{"id":992,"date":"2014-04-06T05:14:06","date_gmt":"2014-04-06T04:14:06","guid":{"rendered":"http:\/\/abicyclediary.com\/?p=992"},"modified":"2014-04-06T05:14:06","modified_gmt":"2014-04-06T04:14:06","slug":"tag-6364-ein-grund-zum-feiern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/abicyclediary.com\/?p=992","title":{"rendered":"Tag 63\/64: Ein Grund zum Feiern"},"content":{"rendered":"<h2>Tag 63 &#8211; 04.April<\/h2>\n<p>Miyaneh &#8211; Zanjan: 133km; 5:16h im Sattel; 10-18 Grad, sonnig<br \/>\nGuesthouse<\/p>\n<p>Nachdem ich gestern praktisch 3\/4 der Strecke an einem Bach entlang geradelt bin, wollte ich die Gelegenheit gleich noch beim Schopf packen und die schon lange ausstehende Fahrradreinigung durchf\u00fchren. Nach der ersten Br\u00fccke steuerte ich also das Flussufer an und polierte Rad und Packtaschen wieder auf. Ich muss mich bei jeder Fahrradw\u00e4sche bisher noch wundern, dass ich unterwegs keine Schraube verloren habe, oder auch sonst noch keine gr\u00f6beren Abnutzungserscheinungen am Material zu erkennen sind. Sogar auf den Bremsbel\u00e4gen ist noch ausreichend Gummi drauf und das nach den zur\u00fcckliegenden Bergetappen&#8230;<br \/>\nDas Rad gl\u00e4nzte wieder wie neu, als ich in ein neues Flusstal einbog. Dieses Mal gehts entgegen der Flie\u00dfrichtung, aber mit kaum nennenswerter Steigung bergauf. Die Umgebung \u00e4nderte sich nun deutlich. So nach und nach kam der Eindruck auf, dass man sich durch eine W\u00fcste bewegt. Praktisch nirgendwo Ansiedelungen, geschweige denn landwirtschaftliche Anbaufl\u00e4chen. Statt dessen ging die Stra\u00dfe vorbei an fast zur G\u00e4nze verfallenen D\u00f6rfern, die allesamt ganz traditionell aus Holz und Lehm erbaut waren.<br \/>\nNach gut zwei Stunden Fahrt kam dann der Moment auf den ich mich die letzten Tage schon gefreut hatte: Der Tacho sprang auf 5000km. Wenn man mal nur die Strecke von Wien nach Wladiwostok nimmt, ist das ja schon fast ein Drittel&#8230; Eieiei, es geht voran. Bis Teheran versuche ich noch Kilometer zu machen und dann m\u00f6chte ich mir wieder etwas Zeit lassen. Ich habe gestern Abend noch einige Stunden im l\u00e4hmend langsamen Internet verbracht. Nach meinen Recherchen muss ich f\u00fcr die Visa Beschaffung in Teheran ca. 10 Tage einplanen. Kann sein, dass alles ein wenig schneller geht, aber das Standardprozedere sollte mit 10 Tagen erledigt sein. Nachdem das iranische Visum f\u00fcr 30 Tage gilt, versuche ich am 30.April in Turkmenistan einzureisen, hoffe auf ein 5 Tage Transit-Visum und bin dann am 04.Mai in Uzbekistan. Jetzt muss ich mir nur noch \u00fcberlegen, wann ich nach Tadschikistan einreisen will und dann steht der Plan f\u00fcr die n\u00e4chsten Monate. F\u00fcr Tadschikistan ben\u00f6tige ich n\u00e4mlich ebenfalls ein tagesgenaues Einreisedatum. Erst in Kirgystan ist dann wieder alles offen.<br \/>\nNun ja&#8230; jeden Tag, den ich fr\u00fcher in Teheran bin, habe ich mehr Puffer in Richtung Turkmenistan. Landschaftlich gibt die Strecke im Moment ohnehin nicht sonderlich viel her. Man radelt auf der Schnellstra\u00dfe entlang und spult Stunde um Stunde die Kilometer ab. Bemerkenswert f\u00fcr die heutige Tagesetappe war, dass praktisch \u00fcber mehr als 100km kein einziger Ort an der Strecke lag. Ich war froh \u00fcber meinen Keksvorrat in der Packtasche, sodass ich Mittags zumindest die Energiereserven wieder aufladen konnte. Ich machte an einer Tankstelle Halt, die an sich als Rastplatz mit Mosche, Shop, Werkst\u00e4tte etc. ausgeschildert war. Schlussendlich gab es dann aber nur eine Selbstbedienungstankstelle und der Rest war nich mehr in Betrieb. W\u00e4hrend meiner Pause kamen immer wieder Neugierige vorbei und boten mir eine Tasse Tee, oder ein paar Bonbons an. Daf\u00fcr erfuhren sie dann auch, was f\u00fcr eine Geschichte hinter dem eigenartig aussehenden Touristen steckt. Ich bin immer wieder sehr froh \u00fcber mein kleines Bilderw\u00f6rterbuch, das seinen festen Platz in der Lenkertasche gefunden hat, da hier auf den letzten Seiten einige Karten sind, auf denen ich meine Route bereits eingezeichnet habe. \u00c4hnlich wie schon in der T\u00fcrkei besteht die gr\u00f6\u00dfte Sorge der Leute darin, ob mir nicht kalt sei. Auf die Idee, dass das Radeln vielleicht auch anstrengend sein k\u00f6nnte, kommen nur die Wenigsten.<br \/>\nNach dem dann doch recht ausf\u00fchrlichen Boxenstop trat ich wieder in dei Pedale. Und nach gut einer Stunde Fahrt gabs dann zur Feier des Tages noch eine freudige \u00dcberraschung. Auf der Gegenfahrbahn entdeckte ich schon von Weitem einen Fahrradreisenden. Besser gesagt, es waren zwei&#8230; Goetan und Nathalie auf einem Tandem mit Anh\u00e4nger (www.le-tandaimer.fr). Die beiden Franzosen waren von zuhause aus in Richtung Indien gestartet und sind jetzt wieder auf dem R\u00fcckweg. Auf ihrer Strecke im Iran sind ihnen bisher schon vier Radtouristen begegnet. Alle entgegen ihrer Richtung, also eigentlich in meiner Richtung. Mal schauen, ob mir der Eine oder Andere auch noch \u00fcber den Weg l\u00e4uft. Goetan und Nathalie werden in ein paar Tagen wieder in die T\u00fcrkei einreisen und dann weiter nach Europa radeln. Im Juli wollen sie dann wieder in Frankreich sein&#8230;Schade, dass wir nicht noch ein paar Kilometer gemeinsam radeln k\u00f6nnen. Es g\u00e4be so viel zu erz\u00e4hlen. Wir plauderten ausgiebig, doch dann kamen von Westen her ziemlich schwarze Wolken und es begann auch schon zu regnen. Ich hatte noch einiges an Weg vor mir, also verabschiedete ich mich von den Beiden und radelte weiter.<br \/>\nHeute schien mein Gl\u00fcckstag zu sein, weil der starke Wind direkt von hinten kam und mich so einerseits ziemlich schnell vorw\u00e4rts kommen lie\u00df und andererseits mich vom Regen verschonte. Erst als ich in Zanjan angekommen war und mein Zimmer bezogen hatte, begann es ordentlich zu regnen.<\/p>\n<h2>Tag 64 &#8211; 05.April<\/h2>\n<p>Zanjan &#8211; Takestan: 146km; 5:25h; 16 &#8211; 18 Grad, sonnig<br \/>\nHotel<\/p>\n<p>\u00dcber Nacht hatte es sich ausgeregnet und mich empfing wieder ein strahlend blauer Himmel. Als ich mich wieder auf die breit ausgebaute E32 einreihte bemerkte ich, dass heute ordentlicher R\u00fcckenwind blies. In einem ziemlichen Tempo wurde ich Richtung Osten geschoben. Landschaftlich war die Strecke leider auch nicht viel aufregender als gestern. Ich pedalierte durch eine mehr oder weniger flache Hochebene. In der Ferne erhoben sich die schneebedeckten Berge. Man konnte die Neuschneegrenze der gestrigen Niederschl\u00e4ge gut erkennen. Hinter dem Gebirgszug zu meiner Linken liegt das Kaspische Meer. Ich hatte darauf verzichtet, einen Abstecher ans Meer zu machen, weil ich jetzt ein paar Tage ohne gro\u00dfe Bergp\u00e4sse auskommen wollte. Und so brauste ich weiter auf der Bundesstra\u00dfe dahin. Zwischen den gr\u00f6\u00dferen Orten lie\u00df der Verkehr immer wieder deutlich nach, doch sobald man sich gr\u00f6\u00dferen Ansiedlungen n\u00e4herte, kam man sich wie auf einer dich befahrenen Autobahn vor. Zu meinem Gl\u00fcck gab es meistens einen sehr breiten Seitenstreifen, der von den Iranern auch gerne mal zum \u00dcberholen verwendet wird. Im Gegensatz zu Armenien muss man offen zugeben, dass der Fahrstiel weitaus aggressiver ist. Als Fahrradfahrer muss man immer den Gegenverkehr und die von hinten kommenden Fahrzeuge ganz deutlich im Auge behalten, um rechtzeitig so weit rechts als m\u00f6glich ausweichen zu k\u00f6nnen. Meine besten Freunde sind auch diejenigen, die am Stra\u00dfenrand stehen und dann just in dem Moment losfahren, wenn ich auf ihrer H\u00f6he bin. Nun gut, der Anpassungsprozess geht hier relativ schnell. Einfach ein wenig achtsamer unterwegs sein und schon kann man auch das Fahren im dichtesten Verkehr genie\u00dfen.<br \/>\nWenn ich mir die Landkarte so anschaue, kommt es mir vor, als ob es bis Teheran in diesem Stil weitergehen wird. Ein wenig vermisse ich die abwechslungsreichen Strecken in Georgien oder Armenien. Aber auf der anderen Seite versuche ich im Moment ja prim\u00e4r Strecke zu machen, um fr\u00fcher in Teheran anzukommen.<br \/>\nAls ich Nachmittags in Takestan ankam, wollte ich mir zuerst eine SIM Karte f\u00fcr das Handy besorgen. Offenbar geht das aber nur mit iranischem Pass. Vielleicht habe ich in Teheran mehr Gl\u00fcck. Grunds\u00e4tzlich w\u00e4re es ganz sinnvoll, weil die Abdeckung mit Internet wirklich sehr schlecht ist und ich nach Teheran wieder \u00f6fter versuchen m\u00f6chte \u00fcber Warmshowers Unterk\u00fcnfte zu finden. Zum Campen l\u00e4dt zumindest die aktuelle Strecke wirklich nicht ein.<br \/>\nHatte ich mich bisher immer wieder dar\u00fcber ge\u00e4rgert, dass man beim Radeln meistens Gegenwind hat, wurde ich heute auf der gesamten Strecke mit kr\u00e4ftigem R\u00fcckenwind verw\u00f6hnt. Das schnelle Radeln hat aber durchaus auch Tribut gefordert. Nach dem Duschen fiel ich wie tot ins Bett und musste erst mal die Beine hochlegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tag 63 &#8211; 04.April Miyaneh &#8211; Zanjan: 133km; 5:16h im Sattel; 10-18 Grad, sonnig Guesthouse Nachdem ich gestern praktisch 3\/4 der Strecke an einem Bach entlang geradelt bin, wollte ich die Gelegenheit gleich noch beim Schopf packen und die schon lange ausstehende Fahrradreinigung durchf\u00fchren. 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