{"id":981,"date":"2014-04-03T20:58:23","date_gmt":"2014-04-03T19:58:23","guid":{"rendered":"http:\/\/abicyclediary.com\/?p=981"},"modified":"2014-04-03T20:58:23","modified_gmt":"2014-04-03T19:58:23","slug":"tag-60-62-hello-mister-how-are-you","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/abicyclediary.com\/?p=981","title":{"rendered":"Tag 60-62: hello Mister, how are you?"},"content":{"rendered":"<h2>Tag 60 &#8211; 01.April<\/h2>\n<p>Kajaran &#8211; kurz vor Kharvana: 81km; 5:17h im Sattel; 5-19 Grad, Sonne<br \/>\nCamping<\/p>\n<p>Nun bin ich exakt zwei Monate unterwegs. Am ersten Februar bin ich bei leicht winterlichen Bedingungen gestartet, nun steht mir heute eine tief winterliche Pass\u00fcberquerung bevor. Mit einem derart intensiven Wintereinbruch hatte ich nicht gerechnet, aber auch der geht wieder vor\u00fcber. Es ist schon erstaunlich, wie weit man eigentlich in zwei Monaten auf dem Fahrrad kommt&#8230;<br \/>\nAls ich gestern Abend noch kurz im Ort war und meine letzten Dram im Supermarkt ausgegeben habe, konnte man auf der Stra\u00dfe kaum noch laufen, weil die tiefen Temperaturen diese in eine spiegelglatte Rutschpartie verwandelt haben. Mir bereitete das die ganze Nacht \u00fcber leichte Kopfschmerzen. Nun stehe ich kurz davor, den letzten Pass vor der Grenze zu \u00fcberqueren und jetzt Glatteis? Nun ja, zu meinem Gl\u00fcck hatte die Morgensonne bereits ziemlich viel Kraft und als ich gegen halb zehn aufs Rad stieg gab es nur noch im Ort ein paar vereinzelte Eisplatten. Der Rest der Stra\u00dfe war frei. Gro\u00dfes Aufatmen&#8230;<br \/>\nDie Temperatur war bereits nahe an der 10 Grad Marke. Bei strahlend blauem Himmel und keinem bisschen Wind ging es in Richtung Passh\u00f6he. Es war ein traumhafter Anstieg. Der Schwei\u00df floss zwar nur so in Str\u00f6men, doch die Umgebung war atemberaubend. Man f\u00fchlte sich wie auf dem Dach der Welt. Der frische Schnee, der blaue Himmel und die angenehmen Temperaturen komplettierten die grandiose Szenerie. Mit jeder gemeisterten Kehre wuchs die Vorfreude auf den Gipfel. Die H\u00f6henangabe auf meiner Stra\u00dfenkarte lag leider um 100m daneben, also musste ich die Z\u00e4hne noch einmal zusammenbeissen. Schlussendlich war der Anstieg auf 2570m geschafft. Zur Belohnung gab es ein unbeschreiblich sch\u00f6nes Panorama in Richtung Iran. Zu meiner \u00dcberraschung erblickte ich ein ebenso wei\u00df eingezuckertes Bergmassiv auf iranischer Seite. Einmal muss ich also noch \u00fcber die Berge&#8230; Aber f\u00fcrs Erste geht es jetzt mal fast 2000 H\u00f6henmeter am St\u00fcck bergab. So etwas gibt es auch nicht alle Tage. Obwohl es am Gipfel angenehm warm war, wechselte Ich nochmal kurz die Garderobe und lie\u00df dann das Rad rollen. Erst ab ca. 700m Seeh\u00f6he verschwand der Schnee und die Wiesen wurden wieder gr\u00fcn. Ich h\u00e4tte mir nie gedacht, dass der Schnee so weit ins Tal reichen w\u00fcrde.<br \/>\nIn Meghri, dem letzten gr\u00f6\u00dferen Ort vor der Grenze stockte ich meinen Bargeldvorrat f\u00fcr den Iran noch einmal auf. In meiner Planung hatte ich n\u00e4mlich die Geb\u00fchren f\u00fcr die Visa nicht einkalkuliert. Im Ort gab es einen Geldautomaten und auch eine Wechselstube, sodass ich mit ausreichend Dollar nun in den Iran einreisen kann.<br \/>\nDie letzten Meter auf armenischer Seite geht es am Stacheldrahtzaun entlang. Der Grenzfluss f\u00fchrt rotes Wasser. Von Meghri bis zur Grenze sind es nicht einmal mehr 10km. Ich hatte mich schon darauf eingestellt, dass die Grenzformalit\u00e4ten etwas l\u00e4nger dauern w\u00fcrden. Auf armenischer Seite musste das Gep\u00e4ck durchleuchtet werden. Der Grenzbeamte zog es aber vor, w\u00e4hrenddessen SMS zu schreiben und widmete dem Bildschirm keinen Blick. Nun gut, mir solls recht sein&#8230; Jetzt ging es noch \u00fcber den Fluss und ich war fast schon im Iran. Zwei, drei kurze Fragen und der Stempel war im Pass&#8230; viel Vergn\u00fcgen im Iran. Zum ersten Mal wurde ich per Handschlag von einem Grenzbeamten empfangen. Irgendwie konnte ich es gar nicht glauben, dass es das gewesen sein soll.<br \/>\nJetzt noch ein paar Dollar eintauschen und schon steht man mit einigen Millionen Rial da. An diese W\u00e4hrung muss ich mich wohl erst noch gew\u00f6hnen. Der Umrechnungskurs ist etwas ungewohnt und f\u00fcr meine Verh\u00e4ltnisse gibt es viel zu viele Nullen.<br \/>\nDie Stra\u00dfenkarte f\u00fcr den Iran wird ausgepackt und bei einem kurzen Nachmittagssnack die weitere Route entschieden. Man k\u00f6nnte entweder den Gebirgszug umfahren, oder eben direkt in Richtung S\u00fcden durchstechen. Ich entschied mich f\u00fcr letzteres. Mal schauen, wie die iranischen Berge so aussehen.<br \/>\nAls ich mich auf den Weg in Richtung Kharvana machte, wurde es um mich herum pl\u00f6tzlich sonderbar ruhig. Der Verkehr hatte schlagartig abgenommen und die Landschaft wirkte irgendwie fast beklemmend. Praktisch keine Vegetation und nichts als Steine&#8230; Eigentlich wollte ich heute gerne Zelten gehen, doch in dieser Umgebung ist es schwer, einen Zeltplatz zu finden. Also beschloss cih, in Kharvana eine Bleibe zu suchen. Doch dann, als ich nur noch wenige Kilometer von Kharvana entfernt war, stand ich pl\u00f6tzlich auf einer Anh\u00f6he und es \u00f6ffnete sich ein sagenhafter Blick auf das vor mir liegende Bergmassiv. Der Ort war bereits zu erkennen, der Schnee h\u00f6rte erst kurz unterhalb des Ortes auf. Bei so einem faszinierenden Ausblick konnte ich gar nicht anders, als mich kurz umzuschauen, ob es nicht doch einen Platz f\u00fcr das Zelt gibt. Und siehe da, schon nach wenigen Metern war ein idealer Platz gefunden. Einen derart beeindruckenden Ausblick aus dem Zelt hat man selten. Und das Beste \u00fcberhaupt&#8230; ich war noch im schneefreien Gebiet.<br \/>\nAls ich am sp\u00e4ten Abend noch einmal kurz vors Zelt husche empf\u00e4ngt mich eine sternenklare Nacht. Kharvana funkelt in der N\u00e4he doch sonst ist keine einzige Lichtquelle weit und breit zu erkennen. Eine traumhafte Kulisse. Nur der Mond ist nirgendwo auszumachen. Aber das wird schon seine Richtigkeit haben. Wenn es nicht so frisch w\u00e4re, w\u00fcrde ich am liebsten draussen schlafen und stundenlang in den Sternenhimmel starren.<\/p>\n<h2>Tag 61 &#8211; 02.April<\/h2>\n<p>kurz vor Kharvana &#8211; Tabriz: 164km; 8:03h im Sattel; 7 &#8211; 23 Grad, Sonne<br \/>\nGueshouse<\/p>\n<p>Der morgendliche Ausblick aus dem Zelt gab mir recht, dass ich gestern die Tagesetappe etwas fr\u00fcher als sonst beendet hatte. Es war keine Wolke am Himmel und das Bergmassiv leuchtete in strahlendem Wei\u00df. Tagesziel f\u00fcr heute: Tabriz. Mental hatte ich mich schon auf eine \u00e4hnliche Kletterpartie wie gestern eingestellt. Abends hatte ich noch intensiv meine offline Karte mit den H\u00f6henschichtlinien studiert. Doch nach gut 15km zeigte sich, dass das Kartenmaterial offenbar nicht mit der Realit\u00e4t \u00fcbereinstimmt. Ich war auf einer gut ausgebauten Stra\u00dfe unterwegs, die aber nicht eingezeichnet war. Die Bergstra\u00dfe hingegen war nirgendwo zu finden. Ok, also R\u00fcckgriff auf die gute alte physische Karte. Die Route wurde kurzerhand angepasst und verlief nun in Richtung Varzegan.<br \/>\nGestern noch war praktisch gar nichts los auf den Stra\u00dfen und heute kamen mir von der Fr\u00fch weg laufend Autos entgegen. Alle bis auf den letzten Platz besetzt und schwer beladen. Weshalb die Bewegung nur in einer Richtung stattfand, war mir nicht einleuchtend. Heute war der letzte Tag der Neujahrfeierlichkeiten. Im Iran wird Neujahr ganze 13 Tage lang gefeiert und offenbar ist der letzte Tag etwas ganz besonderes. Praktisch alle L\u00e4den haben geschlossen und die Familien versuchen aufs Land zu fahren, um hier ein ausgedehntes Picknick zu veranstalten. Praktisch \u00fcberall sah man Familien mit gro\u00dfem Gep\u00e4ck durch die Gegend wandern, auf der Suche nach einem idealen Platz. Fast jede Familie hatte ein gro\u00dfes, buntes Wurfzelt mit dabei, um das herum sich schlie\u00dflich alle niederlie\u00dfen. Auf offenem Feuer wurde Tee gekocht und gegrillt. Die J\u00fcngeren vergn\u00fcgten sich mit Ballspielen und die \u00c4lteren sa\u00dfen gem\u00fctlich zusammen und plauderten. Man sp\u00fcrte f\u00f6rmlich schon im Vorbeifahren die Freude \u00fcber den heutigen Feiertag.<br \/>\nHeute war der 13. Tag der Neujahrsfeierlichkeiten. Nachdem die Zahl 13 im Iran keine gute Bedeutung hat, versucht man, den 13. Tag im neuen Jahr nicht zuhause zu verbringen, um Ungl\u00fcck vom Heim abzuhalten. Was liegt da n\u00e4her, als ein Picknick im Freien?<br \/>\nImmer wieder, wenn ich an den parkenden Autos entlangfuhr, wurde mir freundlich zugewunken. &#8220;Hello Mister, how are you?&#8221; h\u00f6rte man am laufenden Band. Meist, wenn jemand kurz stehenblieb, um mit mir zu reden wurde ich herzlichst im Iran willkommen gehei\u00dfen. Individualtouristen, bzw. Fahrradtouristen sind hier in der Gegend ganz sicher noch eine Seltenheit. Daher verst\u00e4ndlich, dass sich immer wieder die K\u00f6pfe nach mir drehten. Ich habe mich aber auf meiner gesamten Reise bisher noch nie so freundlich aufgenommen gef\u00fchlt. Ich bin gespannt, wie sich das in den kommenden Tagen entwickelt.<br \/>\nAls ich Varzegan schlussendlich nach vielen Stunden erreicht hatte, war ich froh, doch noch einen ge\u00f6ffneten Imbissladen zu finden. Meine Energiereserven waren schon ziemlich aufgebraucht. Ich hatte mich nun schon darauf eingestellt, das Tagesziel abzu\u00e4ndern, doch der Lokalbesitzer meinte, es seien nur noch 75km bis nach Tabriz. Ich \u00fcberschlug das kurz und dachte, dass ich bis kurz nach 19 Uhr eigentlich in der Stadt sein k\u00f6nnte. Die Strecke verl\u00e4uft nach einem erneuten Anstieg fast dauernd entlang eines kleinen Flusses, ergo mit Gef\u00e4lle&#8230; Juche!<br \/>\nDie richtigen Berge hatte ich nun langsam hinter mir gelassen. Die Stra\u00dfe verlief \u00fcber eine lange Strecke auf einer Art Hochplateau. Nur der Blick zur\u00fcck lie\u00df erahnen, woher ich eigentlich gekommen bin. Den landschaftlichen Wechsel nahm ich aber mit Freude zur Kenntnis. Endlich kein st\u00e4ndiges Auf und Ab mehr. Das gro\u00dfe Kettenblatt kam immer \u00f6fter zum Einsatz und das Tagesziel schien wieder in greifbarer N\u00e4he.<br \/>\nWaren mir in der Fr\u00fch laufend Fahrzeuge entgegengekommen, so hatte sich das Blatt nun gewandelt. Ich wurde praktisch in einer Tour \u00fcberholt. Die Meisten hatten ihr Picknick beendet und nun w\u00e4lzte sich eine nicht enden wollende PKW Lawine in Richtung Tabriz.<br \/>\nBesonders faszinierte mich heute, wie modisch und farbenfroh die Frauen und M\u00e4dchen hier gekleidet sind. Ich hatte eigentlich mit einem gro\u00dfen Anteil schwarz verh\u00fcllter Frauen gerechnet, doch weit gefehlt. Fr\u00f6hliche, bunte Farben waren klar in der \u00dcberzahl. Ein ziemlicher Kontrast z.B. zur T\u00fcrkei. Noch ein gro\u00dfer Unterschied zur T\u00fcrkei war, dass ich auf meiner gesamten Strecke heute keine einzige Moschee zu Gesicht bekam. In der T\u00fcrkei findet sich in jedem auch noch so kleinen Ort eine Moschee, doch hier gibt es lediglich vereinzelt Gebetsr\u00e4ume.<br \/>\nNach 75km Fahrt war die Stadtgrenze dann auch erreicht. Nun ging es aber noch ins Stadtzentrum und das waren noch weit \u00fcber 10km. Die Sonne ging gerade unter, als ich in die N\u00e4he des Stadtzentrums kam. Ein sehr befremdliches Bild, wenn w\u00e4hrend der gesamten Stadteinfahrt kein einziger Laden ge\u00f6ffnet ist. Es hat den Eindruck, als ob die gesamte Stadt sich im Auto befindet.<br \/>\nEin Hotel zu finden war heute gar nicht so einfach. Hotels sind offenbar im Iran nicht sehr weit verbreitet. Doch mit Hilfe einiger Passanten konnte ich zumindest die richtige Richtung einschlagen und schlussendlich erblickte ich dann auch noch im letzten Augenblick das Neonschild zu einem Guesthouse in direkter N\u00e4he zum Bazar. Das Guesthouse ist sehr spartanisch ausgestattet, daf\u00fcr bekommt man aber auch f\u00fcr etwa 4,50 EUR ein Einzelzimmer.<br \/>\nAb morgen wird im Iran wieder gearbeitet. Ein bisschen was m\u00f6chte ich mir noch von Tabriz anschauen, bevor ich wieder weiterrolle.<\/p>\n<h2>Tag 63 &#8211; 03.April<\/h2>\n<p>Tabriz &#8211; Miyanehi: 167km; 6:57h; 16 &#8211; 20 Grad, Sonne<br \/>\nHotel<\/p>\n<p>Eigentlich w\u00e4re f\u00fcr heute ja ein wenig Stadtbesichtigung angesagt gewesen. Ich hatte mir extra in unmittelbarer N\u00e4he zum historischen Bazar eine Bleibe gesucht. Der Rezeptionist hatte mir offenbar nur die halbe Wahrheit erz\u00e4hlt. Das Neujahrsfest ist zwar zu Ende, doch heute bleiben trotzdem alle Gesch\u00e4fte zu. Irgendein religi\u00f6ser Feiertag, der sich auf den Tod einer wichtigen Pers\u00f6nlichkeit vor einigen tausend Jahren bezieht. Wenn ich es nicht mit eigenen Augen gesehen h\u00e4tte, ich h\u00e4tte es nicht geglaubt. Die ganze Stadt war wie ausgestorben. Praktisch jedes Rollgitter war heruntergelassen, die Stra\u00dfen waren autofrei und auch sonst waren kaum Leute unterwegs. Nach einiger Zeit fand ich dann zumindest einen kleinen Shop, der ge\u00f6ffnet hatte, so konnte ich zumindest ein wenig Lebensmittel einkaufen. Auf dem R\u00fcckweg lag dann noch das zu einem Guesthouse geh\u00f6rende Restaurant, wo ich eine Kleinigkeit fr\u00fchst\u00fccken konnte. Eigentlich schwer vorstellbar, dass f\u00fcr ein paar Tage wirklich alles geschlossen hat. Jetzt kommt dazu, dass morgen Freitag ist, im Islam vergleichbar mit unserem Sonntag, daher auch morgen einiges geschlossen.<br \/>\nKurzerhand beschloss ich, meine Zelte f\u00fcr heute abzubrechen und mich wieder auf den Weg zu machen. Einen Zweck muss dieser Feiertag f\u00fcr mich ja auch haben und so entschloss ich mich, das morgige Etappenziel auf heute vorzuverschieben.<br \/>\nGerade als ich auf die Hauptstra\u00dfe einbiegen wollte, begegnete mir ein verd\u00e4chtig nach europ\u00e4ischem Tourist aussehender Typ. Wie sich herausstellte, war es ebenfalls ein Radreisender, der von Venedig aus nach Teheran unterwegs ist. Er bleibt aber noch bis morgen in Tabriz und m\u00f6chte sich noch etwas von der Stadt ansehen. So ganz glaubte er die Geschichte nicht, dass heute und morgen noch fast alles geschlossen hat. Lustiger Zufall, weil ich erst gestern dar\u00fcber sinniert habe, wann ich wohl wieder auf einen Radreisenden sto\u00dfen werde.<br \/>\nNun gut, Frischen Mutes wieder aufs Rad und ab in Richtung Osten. Die Stadtausfahrt folgte derselben Strecke, die ich gestern bereits bei anbrechender Dunkelheit geradelt bin. \u00dcber einige Kilometer ging es noch einmal bis auf 2100m hoch, doch dann war der Scheitelpunkt erreicht. Von nun an ging es nur noch bergab. Als ich am fr\u00fchen Nachmittag in Bostan Abad ankam und mich erst einmal k\u00f6niglich verk\u00f6stigte \u00fcberschlug ich die kommende Strecke kurz und kalkulierte eine Ankunft in Miyanehi f\u00fcr kurz vor 20 Uhr ein. Warum der ganze Kraftaufwand? Ich m\u00f6chte m\u00f6glichst fr\u00fch in Teheran ankommen, weil ich mich noch mit Mina treffen m\u00f6chte, bevor sie weiter in den S\u00fcden reist. Ausserdem verschafft mir eine fr\u00fchere Ankunft in Teheran noch mehr Zeit f\u00fcr die Visabeschaffung&#8230;<br \/>\nDie Strecke war heute genau f\u00fcr dieses Unterfangen geschaffen. Konstantes Gef\u00e4lle, kaum Wind und guter Asphalt. Das gro\u00dfe Kettenblatt lief wieder warn und die Kilometer purzelten nur so vor sich hin. Schlussendlich schaffte ich es sogar noch vor 19 Uhr in Miyanehi anzukommen. Das Hotel, das mir von mehreren Einheimischen empfohlen wurde, kostete zwar dreimal so viel, wie das Guesthouse gestern, daf\u00fcr gab es Internet und eine Dusche am Zimmer.<br \/>\nAbends drehte ich dann noch eine Runde im Ort und war v\u00f6llig \u00fcberrascht, dass soviel los war. Es schien, als ob der Iran wieder zum Leben erwacht. Ich hatte meinen Chebab beinahe aufgegessen, als mir der Restaurantbesitzer sein Handy ans Ohr dr\u00fcckte. Einer seiner Freunde sprach Englisch und war auch nach 5 Minuten im Lokal, als ich ihm erz\u00e4hlt hatte, dass ich mit dem Fahrrad von \u00d6sterreich in den Iran gereist bin. Pouria stellte bereits ein mehrt\u00e4giges Programm zusammen und ich musste ihn immer wieder daran erinnern, dass ich eigentlich morgen weiterreisen m\u00f6chte. Als Kompromiss fuhr er dann noch eine knappe Stunde mit mir durch die Stadt und hielt an allen m\u00f6glichen L\u00e4den, um mich seinen Freunden vorzustellen.<br \/>\nZumindest erfuhr ich durch ihn, dass die Gegend, durch die ich bis jetzt geradelt bin, noch sehr t\u00fcrkisch \/ azarbayjanisch gepr\u00e4gt ist (sie hei\u00dft auch Azarbayjan e Sharqi). Gerade am Essen sollte man das besonders sp\u00fcren. Doch auch in der Sprache sp\u00fcrt man die Verwandtschaft zur T\u00fcrkei. Pouria beschreibt die Region etwa so wie die Stellung von Katalonien in Spanien. Miyanehi ist nach Tabriz die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt in dieser Gegend, weiter \u00f6stlich wird nun aber die persische Pr\u00e4gung deutlich zunehmen. Ich kann also gespannt sein, was mich in den n\u00e4chsten Tagen erwartet.<br \/>\nDer heute noch ziemlich massive Autoverkehr sollte ab \u00fcbermorgen auch sp\u00fcrbar nachlassen, da die R\u00fcckreisewelle nach den Feiertagen dann zu Ende ist. Es gibt also einiges, worauf ich mich freuen kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tag 60 &#8211; 01.April Kajaran &#8211; kurz vor Kharvana: 81km; 5:17h im Sattel; 5-19 Grad, Sonne Camping Nun bin ich exakt zwei Monate unterwegs. Am ersten Februar bin ich bei leicht winterlichen Bedingungen gestartet, nun steht mir heute eine tief winterliche Pass\u00fcberquerung bevor. 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