{"id":723,"date":"2014-03-06T08:10:47","date_gmt":"2014-03-06T07:10:47","guid":{"rendered":"http:\/\/abicyclediary.com\/?p=723"},"modified":"2014-03-07T22:36:18","modified_gmt":"2014-03-07T21:36:18","slug":"tag-33-schwarzes-meer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/abicyclediary.com\/?p=723","title":{"rendered":"Tag 33: Schwarzes Meer"},"content":{"rendered":"<h2>Tag 33 &#8211; 05.M\u00e4rz<\/h2>\n<p>Niksar &#8211; \u00dcnye: 99km; ca. 6h im Sattel; 14-19 Grad, Sonne<br \/>\nHotel<\/p>\n<p>Das Park Hotel machte seinem Namen alle Ehre. Ein so reichhaltiges Fr\u00fchst\u00fcck hatte ich die ganze Reise \u00fcber noch nicht zu mir genommen. Zum ersten Mal kam ich auch in den Genuss des sog. Wabenhonigs. Dabei wird am Buffet eine ganze Bienenwabe aufgelegt und man sticht sich einen Teil davon ab. So ganz \u00fcberzeugt hat mich das ganze aber nicht. Mir liegt da der klassische Honig in geschleuderter Form n\u00e4her.<br \/>\nEntsprechend gest\u00e4rkt ging es nun in Richtung Meer. Die ersten 10km ging es dann gnadenlos bergauf. Der Schwei\u00df tropfte unaufh\u00f6rlich von der Nasenspitze, die Augen brannten und es war kein Ende des Aufstiegs zu erkennen. 750 H\u00f6henmeter am St\u00fcck legten wir zur\u00fcck, bevor eine Quelle am Stra\u00dfenrand auftauchte. Eine ideale Gelegenheit, die seit langem wieder notwendige Fahrradpflege durchzuf\u00fchren. Ausserdem eine willkommene Gelegenheit, den Puls wieder auf Normalniveau zu bringen. Der Blick zur\u00fcck ins Tal war aber atemberaubend.<br \/>\nBis wir den h\u00f6chsten Punkt der heutigen Etappe erreicht hatten, war es bereits nach 14 Uhr. Im Lokal wurden wir mehrmals gefragt, ob wir wirklich je 1 D\u00f6ner und 1 Pide wollen. Ausgehungerte Radfahrer sind offensichtlich nicht allzu oft in der Stadt. Das st\u00e4ndige Auf und Ab bis zur Mittagsrast war eine psychische Herausforderung, da kein wirkliches Ende erkennbar war. Daf\u00fcr radelten wir durch traumhaft sch\u00f6ne Landschaften. Nachdem der h\u00f6chste Punkt erreicht war, ging es eigentlich nur noch bergab. Die Stra\u00dfe schnitt sich durch steil abfallendes Gel\u00e4nde. Der Blick auf die tief unter uns liegenden D\u00f6rfer hatte eine ganz spezielle Poesie. Die H\u00e4nge waren zum gr\u00f6\u00dften Teil mit Haselnussb\u00fcschen bepflanzt. Mit jedem Meter, den wir bergab fuhren, wurde die Landschaft gr\u00fcner. Ein eigenartiges Gef\u00fchl, gerade eben noch am Schnee vorbeizufahren und dann mitten durch saftig gr\u00fcn leuchtende Haselnussplantagen zu radeln.<br \/>\nDa wir erst gegen 15 Uhr von unserer Mittagspause aufgebrochen waren, hatten wir uns eigentlich dazu entschieden, heute die Nacht im Zelt zu verbringen, da noch 60km vor uns lagen. Nach einigen Kilometern am Rad keimte bei mir allerdings der Wunsch, noch heute das Meer zu sehen. Irgendwie wollte ich nicht kurz vor dem Ziel das Zelt aufschlagen. Martin war rasch \u00fcberzeugt und so ging es z\u00fcgig in Richtung \u00dcnye.<br \/>\nMartins Ikea Sackerl eignet sich nur bedingt f\u00fcr den Transport von Wasser, das eigentlich zum Campen gekauft wurde. Immer wieder musste er stoppen, um die Flaschen wieder sicher zu verstauen. Schlie\u00dflich wurden die 3L Wasser kurzerhand auf meine Vordertaschen geschnallt und weiter ging\u00b4s.<br \/>\nKurz nach 17 Uhr rollten wir in \u00dcnye ein. Nach 2800 km war das Schwarze Meer erreicht. Meergeruch lag in der Luft, die M\u00f6wen kreisten \u00fcber unseren K\u00f6pfen und langsam verschwand die Sonne hinter den H\u00fcgeln.<br \/>\nTrotz der immensen Belastung von \u00fcber 2000 H\u00f6henmetern bergauf lag eine fantastische Tagesetappe hinter uns. Mir kam es vor, als ob ich durch die Jahreszeiten gereist w\u00e4re. Trockenheit, Schnee, Fr\u00fchling, Sommer&#8230; alles an einem Tag. Und zur Kr\u00f6nung dann noch das Meer gesehen.<br \/>\nDie letzten Tage waren wir ziemlich flott unterwegs. Nun muss etwas eingebremst werden. Bis jetzt hatte ich das Gef\u00fchl f\u00fcr Wochentage schon fast verloren. Die Gesch\u00e4fte haben jeden Tag ge\u00f6ffnet, es gibt keine Notwendigkeit irgendwann vorauszuplanen. Jetzt holt mich das Wochenende aber doch ein. Ich muss in Trabzon mein Visum f\u00fcr den Iran beantragen. Wenn wir in unserem bisherigen Tempo weiterfahren, kommen wir Freitag Nachmittag in Trabzon an. Das Konsulat hat zu diesem Zeitpunkt aber schon geschlossen und \u00f6ffnet erst wieder am Montag.<br \/>\nDaher wird es die n\u00e4chsten Tage etwas gem\u00fctlicher weitergehen. Wir haben uns f\u00fcr zwei \u00dcbernachtungen bei t\u00fcrkischen Radlern in Ordu und Gerisun angemeldet. Nach so vielen Tagen im Hotel eine willkommen Abwechslung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tag 33 &#8211; 05.M\u00e4rz Niksar &#8211; \u00dcnye: 99km; ca. 6h im Sattel; 14-19 Grad, Sonne Hotel Das Park Hotel machte seinem Namen alle Ehre. Ein so reichhaltiges Fr\u00fchst\u00fcck hatte ich die ganze Reise \u00fcber noch nicht zu mir genommen. Zum ersten Mal kam ich auch in den Genuss des sog. Wabenhonigs. 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