{"id":865,"date":"2014-03-23T16:07:53","date_gmt":"2014-03-23T15:07:53","guid":{"rendered":"http:\/\/abicyclediary.com\/?p=865"},"modified":"2014-03-23T16:23:10","modified_gmt":"2014-03-23T15:23:10","slug":"tag-48-51-alte-und-neue-bekannte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/abicyclediary.com\/?p=865","title":{"rendered":"Tag 48 &#8211; 51: Alte und neue Bekannte"},"content":{"rendered":"<h2>Tag 48 &#8211; 51: 20. &#8211; 23.M\u00e4rz<\/h2>\n<p>Vier Ruhetage in Tiflis:<br \/>\nZwischenstand: 3876km; 192:36h im Sattel<br \/>\nHostel<\/p>\n<p>Mein zweiter Meilenstein ist erreicht. Nach Istanbul war f\u00fcr mich Tiflis Anlaufstelle Nummer zwei. Als ich mich in Akhaltsikhe dazu entschlossen hatte, den etwa 40km l\u00e4ngeren Weg \u00fcber Akhalkalaki zu w\u00e4hlen wusste ich noch nicht, dass aus dieser Variante ein Ausflug nach Armenien werden w\u00fcrde. Schlussendlich haben wir den &#8220;Umweg&#8221; aufgrund der Wetterlage auf 160km ausgeweitet. Daf\u00fcr gab es aber einen beeindruckenden Einblick nach Armenien. Landschaftlich war die Strecke unschlagbar.<br \/>\nDie zur\u00fcckliegenden Tage hatten K\u00f6rper und Geist kurzzeitig an die Grenzen gebracht. Somit kommt es gerade recht, dass ich mich in Tiflis ein wenig ausruhen kann. F\u00fcr Martin endet die Reise hier. Er muss am Sonntag wieder nach Wien zur\u00fcckfliegen.<br \/>\nIch fand ein sehr nettes Hostel, das entgegen meiner bisherigen Hostel-Erfahrung erstaunlich ruhig ist. Die Zimmer sind nicht voll ausgelastet, doch auch bei Vollbelegung gibt es hier nur Platz f\u00fcr 18 Leute. Die N\u00e4chte sind ruhig und morgens l\u00e4sst es sich in aller Ruhe in der K\u00fcche fr\u00fchst\u00fccken.<br \/>\nEs sind zwar nur wenige Meter bis zur Rustaveli Avenue, dem Prachtboulevard von Tiflis, doch f\u00fcr mich vergehen zwei volle Tage, bis ich mich aufmache und die Stadt besichtige.<br \/>\nVorher wird erst die Ausr\u00fcstung wieder auf Vordermann gebracht, am Blog gearbeitet, alles m\u00f6gliche im Internet recherchiert und am wichtigsten&#8230; es werden Freunde getroffen.<br \/>\nIm November hatte ich Tyson und Hanne f\u00fcr einige Tage in meiner Wohnung aufgenommen. Tyson ist aus Rotterdam in Richtung Thailand aufgebrochen (sein Blog auf: http:\/\/rollingalong.org). Hanne, seine Freundin, hatte ihn damals in Wien besucht. Sie ist vor kurzem nach Batumi geflogen und begleitet ihn nun auf dem Rad. Ihre Arbeit ist gek\u00fcndigt, sie kann nun also so lange mit Tyson reisen, wie es ihr gef\u00e4llt.<br \/>\nFriedemann und Natascha, die beiden deutschen Tandemfahrer, die wir in der T\u00fcrkei getroffen haben, sind mit dem Zug von Batumi aus in Richtung Tilis gefahren und haben von hier aus Ausfl\u00fcge mit Leichtgep\u00e4ck unternommen. Sie werden noch einige Tage in Georgien bleiben, m\u00fcssen dann aber wieder nach Deutschland zur\u00fcckfliegen. Die Fahrt in die Ukraine m\u00fcssen sie leider aus politischen Gr\u00fcnden absagen.<br \/>\nJulien, ein franz\u00f6sischer Weltreisender der mit einem Mercedes Bus f\u00fcr 5 Jahre um die Welt fahren will, haben wir beim Grenz\u00fcbertritt in Batumi kennengelernt. Kurz darauf ist er auf Tyson und Hanne gesto\u00dfen und hat sich mit ihnen in Tiflis verabredet. (http:\/\/www.aiguilleetjongle.org\/)\u00a0<span style=\"line-height: 1.5em;\">Nun treffen wir uns alle hier und gehen in wenigen Tagen wieder getrennte Wege.<br \/>\n<\/span><span style=\"line-height: 1.5em;\">Hanne leitet f\u00fcr zwei Tage einen Theaterworkshop an der Kunstakademie in Tiflis. Bereits an meinem ersten Tag in der Stadt sitze ich also am Abend gemeinsam mit Hanne, Tyson und Julien am Tisch von Anna, deren Eltern, und deren Freunden gemeinsam an einem Tisch. Anna organisiert den Workshop an der Akademie. An sich ist sie Malerin, ebenso wie ihr Vater. Die Wohnung ist dementsprechend \u00fcber und \u00fcber mit Bildern best\u00fcckt. Wir werden \u00fcberaus herzlich aufgenommen. Alle m\u00f6glichen georgische Spezialit\u00e4ten landen auf dem Tisch. Ein Nein wird nicht akzeptiert, folglich muss alles gekostet werden&#8230;<br \/>\n<\/span><span style=\"line-height: 1.5em;\">Julien hat seinen Camping-Bus nur etwa 200m von unserem Hostel entfernt geparkt, Friedemann und Natascha wohnen bei Freunden ihres Vaters, nur zwei Parallelstra\u00dfen von uns, zum Hostel von Tyson und Hanne sind es nur 15min. Fu\u00dfmarsch&#8230; wieder einmal hat uns der Zufall auch \u00f6rtlich nahe zusammengebracht.<br \/>\n<\/span><span style=\"line-height: 1.5em;\">Tiflis, die gr\u00f6\u00dfte Stadt Georgiens, hat etwas mehr als 1 Million Einwohner. Durch die geographische Lage am Fluss und an einem Bergr\u00fccken ist die Stadt sehr linear organisiert. Auf dem H\u00fcgel thront ein riesiger Fernsehturm und direkt daneben ein Riesenrad, das leider im Winter nicht in Betrieb ist. Der Blick auf die Stadt ist fantastisch. Einige wenige moderne Bauten stechen ins Auge. Leider wurde dabei nicht das volle Potential ausgenutzt. Die meisten Leute in Tiflis mit denen ich gesprochen habe, sind nicht sehr begeistert \u00fcber die Neubauten. Architektonisch sind es nicht gerade Meisterleistungen. Doch nach Ansicht der Regierung ist es ein Zeichen f\u00fcr den Aufbruch in ein neues Zeitalter f\u00fcr Georgien.<br \/>\n<\/span><span style=\"line-height: 1.5em;\">Das eigentliche Altstadtviertel ist vom Hostel aus in etwa 20 Minuten zu Fu\u00df erreichbar. Der urspr\u00fcngliche Altstadtkern gruppiert sich um die historischen Schwefelb\u00e4der am Fu\u00df der Festung. Tiflis ist bekannt f\u00fcr seine Thermalquellen. Daher r\u00fchrt auch der Name der Stadt.<br \/>\n<\/span><span style=\"line-height: 1.5em;\">Martin und Ich g\u00f6nnen uns an seinem letzten Tag ein Schwefelbad samt Schrubben und Massage. Im Gegensatz zum Hamam geht die Massage mehr in Richtung Thai Massage. Der Masseur klettert auf meinem R\u00fccken herum und versucht mit seinem K\u00f6rpergewicht die Knocken zum Knacken zu bringen. Zuvor wird der ganze K\u00f6rper mit einem besonders rauen Ro\u00dfhaarhandschuh abgeschrubbt. In Kombination mit dem sehr warmen Schwefelbecken eine \u00fcberaus entspannende Angelegenheit.<br \/>\n<\/span><span style=\"line-height: 1.5em;\">Aktuell wird viel renoviert im Altstadtkern. Parallel dazu sind die verwinkelten Gassen mit unz\u00e4hlige Touristenlokalen und Souvenierl\u00e4den vollgestopft. Der urspr\u00fcngliche Charme geht hierdurch leider etwas verloren. Sobald man aber ein wenig abseits der Touristenpfade unterwegs ist, findet man immer wieder sehr sch\u00f6ne, unrestaurierte Geb\u00e4ude. Tiflis muss vor gut hundert Jahren eine sehr elegante Stadt gewesen sein. \u00c4u\u00dferst filigrane Dekorationselemente schm\u00fccken die Balkone und Erker an den H\u00e4usern. Besonders in den Hinterh\u00f6fen st\u00f6\u00dft man praktisch bei jedem Haus auf gro\u00dfz\u00fcgige Laubeng\u00e4nge. Leider wurden diese im Lauf der letzten Jahrzehnte als Wohnraumerweiterung verstanden. Die grunds\u00e4tzlich offen strukturierten Innenh\u00f6fe wirken dadurch wieder geschlossen und unkommunikativ. Auffallend aber der dominante Einsatz von Holzelementen. Die feuerpolizeilichen Auflagen d\u00fcrften hier nicht allzu streng sein. Dar\u00fcber hinaus sticht ins Auge, dass sich die Erde offenbar im Stadtgebiet des \u00f6fteren bewegt. Immer wieder findet man H\u00e4user, die keine horizontalen Linien mehr in der Fassade aufweisen. Balkone und Erker h\u00e4ngen windschief am Geb\u00e4ude.<br \/>\n<\/span><span style=\"line-height: 1.5em;\">Als Fu\u00dfg\u00e4nger ist man st\u00e4ndig mit dem \u00fcberaus starken Autoverkehr konfrontiert. Fu\u00dfg\u00e4nger\u00fcberg\u00e4nge existieren zwar auf dem Papier, doch darauf pochen darf man nicht. Sobald man sich aber in diesen etwas gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftigen Verkehrsfluss eingliedert, gelingt die Stra\u00dfenquerung auch bei 6 Spuren mit Gegenverkehr reibungslos. Fahrradfahrer sichtet man leider wirklich nur sehr selten in den Gassen. Die Dominanz des Autoverkehrs ist offenbar zu gro\u00df als dass die Bewohner den Schritt zum Fahrrad wagen.<br \/>\n<\/span><span style=\"line-height: 1.5em;\">Auch ich vermisse mein Rad nicht w\u00e4hrend meiner Tage hier in Tiflis. Die Stadt l\u00e4sst sich \u00e4u\u00dferst bequem zu Fu\u00df erkunden und die Beine freuen sich auf \u00fcber ein bisschen Auszeit.<br \/>\n<\/span><span style=\"line-height: 1.5em;\">Ich bin erstaunt, wie schnell sich der Kopf auf &#8220;Stadtbetrieb&#8221; umstellt. Ein sehr angenehmes Gef\u00fchl, f\u00fcr mehrere Tage dem gewohnten Rhythmus aus Radeln, Schlafen, Radeln, Schlafen&#8230; zu entkommen und sich einfach treiben zu lassen. Bei strahlend blauem Himmel und sehr angenehmen Temperaturen l\u00e4sst es sich blendend entspannen.<br \/>\n<\/span><span style=\"line-height: 1.5em;\">Pl\u00f6tzlich ist man selbst aber auch wieder anonymer Tourist in einer Stadt. Solange man mit dem Rad unterwegs ist, ist die Wahrnehmung der Leute vor Ort eine v\u00f6llig andere. Auch ich selbst bemerke, dass ich mich anders verhalte. Stellenweise ist es ganz angenehm, sich der Anonymit\u00e4t hinzugeben, doch andererseits vermisse ich auch die offenherzige Reaktion der Leute, denen man begegnet. Auffallend auch, dass in Tiflis fast jeder zumindest rudiment\u00e4r Englisch spricht.<br \/>\n<\/span><span style=\"line-height: 1.5em;\">Ein bisschen Organisation steht aber bereits wieder an. Der Weg in den Iran ist geebnet, das Visum klebt im Pass. Doch nun beginnt der etwas kompliziertere Part. Visa f\u00fcr Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan und Kasachstan m\u00fcssen vororganisiert werden. Ich bin noch nicht sicher, ob ich mich auf eine Agentur verlassen sollte, oder den &#8220;Standard-Weg&#8221; \u00fcber die Konsulate in Teheran in Angriff nehme. Es vergehen einige Stunden mit Recherche, doch bis jetzt bin ich noch zu keiner Entscheidung gekommen.<br \/>\n<\/span><span style=\"line-height: 1.5em;\">Nun ja, vielleicht sollte man erst einmal starten und abwarten, was sich ergibt.<br \/>\n<\/span><span style=\"line-height: 1.5em;\">F\u00fcr den letzten Abend kommen Tyson und Hanne auch noch in meinem Hostel vorbei. Ihre Unterkunft ist bereits verbucht. Morgen k\u00f6nnen wir also gemeinsam die Stadt verlassen. Die beiden werden in Richtung Azerbaijan weiterreisen, ich werde einige Kilometer der bereits zur\u00fcckgelegten Strecke zur\u00fcckradeln und wieder nach Armenien einreisen.<br \/>\n<\/span><span style=\"line-height: 1.5em;\">Das Abenteuer geht weiter, ab jetzt wieder ohne Begleitung. Bis nach Yerevan sind es knapp drei Tage. Dort gibt es wieder eine fixe Anlaufstelle. Vier sehr entspannende Tage liegen nun hinter mir. Der K\u00f6rper ist wieder zur Ruhe gekommen und die Beine werden schon wieder ein wenig unruhig.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tag 48 &#8211; 51: 20. &#8211; 23.M\u00e4rz Vier Ruhetage in Tiflis: Zwischenstand: 3876km; 192:36h im Sattel Hostel Mein zweiter Meilenstein ist erreicht. Nach Istanbul war f\u00fcr mich Tiflis Anlaufstelle Nummer zwei. Als ich mich in Akhaltsikhe dazu entschlossen hatte, den etwa 40km l\u00e4ngeren Weg \u00fcber Akhalkalaki zu w\u00e4hlen wusste ich noch nicht, dass aus dieser&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/abicyclediary.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/865"}],"collection":[{"href":"https:\/\/abicyclediary.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/abicyclediary.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/abicyclediary.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/abicyclediary.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=865"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/abicyclediary.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/865\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":893,"href":"https:\/\/abicyclediary.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/865\/revisions\/893"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/abicyclediary.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=865"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/abicyclediary.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=865"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/abicyclediary.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=865"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}