\nGestern hatten wir mit Kurtulus Bruder vereinbart, dass wir morgen an seiner Schule (er unterrichtet an einer staatlichen Schule) ebenfalls einen Vortrag halten werden. Heute habe ich erfahren, dass f\u00fcr morgen Proteste in den staatlichen Schulen angesetzt wurden und daher der Unterricht entf\u00e4llt. Wir haben uns daher dazu entschlossen, die Reise morgen wieder fortzusetzen.<br \/>\nIch bin immer noch \u00fcberw\u00e4ltigt, wie herzlich wir hier in Derince aufgenommen wurden. Unser Gastgeber wirkte etwas entt\u00e4uscht, als wir ihm mitteilten, dass wir schon morgen wieder weiterreisen wollen. Mir fiel die Entscheidung auch nicht sehr leicht, da ich den heutigen Tag sehr genossen hatte, aber es muss weitergehen. Bis zum schwarzen Meer sind es noch ein gutes St\u00fcck. Um die Berge in K\u00fcstenn\u00e4he zum umfahren versuchen wir, erst auf H\u00f6he von Samsun ans Meer zu kommen. Trotzdem stehen uns einige Kletterpassagen bevor. Ich hoffe, dass der Regen bald nachl\u00e4sst. Das Thermometer ist heute bereits unter 5 Grad gefallen&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tag 24 Istanbul &#8211; Derince: 89km; 4:10h im Sattel; 8-10 Grad, Regen Warmshowers Nach drei Tagen in Istanbul war es Zeit, wieder aufs Rad zu steigen. Bis alles zur Abfahrt bereit war, verging heute relativ viel Zeit. Es gab aber auch keinen Grund zur Hektik. 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